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Hautkrebs früher erkennen mit Laser und Mini-Endoskop

21.11.2003 - (idw) Universität des Saarlandes

Innovationspreis des BMBF zur Förderung der Medizintechnik geht ins Saarland

Die Arbeitsgruppe von Prof. Karsten König des Fraunhofer Instituts für Biomedizinische Technik in St. Ingbert und der Universität des Saarlandes gehört zu den Gewinnern des diesjährigen Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik. Ihr Projekt zur gezielten Früherkennung von Hautkrebs wird in den kommenden zwei Jahren mit 200.000 Euro vom BMBF gefördert.

Die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Die Anzahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt beim gefährlichen schwarzen Hautkrebs in Deutschland bei 20 von 100.000 Einwohnern. Der Dermatologe betrachtet üblicherweise mit einer speziellen Lupe die Hautpartien des Patienten. Bei der Entscheidung, ob eine Hautveränderung bösartig ist, hilft ihm vor allem seine Erfahrung. Eine Bildauswertungssoftware, Ultraschalluntersuchungen und andere Methoden können ihn dabei lediglich unterstützen.

Das Team um Professor Dr. Karsten König arbeitet nun an einer neuen Kombination aus Laser- und Endoskopietechnik. Die Forscher setzen einen Laser im Bereich des Nahen Infrarot (700-1200 nm) ein. Licht im Nahen Infrarot hat den Vorteil, dass es tief ins Gewebe eindringt. Frisch entnommene Hautbiopsien werden zunächst in der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Universität Jena getestet, um herauszufinden, welche Fluoreszenzen oder Reflektionen bösartiges Gewebe von gutartigem unterscheidet. Ein Mini-Endoskop mit einem Außendurchmesser von nur etwa einem Millimeter ergänzt den Laser und wird die Untersuchung der Hauttumore in einer Gewebetiefe von mehreren Millimetern ermöglichen.
Professor König erwartet, mit Hilfe des neuen Verfahrens Aussagen über Gestalt, Teilungsverhalten und Atmungsstoffwechsel einzelner Tumorzellen in den verschiedenen Schichten der Haut treffen zu können. Ein weiteres Ziel ist es, das Gerät zur Therapiekontrolle einzusetzen. In knapp zwei Jahren, so sieht es der Zeitplan vor, wird ein Labormuster für die klinische Praxis zur Verfügung stehen und in ersten Studien sein Können beweisen.

Sie haben Fragen? Wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Karsten König, Leiter AG Mikrosytemtechnik/Lasermedizin, Fraunhofer Institut für Biomedizinische Technik, 66386 St. Ingbert, Tel. (06894) 9800, Fax (06894) 98400,
E-Mail: karsten.koenig@ibmt.fraunhofer.de
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