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Jürgen Feldhoff erhält Ehrendoktor der Universität St. Petersburg

14.11.2003 - (idw) Universität Bielefeld


Der Bielefelder Sozialwissenschaftler Jürgen Feldhoff erhält am 17. November von der Universität St. Petersburg den Titel eines "Doctor honoris causa".

Jürgen Feldhoff, Professor an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld, hat über ein Jahrzehnt mit der St. Petersburger Universität zusammengearbeitet und gilt als Experte für deutsch-russische Wissenschaftsbeziehungen im europäischen Kontext. Zudem hat er an anderen russischen Hochschulen im Norden, an der Wolga, in Sibirien und in Moskau gelehrt.

Jürgen Feldhoff, 1936 in Oldenburg geboren, war 1968 im Jahr der studentischen Bewegung in Berlin dabei, um als älterer "68er" die Demokratisierung einer Universität mit zu betreiben. Das Streben nach demokratischer Erneuerung der sozialwissenschaftlichen universitären Lehre hat er danach auch als Professor ab 1980 an der Universität Bielefeld nicht mehr aufgegeben. Die Forschungsthemen und Buchpublikationen spiegeln seine wissenschaftlichen und politischen Prioritäten: Die Berufsorientierung der Schüler in der Schule, die Gestaltung der Neuen Technologien in den Industriebetrieben, die Entwicklung von Schlüsselqualifikationen in einer modernen industriellen Berufsausbildung, die migrationspolitische und verfassungspolitische Regelung von Fluchtbewegungen und Asyl in Deutschland, die Reorganisation der Zuliefernetzwerke in Unternehmen der Neuen Deutschen Bundesländern und der Vergleich von west- und ostdeutschen Industriedistrikten waren die wichtigsten großen Forschungsprojekte und zugleich Themen der Lehre von Jürgen Feldhoff.

Feldhoffs gesellschaftliche Rollen als Bürger und als Wissenschaftler, zum Beispiel als Sprecher des Bielefelder Forschungsschwerpunktes "Zukunft der Arbeit", als Leiter vieler Forschungsgruppen, als Berater von Betrieben und Gewerkschaften und als Sprecher von Bürgerinitiativen für den Schutz von Flüchtlingen entsprechen dieser wissenschaftlichen Biographie aus der zweiten Nachkriegsgeneration der westdeutschen Hochschullehrer. Der Zusammenhang von forschender Erkenntnis, akademischer Lehre und politischer Gestaltung ist für Feldhoff das wichtigste Erbe einer kritischen und demokratischen Universitätstradition.

Für einen Soziologen dieser Herkunft bot dann im Jahr 1993 die Einladung an die St. Petersburger Universität und darüber hinaus in die russische Gesellschaft der Nach-Perestroika-Zeit eine neue wissenschaftliche Chance und persönliche Herausforderung. Zehn Jahre hat er jetzt mit der St. Petersburger Soziologischen Fakultät zusammengearbeitet und ist Initiator und Mitarbeiter in einem großen Reformprojekt der Universität St. Petersburg, im Zentrum für Deutschland- und Europastudien mit dem neuartigen Konzept englischsprachiger interdisziplinärer "European Studies" als MA-Programm. Das Vorhaben wird in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld realisiert. Dafür hat ihm die Universität St. Petersburg jetzt gedankt und ihn als neuen Ehrendoktor in ihre akademische Korporation aufgenommen.

Das Foto ist abrufbar unter: www.uni-bielefeld.de |Aktuelles | Aktuelle Pressemitteilung | Pressemitteilung Nr. 197/2003

Pressemitteilung Nr. 197/2003
Universität Bielefeld
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