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Ein Weltraumhaus für den Campus der TU Dresden?

26.11.2003 - (idw) Technische Universität Dresden

Die TUD präsentiert das SpaceHouse in der Ausstellung "Der neue Weg ins All - Raumtransporter der nächsten Generation"

Ein Weltraumhaus mitten auf dem Gelände der TU Dresden. In dem einer sechsbeinigen Spinne ähnelnden Objekt arbeiten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen unter einem Dach. Was an einen Zukunftstraum erinnert, könnte vielleicht bald Wirklichkeit sein. Die TUD interessiert sich in Zusammenarbeit mit der ESA (Europäische Raumfahrtgesellschaft) für die Realisierung des SpaceHouses und hofft nun, den Zuschlag zu erhalten. Dazu soll eine interdisziplinäre Wissenschaftlergruppe aus Bauingenieuren, Architekten und Energietechnikern der TUD ins Leben gerufen werden, die dafür ein Konzept für Planung, Bau und Umsetzung erarbeiten wird, das anschließend zum Entscheid an die ESA und mögliche Förderer geschickt wird.

Ursprünglich für die Errichtung auf einem erdfremden Planeten entworfen, ist das SpaceHouse den lebensfeindlichen Bedingungen im Weltraum bestens angepasst. Diese Idee soll nun auch für den Hausbau auf der Erde übertragen werden. Das SpaceHouse ist in der Lage, sich durch Solarzellen autark mit Energie zu versorgen und mit einer eigenen Anlage sein Wasser stets wiederaufzubereiten. Das energieeffiziente Haus erscheint zukunftsträchtig in Zeiten, in denen die Menschheit auf rohstoffschonende Methoden der Energiegewinnung angewiesen ist. In dem intelligenten Haus werden Energieversorgung, Sicherheitsvorkehrungen, Temperaturregulation und Klimaanlage selbständig durch ein Computersystem gesteuert und optimiert. Das Spacehouse besteht aus leichten Kohlefasern, die es beständig und erdbebensicher machen. Eine Glaskuppel versorgt das Bauwerk mit viel Sonnenlicht. Im Unterschied zu gewöhnlichen Gebäuden ist das SpaceHouse mobil. Es kann ohne großen Aufwand abgebaut und an einem anderen Ort wieder errichtet werden. Groß geschrieben wird auch die Multifunktionalität eines solchen Weltraumhauses. So kann sich etwa ein Aktenschrank schnell einmal in eine Videoleinwand verwandeln.
Entscheidend bei der Vergabe des Zuschlags zur Modellverwirklichung ist für die ESA vor allem, welche der Bewerberuniversitäten das beste Konsortium und Gesamtkonzept vorweist. Die ausgewählte Universität wird dann von der ESA finanziell unterstützt, muss aber auch eigene Förderer anwerben.

Professor Stefanos Fasoulas vom Institut für Luft- und Raumfahrttechnik rechnet sich für die TUD gute Chancen aus: Viele bisherige Studien zum SpaceHouse wurden in Sachsen durchgeführt und Hausbestandteile, wie z.B. die Solarzellen, könnten von sächsischen Unternehmen produziert werden.
Das Modell des SpaceHouse ist noch bis zum 5. Dezember 2003 in der Ausstellung "Der neue Weg ins All - Raumtransporter der nächsten Generation" im Foyer des Hörsaalzentrums auf der Bergstr. 64 zu besichtigen.

Weitere Informationen: Prof. Stefanos Fasoulas, Tel. 0351 463-38125
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