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Risiko für Hepatitis-Erkrankungen wird häufig unterschätzt

21.11.2003 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

4. Deutscher Lebertag startet mit Impfaktion in Schulen

"Hepatitis ist heilbar!?" lautet das Motto des 4. Deutschen Lebertages am morgigen Donnerstag,20. November 2003. Bundesweit nutzen Ärzte, Forscher und Selbsthilfegruppen diesen Tag, um mit vielfältigen Aktionen über die verschiedenen Formen einer Lebererkrankung aufzuklären. Die Organisatoren, die BundesArbeitsGemeinschaft Leber (BAG Leber) e.V., die Deutsche Leberhilfe e.V., der Bundesverband niedergelassener Gastroenterologen und das Kompetenznetz Hepatitis, wollen damit vor allem auf die häufig unterschätzte Gefahr einer Hepatitis-Infektion aufmerksam machen. "Hepatitis B stellt immer noch ein ernst zu nehmendes Risiko in Deutschland dar. Von rund einer Million Menschen, die in Deutschland mit dem Hepatitis-Virus B oder C infiziert sind, wissen wahrscheinlich weit weniger als die Hälfte der Betroffenen von ihrer Infektion. Dabei gehört sie neben Malaria und Tuberkulose global zu den häufigsten Infektionskrankheiten: Weltweit sterben täglich mehr Patienten an den Folgen einer Hepatitis-Infektion als an den Folgen von Aids pro Jahr", erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Direktor der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Sprecher des Kompetenznetzes Hepatitis.

Professor Dr. Adolf Windorfer, Präsident des Niedersächsischen Gesundheitsamtes, ergänzt diese Einschätzung mit aktuellen Zahlen: "Im Jahr 2002 wurden in Niedersachsen nach dem Infektionsschutzgesetz 399 Hepatitis-B-Erkrankungen gemeldet. Da man davon ausgehen kann, dass insgesamt nur bei 30 Prozent der Infizierten eine akute Erkrankung ausbricht, kann die Zahl der Infizierten auf 1.000 bis 1.200 geschätzt werden. Diese Zahl ist wichtiger als die derjenigen, die mit einer akuten Erkrankung gemeldet wurden, da unabhängig von der Ausprägung einer akuten Erkrankung auch alle Menschen mit einer Hepatitis-B-Infektion Gefahr laufen, einen chronischen Trägerstatus und damit eines Tages auch ein Leberkarzinom oder eine Leberzirrhose zu bekommen."

Professor Windorfer und Professor Manns richteten gemeinsam mit Dr. Cornelia Ehrhardt von der Region Hannover und Sabine von Wegerer von der Selbsthilfegruppe Berliner Leberring e.V. während einer Pressekonferenz der Modellregion Nord im Kompetenznetz Hepatitis in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen Aufruf an die Öffentlichkeit: "Wir haben die Möglichkeit, das Hepatitis-B-Virus weltweit auszurotten und die schweren Folge-Erkrankungen zu vermeiden, wenn sich jeder impfen lassen würde. Positiv ist zu erwähnen, dass die Kosten der Hepatitis-B-Impfung für Jugendliche bis 18 Jahre von den Krankenkassen übernommen werden. Wir möchten jeden ermutigen, diese Chance nicht verstreichen zu lassen. Der 4. Deutsche Lebertag 2003 steht unter dem Motto "Hepatitis ist heilbar!?": Bei der Hepatitis B können wir die Erkrankung sogar von vornherein vermeiden."

Dazu starten das Niedersächsische Landesgesundheitsamt, die Region Hannover und das Kompetenznetz Hepatitis am heutigen Mittwoch, 19. November 2003, eine Impfaktion an drei hannoverschen Schulen. Die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen des Kaiser-Wilhelm-und des Ratsgymnasiums, der Integrierten Gesamtschule Linden (IGS) und der Peter-Petersen-Hauptschule lassen sich gegen Hepatitis B impfen.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet:
www.kompetenznetz-hepatitis.de und www.leberhilfe.org
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