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Einmaliger Einblick in die Entwicklung des europäischen China-Bildes

06.12.2003 - (idw) Universität Leipzig

Neuerscheinung des Leipziger Universitätsverlages: "China-Literatur in der Universitätsbibliothek Leipzig 1500-1939" wird am 10. Dezember vorgestellt.

Mit den bibliographischen Bänden "China-Literatur in der Universitätsbibliothek Leipzig 1500-1939" stellt der Leipziger Universitätsverlag am 10. Dezember 2003, 10 Uhr, im Fürstenzimmer der Bibliotheca Albertina (Beethovenstr. 6) eine Neuerscheinung vor, die zugleich einen der Höhepunkte der Editionen des Jahres 2003 darstellt. Erarbeitet hat die zwei Bände Dr. Thomas Jansen, der jetzt am Religionswissenschaftlichen Institut tätig ist, zuvor am Ostasiatischen Institut tätig war. Er wird zur Buchpremiere in der UB ebenso anwesend sein wie Prof. Dr. Ralf Moritz vom Ostasiatischen Institut und UB-Direktor Dr. Ekkehard Henschke.

Zum kultur- und wissenschaftshistorischen Hintergrund der Publikation, der ihren besonderen Rang verdeutlicht, sagte Prof: Dr. Ralf Moritz:
Mit der Berufung von Hans Georg Conon von der Gabelentz (1840-1893) zum außerplanmäßigen Professor für ostasiatische Sprachen erhielt die Universität Leipzig die erste sinologische Professur im deutschen Sprachraum. Damit verfügt die Leipziger Universität über eine lange Tradition akademischer Beschäftigung mit China, für die - neben von der Gabelentz - so klangvolle Namen wie August Conrady, Erich Haenisch und Eduard Erkes stehen. Aus dieser Tradition resultiert eine beachtliche Sammlung von Alt-Beständen an China-Literatur, die bereits weit vor der Institutionalisierung von Sinologie an der Universität Leipzig ansetzt. Allerdings war es bis jetzt kaum möglich, einen Überblick über den Alt-Bestand der Universitätsbibliothek Leipzig an China-Literatur zu gewinnen, da er vor allem in 30 handschriftlich geführten Katalogbänden verstreut verzeichnet war.

Hervorzuheben ist die große inhaltliche Breite der Bestände: Sie schließen Schriften zu Numismatik, Archäologie und Kalenderwesen ebenso ein wie Studien zu Naturwissenschaft, Technik, Kunsthandwerk, Spiel und Sport. Insgesamt handelt es sich um 2.495 Schriften in westlichen Sprachen und ca. 1.500 chinesische Titel- ein bislang ungehobener, weithin vergessener Schatz. Diese Bände geben einen höchst interessanten, in Deutschland in dieser Form wahrscheinlich einmaligen Einblick in die Entwicklung des europäischen China-Bildes.

Dank auch der Unterstützung durch die Deutschen Forschungsgemeinschaft gelang es nun, den Bestand durch eine systematische Bibliographie der sinologischen Fachwelt und - so hoffen wir - darüber hinaus der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für die in Leipzig tätigen Sinologen knüpft sich daran eine besondere Verpflichtung, zumal viele Bücher aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert anderswo in Deutschland nicht oder nur in wenigen Exemplaren bibliothekarisch nachweisbar sind. Zugleich ist der Gedanke an die Herausgabe dieser Bibliographie beeinflusst durch die aktuelle Diskussion zur Interkulturalität. Die hier zusammengestellten Titel sind Beleg wie Bestandteil der Geschichte von Interkulturalität; insofern zielt die Bibliographie in einen modernen intellektuellen Diskurs hinein. Wir sind Zeuge eines wohl unstrittigen Prozesses wachsender welthistorischer Bedeutung Chinas; damit wird die Gestaltung praktischer Beziehungen zwischen Deutschland, einem vereinten Europa sowie China ein immer bedeutsamerer Gegenstand diplomatischen, kommerziellen und auch intellektuellen Bemühens. In diesem Zusammenhang rückt auch die praktische wie geistige Geschichte dieser Beziehungen auf neue Weise in den Blick. Die vorliegende Bibliographie ordnet sich bewusst in einen solchen Kontext ein und versteht sich keineswegs als ausschließlich bibliothekarisches, gar antiquarisches oder allein der Traditionspflege Leipziger Sinologie verpflichtetes Unternehmen.

Thomas Jansen: China-Literatur in der Universitätsbibliothek Leipzig 1500-1939. Mitteldeutsche Studien zu Ostasien, Band 7. 2 Halbbände; Band 1: Werke in westlichen Sprachen, Band 2: Sinica 2003, Leipziger Universitätsverlag, Hardcover, ISBN: 3-935693-68-0, Ladenpreis 98,00 Euro.

Weitere Informationen:

Leipziger Universitätsverlag
Telefon: 0341 - 99 00 440
E-Mail: info@univerlag-leipzig.de
www.univerlag-leipzig.de
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