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Forschungspreis für Medizintechnik verliehen

21.11.2003 - (idw) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

BMBF fördert den Innovationswettbewerb mit 1,7 Millionen Euro

Beim diesjährigen Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) haben sich vor allem Beiträge zur Organersatz-Medizin und Orthopädie durchgesetzt. 119 Bewerberinnen und Bewerber stellten sich der internationalen Experten-Jury. Die neun Sieger-Teams nahmen am Donnerstag auf der Messe MEDICA 2003 in Düsseldorf ihre Preise entgegen. Das BMBF fördert den Innovationspreis mit insgesamt 1,7 Millionen Euro. Das Preisgeld soll den Forschern helfen, die Projekte marktreif zu machen.

Folgende neun Projekte sind beim "Innovationswettbewerb zur Förderung der
Medizintechnik 2003" ausgezeichnet worden:

Kehlkopf-Schrittmacher gegen Luftröhrenschnitt und Stimmverlust
Ein Forscherteam der Universität Jena entwickelt einen Kehlkopf-Schrittmacher für Patienten mit ein- und doppelseitiger Lähmung des Stimmbandnervs. Denn bei fast der Hälfte der Patienten tritt nach ein bis eineinhalb Jahren eine Erholung des Nervs ein. Der Kehlkopf-Schrittmacher soll während dieser "Wartezeit" die Muskulatur und Gelenkkapseln "auf Trab" halten sowie bei einer permanenten Lähmung als dauerhafte Therapieoption eingesetzt werden.
Ansprechpartner:
PD Dr. Andreas Müller, Oberarzt der HNO-Klinik der Friedrich Schiller Universität Jena, Lessingstraße 2, 07740 Jena, Tel.: 03641 - 935159, Fax: 03641 - 935129, E-Mail: a.mueller@med.uni-jena.de

Implantierbarer Schließmuskelersatz lindert Leiden
Das Team von Dr. Hans-Jürgen Schrag der Universität Freiburg hat einen voll implantierbaren Schließmuskelersatz erfunden. Das neue System kann Menschen mit künstlichem Darmausgang helfen und den bisherigen Beutel überflüssig machen.
Ansprechpartner:
Dr. Hans-Jürgen Schrag, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Abt. Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Poliklinik, Hugstetterstr. 55, 79095 Freiburg, Tel: 0761 - 270 2805 / 06, Fax: 0761 - 270 2804, E-Mail: h.j.schrag@t-online.de

Damit der Beinbruch perfekt heilt
Mediziner und Ingenieure des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg entwickeln unter der Leitung von Dr. Klaus Seide, Leiter des Labors für Biomechanik, einen intelligenten externen Fixateur zur Knochenheilung bzw. Fehlstellungsbehandlung. Der Fixateur wird mit moderner Mikroelektronik ausgestattet und in der Lage sein, den Heilungsprozess nach einem Knochenbruch zu überwachen und eventuelle Korrekturen einzuleiten.
Ansprechpartner:
PD Dr. Klaus Seide, Leiter Labor für Biomechanik, Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg, Bergedorfer Str. 10, 21033 Hamburg, Tel.: 040 - 7306 2701, Fax: 040 - 7306 2703, E-Mail: k.seide@buk-hamburg.de

Rückenschmerz ade
Einen dreidimensional bewegten Sitz für gehbehinderte oder gehunfähige Menschen entwickelt ein Team aus Erfindern, Medizinern und Ingenieuren aus Langerwehe (bei Aachen), Ilmenau, Saarbrücken und Jena. Ziel ist es, Rückenschmerzen zu lindern bzw. vorzubeugen. Auch bei nicht behinderten Menschen, die sich wie LKW-Fahrer oder Lokomotivführer berufsbedingt wenig bewegen, könnte ein solcher Sitz Rückenbeschwerden lindern.
Ansprechpartner:
Gisela Schon, Mittelstraße 51, 52379 Langerwehe, Tel.: 02423 - 2667, E-Mail: schon.gisela@vdi.de
Prof. Dr. Hartmut Witte, Techn. Univ. Ilmenau, Inst. f. Mikrosystemtechnik, Mechatronik und Mechanik, Fachgebiet Biomechatronik, Pf. 100 565, 98684 Ilmenau/Thüringen, Tel.: 03677 - 69 24 56, Fax: 03677 - 69 12 80, E-Mail: hartmut.witte@tu-ilmenau.de

