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Außergewöhnlicher Fang: Tintenfische vor Warnemünde

12.12.2003 - (idw) Senat der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des BMVEL

Der Fischereiforschungskutter "Clupea" hat gerade seine 150. Forschungsfahrt in der Mecklenburger Bucht beendet. Bei ihren Untersuchungen machten die Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Fischerei (BFAFi) eine außergewöhnliche Beobachtung. Vor Warnemünde gingen verschiedene Fischarten ins Netz, die in den zurückliegenden 10 Jahren in diesem Gebiet nur sehr selten oder noch niemals beobachtet worden waren. Der spektakulärste Fang waren zwei Tintenfische (Kalmare), die zwischen einer großen Menge von Schildmakrelen beinahe übersehen worden wären.


Der Fischereiforschungskutter "Clupea" der BFAFi ist seit mehr als 50 Jahren regelmäßig in der Ostsee aktiv Die Fahrt der "Clupea" - mit 54 Jahren das älteste deutsche Fischereiforschungsschiff - diente in erster Linie dazu, Informationen über den Zustand des Dorschbestandes zu sammeln. Gleichzeitig sollte mit zahlreiche Messungen die derzeitige hydrographische Situation im wichtigsten Laichgebiet des Dorsches in der westlichen Ostsee beurteilt werden.
Doch bei ihren Untersuchungen fingen die Fischereiforscher unter der Leitung von Fischereibiologin Martina Bleil vom Institut für Ostseefischerei der BFAFi außer Dorschen, Flundern, Schollen und Schildmakrelen auch Arten, mit denen nicht zu rechnen war. So befanden sich zwischen Tausenden von kleinen Schildmakrelen einige Sardellen und sogar eine Seezunge. Sardellen kommen für gewöhnlich nur bis an den Rand des Skagerraks vor. Die größte Überraschung aber waren die beiden Tintenfische, Jungtiere von 5 bis 7 cm Größe. Ein solcher Fang im Seegebiet vor Warnemünde ist sehr ungewöhnlich und es ist auch nicht zu erwarten, dass dies zur Regel wird.
Man kann davon ausgehen, dass das Auftreten der Kalmare im Zusammenhang mit dem diesjährigen Einstrom von salzhaltigem Wasser aus dem Kattegat steht, und mit den noch immer ungewöhnlich hohen Wassertemperaturen, die in Tiefen ab 20 m noch bis zu 12° C betragen.
Der Fischereiforschungskutter wird seine Arbeiten im Januar des nächsten Jahres fortsetzen. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren interessanten Entdeckungen die Ostsee bereithalten wird.


Für Rückfragen steht Ihnen Frau Dipl.-Biol. Martina Bleil vom Institut für Ostseefischerei der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, An der Jägerbäk 2, 18069 Rostock, Tel. 0381/810251, zur Verfügung.

Um Belegexemplar wird gebeten
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