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Molekulare Diabetologie und Endokrinologie - Neues Graduiertenkolleg in Ulm

15.11.2003 - (idw) Universität Ulm

Molekulare Diabetologie und Endokrinologie
Neues Graduiertenkolleg in Ulm

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert an der Universität Ulm künftig ein Graduiertenkolleg zum Thema "Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin". Sein Sprecher ist Prof. Dr. Bernhard O. Böhm, Leiter der Sektion Endokrinologie in der Abteilung Innere Medizin I. Die Laufzeit beträgt in der 1. Periode viereinhalb Jahre. Förderungsbeginn ist im Frühjahr 2004.

Das neue (dritte) Ulmer Graduiertenkolleg ist eines von 16, die von der DFG am 17. Oktober 2003 als Auswahl aus 31 Neuanträgen beschlossen wurden. Derzeit fördert die DFG insgesamt 283 Graduiertenkollegs. Rund 6 % aller Doktoranden in Deutschland schließen ihre Promotion in Graduiertenkollegs ab. Absolventen von Graduiertenkollegs sind in der Regel umfassender qualifiziert und durchschnittlich zwei Jahre jünger als andere Doktoranden. Der Anteil der ausländischen Promovenden ist mit 27 % an den Graduiertenkollegs fast dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Querschnittsfächer

Diabetologie und Endokrinologie sind klassische Querschnittsfächer und bilden ein wichtiges Bindeglied an der Schnittstelle zwischen grundlagenorientierter Forschung und einem modernen, von molekularen Zusammenhängen geprägten Krankheitsverständnis. Die molekular ausgerichtete Diabetologie und Endokrinologie gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie können nur interdisziplinär vermittelt und gelehrt werden. Das Graduiertenkolleg "Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin" wird sowohl von grundlagenwissenschaftlich als auch von klinisch orientierten Abteilungen getragen, die sich bereits seit Jahren durch interdisziplinäre Forschungsaktivitäten und Lehrtätigkeit besonders profiliert haben.

In Diabetologie und Endokrinologie haben sich die Erkenntnisse zu den Krankheitsmechanismen in den letzten Jahren entscheidend weiterentwickelt. Heute werden Millionen Menschen weltweit z. B. mit rekombinantem Insulin oder auch analogen Molekülen behandelt, es werden Substanzen therapeutisch eingesetzt, die unmittelbar an Zellkernrezeptoren binden und dadurch direkt die Genexpression beeinflussen. Auch in der Diagnostik haben molekulargenetische Techniken an Bedeutung gewonnen.

Diabetologie und Endokrinologie bilden an der Universität Ulm traditionell ein wichtiges und starkes Forschungsfeld. Unter anderem durch Mittel des Landes Baden-Württemberg, die im Rahmen von Schwerpunktprogrammen bereitgestellt wurden, konnte in den letzten Jahren ein Verbund aus Forschungsgruppen um den Themenschwerpunkt "Molekulare Diabetologie und Endokrinologie in der Medizin" etabliert werden. Enge Kontakte zu führenden wissenschaftlichen Einrichtungen im In- und Ausland, die gemeinsame wissenschaftliche Vorhaben einschließen, ermöglichen dem Graduiertenkolleg ein aktives Austauschprogramm für Graduierte und Kollegiaten.

Ziel des Graduiertenkollegs ist die Vermittlung von theoretischen und praktischen Kenntnissen auf dem Gebiet der molekularen Diabetologie und Endokrinologie im biomedizinischen Kontext an besonders qualifizierte Studierende der Medizin (nach dem 1. Staatsexamens) oder graduierte Naturwissenschaftler. Die vorgesehenen Forschungsprojekte befassen sich mit epidemiologisch bedeutsamen Fragestellungen von Diabetologie und Endokrinologie: mit chronischer Hyperglykämie und ihren Folgeerkrankungen, Diabetes als Autoimmunerkrankung, endokrinen aktiven Tumoren bzw. Tumorsyndromen, Intermediärstoffwechsel und Gefäßerkrankungen, molekularen Grundlagen der Steroidhormonwirkungen und ihren klinischen Implikationen. Durch eigene wissenschaftliche Arbeit und durch das Studienprogramm sollen Doktoranden der Medizin Gelegenheit zur Einarbeitung in naturwissenschaftliche Fragestellungen erhalten; Doktoranden aus naturwissenschaftlichen Fächern werden an klinische Probleme herangeführt. Dabei wird erwartet, daß die Kollegiaten auch während der AiP-Zeit ihren Schwerpunkt auf die Forschungstätigkeit legen und sich in die Projekte u.a. der laufenden Sonderforschungsbereiche (518 und 451) integrieren.

Die Doktoranden lernen über ihre Doktorarbeit hinaus ein breites methodisches Spektrum im Bereich molekularbiologischer, biochemischer, immunologischer und klinisch-experimenteller Fragestellungen und Methoden kennen. Sie werden in organisatorischen und methodischen Fragen zugunsten einer beschleunigten Qualifizierung intensiv betreut. Das Graduiertenkolleg bietet eine fächerübergreifende Klammer und damit die für herausragende Promotionen erforderliche wissenschaftliche Weiterbildung mit der steten Gelegenheit zur Vertiefung und Erweiterung des Wissensstandes. Eine besondere Qualifizierungschance besteht in der Möglichkeit, den "Doktor der Biomedizinischen Wissenschaften" (Dr. rer. med.) zu erwerben, der die Befähigung zu selbständiger wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiet der biomedizinischen Wissenschaften dokumentiert.

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