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Solidarität mit den Studierenden

17.12.2003 - (idw) Universität Trier

Spendenaktion von Professoren des Fachbereichs IV zur Finanzierung von Tutorien: Die prekäre Haushaltslage an den Hochschulen lässt den Universitäten immer weniger Spielraum. Sie kann jedoch zur Entwicklung neuer ungewöhnlicher Ideen führen. So geschehen an der Universität in Trier: Mit einer Spendenaktion bekundeten einige Professoren des Fachbereichs IV an der Universität Trier ihre Solidarität mit den Studierenden: Ein Betrag von 4.000 Euro wurde im Fachbereich IV aus überwiegend privaten Mitteln gesammelt, damit einige wegen fehlender Mittel gestrichene Tutorien im Wintersemester trotzdem stattfinden können. Ein Tutorium ist eine vorlesungsbegleitende Übung, welche in kleinen Gruppen durchgeführt wird.

Die Professoren setzten mit dieser Aktion ein Zeichen in dieser überaus prekären Haushaltssituation der Universität, so Dekan Prof. Dr. Wolfgang Gawronski: "Die Haushaltssituation einer Universität sollte grundsätzlich Tutorien ermöglichen. Diese kommen den Studierenden in hohem Maße zu Gute. Zudem gehörten die Tutorenprogramme stets zum Standard des FB IV".

Hier zunächst die Geschichte, wie es zu der aufsehenerregenden Aktion der Professoren gekommen ist: Ein Professor des FB IV war "sehr traurig darüber", dass der Präsident ihm die Hälfte eines durch Berufungsverhandlungen zugesicherten Betrages streichen musste. Der Professor erkannte die schwierige Lage, in der die Hochschule sich derzeit befindet und statt zu lamentieren, regte er eine positive Aktion an: Er stellte dem Präsidenten aus seinen privaten Mitteln 500 Euro als Spende zur Verfügung, wenn wenigstens fünf weitere Kollegen sich finden und zum Gleichen zu bewegen sind. Oder aber: Wenn sich ersatzweise entsprechend mehr Kollegen finden, die sich mit einer geringeren Summe beteiligen. Diese Summe sollte zur Finanzierung der gegenwärtig im Fachbereich IV (Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Soziologie, Mathematik, Informatik) ausfallenden Tutorien eingesetzt werden. Dies geschah am 06. Juli 2003 - mitten im Sommersemester. Geschwind griff Präsident Schwenkmezger diesen Gedanken auf und sandte ein entsprechendes Schreiben an die Kollegen des Fachbereichs IV.

Bald waren die Bedingungen mehr als erfüllt: Ein Betrag von 4.000 Euro wurde im Fachbereich IV zur Verfügung gestellt. Es ist auch ein Signal nach Außen: So kann es nicht weitergehen! Denn Sinn und Funktion der Tutorien kommt den Studierenden in hohem Maße zu Gute. Sie verkürzen nachweislich die Studienzeiten, und die beauftragten Studierenden älterer Semester üben sich früh in der Vermittlung von Lehrinhalten. Der Dekan des Fachbereichs IV, Prof. Dr. Wolfgang Gawronski, sowie der Universitätspräsident begrüßen diese Aktion. Allerdings haben sie auch zwiespältige Gefühle: So kann nur ein Not-Tutorenprogramm für die integrierte Einführung für Studierende der Wiso-Fächer aus diesen Mitteln finanziert werden. Und auf Dauer ist diese Aktion keine Lösung des Problems. Eine Reihe anderer Veranstaltungen kann nicht wie üblich mit Tutorien versehen werden, so Gawronski. "Das Sponsoring für solche Standardveranstaltungen kann nicht Schule machen", erklärt der Dekan des FB IV und Präsident Schwenkmezger fügt hinzu: "Diese Aktion ist sicher einmalig und eher ein Notsignal in diesen Zeiten der desolaten Finanzsituation der Universitäten. Vielleicht regt es aber andere von außerhalb der Universität an, in ähnlicher Weise zu helfen".

Universität Trier

Pressemitteilung 247/2003
Pressestelle
Leitung: Heidi Neyses
Tel.: 0651/201-4238
Fax: 0651/201-4247
E-Mail: neyses@uni-trier.de
E-Mail: presse@uni-trier.de
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