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Dämmen mit Hanf und Schafwolle

16.12.2003 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Der Winter offenbart dem Bewohner, ob sein Gebäude gut wärmegedämmt ist. Ein staatliches Förderprogramm sorgt dafür, dass zunehmend auch Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen verbaut werden. Es hilft bei der Auswahl und entlastet den Geldbeutel.


Trocknende Flachsgarben. © agenda / Michael Kottmeier
Wärmedämmende Matten aus Flachs beim Einbau. © agenda / Michael Kottmeier Wer nach 2002 ein Haus gebaut hat, ist fein raus. Neubauten unterliegen der Energieeinsparverordnung und ihre Wärmedämmung ist bei sachgerechter Ausführung gut. Wer hingegen ein älteres Gebäude besitzt, sollte über eine energetische Sanierung nachdenken. Denn die Auswirkungen auf den Geldbeutel sind nicht unerheblich: Knapp 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts entfallen statistisch auf das Heizen. Altbauten verbrauchen etwa viermal so viel Heizenergie wie Neubauten. Mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand kann man die Heizkosten halbieren, wenn man mit dem Dämmen gleich den Heizkessel austauscht. Je nach Preis für den oder die Energieträger haben sich die Ausgaben nach einigen Jahren armortisiert.

Gedanken machen sollte sich ein Bauträger oder Hausbesitzer auch über Dämmmaterialien. Aus Kostengründen wird in den meisten Fällen zu bewährten Klassikern wie Mineralwolle oder Hartschaum gegriffen. Dabei ist die Vielfalt möglicher Materialien recht groß. Wärmedämmstoffe aus Schafwolle oder gar Wiesengras, Dämmplatten aus Hanf, Flachs, Sisal oder Jute sind zugelassen. "Die Wärmedämmung ist nicht das einzige Kriterium", weiß Professor Dr. Klaus Sedlbauer, neuer Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP. "Faktoren wie das Speichervermögen für Wärme und Luftfeuchte etwa tragen erheblich zu einem ausgeglichenen und angenehmen Raumklima bei. Material, Dicke und Verarbeitung sollten auf die baulichen Gegebenheiten abgestimmt werden."

Die Akzeptanz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen korreliert natürlich auch mit ihren Kosten. Daher hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ein Förderprogramm gestartet. Pro Kubikmeter werden 30 oder 40 Euro vergütet. Dies hängt von der Kategorie ab, in die die Forscher vom IBP einen Dämmstoff einstufen. "Grundvoraussetzung ist die nationale oder europäische Zulassung einer Bauaufsicht", erläutert Dämmstoffexperte Norbert König. "Die höhere Förderung erhalten solche, die die Auflagen eines Gütesiegels erfüllen." Inzwischen konnten mit den Arbeiten am IBP zwei Dutzend Produkte von unterschiedlichen Herstellern klassifiziert und in eine Förderliste aufgenommen werden. Die dem Bundesministerium nachgeordnete Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. pflegt das Hersteller- und Produktverzeichnis und führt Informationsveranstaltungen über Vorteile und Anwendungsgrenzen der Dämmstoffe durch. Im Internet finden Interessenten auch die genauen Bedingungen für die Förderung und ein Antragsformular.

Ansprechpartner:
Dipl.-Phys. Norbert König
Telefon 07 11 / 9 70-33 70, Fax -33 85, koenig@ibp.fraunhofer.de

Servicebüro der Fachagentur:
Sandra Schuth
Telefon 02 28 / 9 85 79 99, Fax 02 28 / 96 94 04 58, daemmstoffe@fnr.de
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