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Schluchter erster Ehrendoktor der Universität Erfurt

25.11.2003 - (idw) Universität Erfurt

Staatswissenschaftliche Fakultät verlieh höchste Auszeichnung an Gründungsdekan


Prof. Dr. Wolfgang Schluchter Der ehemalige Vizepräsident, Gründungsdekan des Max-Weber-Kollegs und der Staatswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Wolfgang Schluchter, ist der erste Ehrendoktor der Universität Erfurt. Die Staatswissenschaftliche Fakultät verlieh ihm die höchste Auszeichnung der Hochschule für sein umfangreiches soziologisches Werk und seine Verdienste bei der Gründung der bundesweit einzigartigen Fakultät. "Das Reformkonzept und insbesondere das Studienmodell hat Prof. Schluchter an seiner zweiten Heimatuniversität maßgeblich mitgestaltet", betonte Präsident Dr. Wolfgang Bergsdorf anlässlich der Verleihung am Freitagabend im Audimax der Universität. Er habe die Gleise, auf denen sich die Universität Erfurt heute bewege, mitgelegt.

Mit der Verleihung des "Doktors der Sozialwissenschaften ehrenhalber" werde das mehr als zehnjährige engagierte Wirken für die Umorganisation der Wissenschaftslandschaft im Osten Deutschlands gewürdigt, aber insbesondere sein "unikales wissenschaftliches Werk", so Prof. Dr. Frank Ettrich in der Laudatio. In mehr als 40 von ihm herausgegebenen Büchern und zahlreichen Aufsätzen habe Schluchter die Grundlagendebatte in der Soziologie geprägt und substanzielle Beiträge zur Max-Weber-Rezeption geliefert.

Wolfgang Schluchter wurde 1938 in Baden-Württemberg geboren. Seine akademische Laufbahn begann 1973 mit der Berufung zum ordentlichen Professor für Sozialwissenschaft an der Universität Düsseldorf. 1976 ging er an die Universität Heidelberg, wo er über lange Jahre Direktor des dortigen Instituts für Soziologie und insgesamt sechs Jahre Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften war. Er wirkte von 1991 bis 1992 in der Hochschulstrukturkommission von Sachsen-Anhalt mit und war Gründungsdekan für die Fächer Soziologie und Politikwissenschaft der Universität Leipzig sowie Mitglied mehrerer Berufungskommissionen ostdeutscher Hochschulen. Von 1997 bis 2001 war er Prorektor, später Vizepräsident der Universität Erfurt und bis zum Frühjahr 2002 Dekan des von ihm begründeten Max-Weber-Kollegs für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien. Außerdem wirkte er als Gründungsdekan der Staatswissenschaftlichen Fakultät maßgeblich an deren einmaliger Konzeption und als Vizepräsident für Studium und Lehre am Aufbau der BA-/MA-Studienstruktur der Universität Erfurt mit. Im Jahr 2000 wurde er vom Bundespräsidenten in den Wissenschaftsrat berufen.

Er hat Ämter und Mitgliedschaften in zahlreichen akademischen und wissenschaftlichen Gremien und war als Gastprofessor u.a. in Singapore, Pittsburgh, New York, Berkeley, Fukoaka, Hongkong, Turin und Tianjin tätig. Schluchter hat zahlreiche Publikationen über Max Weber verfasst und herausgegeben. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehört die zweibändige Studie "Religion und Lebensführung". Seine Arbeiten wurden in mehrere Sprachen übersetzt. In Aufsätzen und Artikeln widmete er sich auch dem Auf- und Umbau der Universitäten in Ostdeutschland.
1994 erhielt er zusammen mit Shmuel N. Eisenstadt aus Jerusalem den Max-Planck-Forschungspreis. Er ist ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und u. a. Mitherausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.
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