Automatische Blutbild-Analyse erleichtert Laboralltag
Wissenschaftler aus Erlangen und Göttingen erarbeiten ein neues Bildverarbeitungs-System, um das Differenzialblutbild einer großen Anzahl von Patienten automatisch zu erstellen. Bei rund 40 Prozent aller in einer Klinik oder einem Labor anfallenden Blutproben ergeben sich Auffälligkeiten, die per Mikroskop von einer Fachkraft manuell überprüft werden müssen. Daher entwickelt die Arbeitsgruppe von Prof. Dr.-Ing. Heinz Gerhäuser vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen aus Erlangen, gemeinsam mit Projektleiter Heiko Kuziela, ebenfalls Fraunhoferinstitut, und Dr. Hilmar Luthe von der Universität Göttingen ein neues Software gestütztes Bildverarbeitungssystem zur Differenzialblutbild-Analyse.
Ansprechpartner:
Dipl. Inf. Heiko Kuziela, Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen, Am Wolfsmantel 33, 91058 Erlangen, Tel.: 09131 - 776 574, Fax: 09131 - 776 598, E-Mail: vlk@iis.fraunhofer.de

Lanzette nach dem Vorbild der Natur
Eine Spritze, die hygienisch sicher ist und weniger Schmerzen bei der Blutentnahme verursacht, plant die Arbeitsgruppe von Dr. Bernd Gründig der Leipziger Firma SensLab GmbH. Die Lanzette ist wie ein Dorn geformt und integriert einen Sensor, in dem beispielsweise Blutzucker nachgewiesen werden kann. Nach der Blutentnahme schnellt der "Dorn" wieder in seine Ausgangsposition innerhalb des Sensor-Systems zurück. Dadurch können sich Dritte nicht an der Lanzette nicht verletzen und eventuell infiziert werden.
Ansprechpartner
Dr. Bernd Gründig, SensLab GmbH, Bautzner Str. 6, 04347 Leipzig, Tel.: 0341 - 234 18 45, Fax: 0341 - 234 18 40, E-Mail: gruendig@senslab.de

Laser und Mini-Endoskop zur Hautkrebsdiagnose
Um die gezielte Früherkennung von Hautkrebs zu verbessern, entwickelt eine Arbeitsgruppe des Fraunhofer Instituts für Biomedizinische Technik in St. Ingbert und der Universität des Saarlands ein System, das Laserdiagnostik und ein neuartiges endoskopisches Verfahren verknüpft. Zunächst detektiert das Team die natürliche Fluoreszenz bestimmter in der Haut vorkommender Pigmente und Moleküle, um wesentliche Informationen über die Hautveränderung zu erhalten. Hierzu setzen die Forscher einen Laser im Bereich des Nahen Infrarot ein. Ein Mini-Endoskop mit einem Außendurchmesser von nur etwa einem Millimeter ergänzt den Laser und wird dann die Untersuchung der Hauttumore in einer Gewebetiefe von mehreren Millimetern ermöglichen.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Karsten König, Leiter AG Mikrosytemtechnik/Lasermedizin, Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik, 66386 St. Ingbert, Tel: 06894-980-150, Fax: 06894-980-400, E-Mail: karsten.koenig@ibmt.fraunhofer.de

Drucktoleranz des Auges bei Grünem Star ausloten
Beim Grünen Star ist der Augeninnendruck der Patienten erhöht - jedoch nicht jeder Patient mit einem hohen Druck im Augeninneren erkrankt an diesem tückischen Leiden. Die Toleranz gegenüber einem erhöhten Augeninnendruck ist individuell stark unterschiedlich. Daher schlägt ein Forscherteam um Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner der Universitäts-Augenklinik Mainz ein neues Diagnoseverfahren vor, um die Drucktoleranz der Patienten-Augen individuell zu bestimmen.
Ansprechpartner:
PD Dr. Dr. Paul-Rolf Preußner, Univ.- Augenklinik Mainz, Langenbeckstr. 1, 55101 Mainz, Tel.: 06131 - 17 22 14, Fax: 06131 - 17 55 77, E-Mail: pr.preussner@uni-mainz.de

Optischer Sensor für Navigation im Magnetresonanz-Tomographen
Die Arbeitsgruppe von Dr. Michael Bock vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelt einen neuartigen optischen Sensor mit dessen Hilfe die Position eines Instruments oder Führungsdrahtes innerhalb von Magnetresonanz-Tomographen gemessen werden kann. Ein solcher Sensor könnte in Zukunft dazu beitragen, dass Katheter-Untersuchungen nicht mehr unter Röntgenbeobachtung durchgeführt werden, sondern ohne Strahlenbelastung im Magnetresonanz-Tomographen. Auch hochselektive Tumor-behandlungen wären mit Hilfe des neuen Sensors möglich.

Ansprechpartner:
Dr. Michael Bock, Deutsches Krebsforschungszentrum - DKFZ, Abt. Medizinische Physik in der Radiologie (E020), AG Interventionelle Verfahren, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221 - 42 25 28, Fax: 06221 - 42 25 31, E-Mail: m.bock@dkfz.de, Web: www.dkfz.de/imr

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.medica.de
www.gesundheitsforschung-bmbf.de/aktuelles/Innowett_Gewinner
oder www.bmbf.de
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