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"Hilfe beim Helfen" - Angehörige von Demenzkranken für Studie gesucht

25.11.2003 - (idw) Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

Start der Forschungsstudie zur Beratung und Schulung von pflegenden Angehörigen im Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen

(ukg) "Hilfe beim Helfen" - mit dieser Schulungsreihe unterstützt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Menschen, die einen Demenzkranken betreuen und damit unter großer persönlicher Belastung stehen. Wissenschaftliche Untersuchungen in Australien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten haben gezeigt, dass sich durch solch intensive Angehörigenberatung die Belastung der Bezugspersonen verringert, und die Kranken länger in der häuslichen Umgebung bleiben können. Welche Auswirkungen die Angehörigenberatung innerhalb der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesundheitssysteme hat, soll jetzt eine Studie klären. Die Gedächtnisambulanz der Psychiatrischen Universitätsklinik führt zusammen mit 16 anderen Zentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Leitung: Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Technischen Universität München und die Deutschen Alzheimer Gesellschaft) eine wissenschaftliche Untersuchung durch, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. An der Studie können Angehörige von Patienten mit einer mittelschweren Demenz (bei denen die selbständige Lebensführung nicht mehr möglich ist) teilnehmen, die mit den Kranken in häuslicher Gemeinschaft leben und hauptsächlich für deren Versorgung verantwortlich sind. Anmeldung bis Mitte Januar 2004 unter 0551/39 - 142 58 (Frau Wiegmann, von 8 bis 12 Uhr) oder e-mail: gstiens@gwdg.de

Die Angehörigen erhalten entweder eine ausführliche sozialpädagogische Beratung mit der anschließenden Möglichkeit der Kontaktaufnahme in Krisensituationen, oder sie nehmen an der Schulungsreihe teil, die sieben Sitzungen im Abstand von zwei Wochen und sechs Wiederholungstreffen im Abstand von zwei Monaten umfasst. Die Zuteilung zu den beiden Beratungsformen erfolgt durch ein Zufallsverfahren. Vor der Schulungsreihe, unmittelbar nach deren Beendigung und ein Jahr später werden alle Teilnehmer über ihren eigenen Gesundheitszustand sowie über das Befinden und den Aufenthaltsort der Patienten befragt.

Bei vielen Menschen treten jenseits des 60. Lebensjahrs fortschreitende Störungen des Gedächtnisses, der Konzentrationsfähigkeit und des Denkvermögens auf. Sie können sich in einer eingeschränkten Bewältigung von Alltagsaufgaben niederschlagen und zur Pflegebedürftigkeit führen. Wenn die Störungen diesen Schweregrad erreichen, spricht man von einer "Demenz". Es wird geschätzt, dass in Deutschland rund eine Million älterer Menschen von einer Demenz betroffen sind.

Für das Zusammenleben in Partnerschaft und Familie bedeutet eine Demenzerkrankung eine kaum vorstellbare Belastung. Sie erzwingen eine Umverteilung von Rollen und Aufgaben, erzeugen Spannungen und Konflikte, erschweren die Verständigung und erfordern die Lösung von ständig wechselnden organisatorischen und pflegerischen Aufgaben. Die anhaltende Überforderung kann die Angehörigen der Patienten an die Grenzen ihrer seelischen und körperlichen Kräfte führen.


Ansprechpartner:

Universität Göttingen - Bereich Humanmedizin
Abt. Psychiatrie und Psychotherapie
Gedächtnisambulanz
Dr. Gerthild Stiens
von-Siebold-Str. 5
37075 Göttingen
Tel.: 0551/39 - 142 58 (8.00 - 12.00 Uhr)
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