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Deutscher Psychologiepreis 2003 für Doris und Norbert Bischof

13.12.2003 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)

Am vergangenen Mittwoch, den 10. Dezember, haben Privatdozentin Dr. Doris Bischof-Köhler und Prof. Dr. Norbert Bischof den Deutschen Psychologiepreis 2003 erhalten. Der Preis, der seit 1992 einmal im Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen und der Christoph-Dornier- Stiftung für klinische Psychologie verliehen wird, ehrte in diesem Jahr zwei ungewöhnliche Wissenschaftlerpersönlichkeiten. Die Deutsche Psychologie würdigte damit die herausragenden Beiträge beider für die Grundlagenforschung, die kreative Verbindung verschiedener methodischer Zugänge und die kritische Reflexion der Wissenschaft Psychologie in zahlreichen Arbeiten. Beide haben stets ungewöhnliche Themen bearbeitet, oft ungewöhnliche methodische Wege beschritten, und beide haben nicht zuletzt ihre Argumente und Befunde auch in außergewöhnlich ansprechender Form präsentiert. In ihren Schriften liest man, wie ein Rezensent es einmal formuliert hat, ein Leben lang gern. In der Festansprache auf der Feier zur Preisverleihung in München würdigte Frau Professor Heidi Keller (Osnabrück) die, wie es in der Begründung zur Verleihung heißt, herausragenden Beiträge zur Grundlagenforschung und zur Verbindung verschiedener methodischer Zugänge und die wegweisenden Impulse zur wissenschaftstheoretischen Reflexion der Psychologie als Wissenschaft durch die Preisträger. Sie zeichnete darüber hinaus in einer auch persönlichen Ansprache auch die nicht immer gradlinigen Lebens- und Wissenschaftswege des Paares nach, dass nach dem Studium in München unter anderem in Kalifornien und mehr als zwanzig Jahre in Zürich gelebt und gearbeitet hat und heute wieder in München lehrt und forscht. Die mit Vertretern aller drei Institutionen paritätisch besetzte Jury ehrt mit dem Ehepaar Bischof zugleich Wissenschaftler, die sich mit der eigenen Disziplin stets kritisch auseinandergesetzt haben.

Die Präsidenten der drei verleihenden Institutionen betonten in ihren Grußworten, dass der Umstand, dass mit Doris und Norbert Bischof in diesem Jahr erstmals ein Forscherehepaar den Deutschen Psychologiepreis erhält, besondere Aufmerksamkeit verdiene. Professor Wolfgang Schneider, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, wies darauf hin, dass es in Deutschland einen Nachholbedarf für die Förderung von Forscherpaaren und -familien gibt, da vielfach auch heute noch ein Partner auf Karrierechancen verzichten muss, weil eine gemeinsame Berufung nicht vorgesehen ist, eine Trennung aber der Familie nicht zugemutet werden soll. Der Deutsche Psychologiepreis 2003 kann so vielleicht an ein Signal an das eigene Fach und an die Deutsche Hochschullandschaft generell verstanden werden, auch ungewöhnliche Wege zu unterstützen und zu honorieren. Die Internationalisierung und Professionalisierung der Psychologie in Deutschland muss durch die Förderung auch kritischer und kreativer Argumente und Ansätze ergänzt werden, um lebendig zu bleiben.
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