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Böses Erwachen nach PISA

15.04.2002 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

"Jetzt sitzen wir vor einem Scherbenhaufen", sagt Prof. Dr. Wilfried Bos über das Ergebnis von PISA und TIMSS sowie der anderen international vergleichenden Schulleistungsstudien, an denen Deutschland erstmalig teilgenommen und vergleichsweise schlecht abgeschnitten hat. "Jahrelang haben wir auf Vergleichsstudien verzichtet und dachten, wir wären gut. Wenn man dann merkt, es ist gar nicht so, ist das Erschrecken groß." Der Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg eröffnet mit seinem Beitrag am 19. April 2002 um 16 Uhr im Hörsaal H4 am Hindenburgplatz eine Vortragsreihe der Universität Münster über "Schülerleistungen im internationalen Vergleich".

Im Rahmen der Reihe mit dem Titel "...höher, schneller, weiter..." sprechen im Sommersemester Experten aus dem In- und Ausland, die an den jeweiligen Forschungsprojekten beteiligt waren oder sie aus internationaler Sicht kritisch gleitet haben. So war etwa Prof. Bos, der am 19. April über "Internationale Schulleistungsstudien - Stand und Perspektiven" spricht, Projektleiter der "Third International Mathematics and Science Study" (TIMSS/III) am Max-Plank-Institut für Bildungsforschung in Berlin. Zur Zeit leitet er die "Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung" (IGLU).

Prof. Dr. Rainer Lehmann und Prof. Dr. Jürgen Baumert kommen am 14. Mai und 7. Juni nach Münster. Beide sind unter anderem Mitglieder des nationalen PISA-Konsortiums. Lehmann klärt über die "Literacy - Lesefähigkeit und Sprachkompetenz im internationalen Vergleich" auf, Baumert, Autor des Buches "PISA 2000", erklärt, "Warum uns national und international das untere Leistungsspektrum besonders interessieren sollte".

"Politische Bildung (Civic Education) im internationalen Vergleich: Sind Jugendliche in Deutschland besonders ausländerfeindlich und nationalistisch?", ist das Thema von Dr. Detlef Oesterreich am 21. Juni. Der Diplom-Psychologe arbeitet am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, an dem Forschungsprojekt "Civic Education". Analysen seiner Arbeit konzentrieren sich auch auf den Einfluss der Schulen.


Von der University of London kommt Prof. Gunther Kress. Im dortigen Institute of Education untersucht er unter anderem die Lese- und Schreibfähigkeit. Zudem überprüft er Lehrpläne und setzt sich für ihre Umgestaltung ein. Sein Vortrag am 28. Juni in Münster informiert über die "Lesekompetenz im Medienzeitalter". Am 19. Juli wird Dr. Gundel Schümer, ebenfalls vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, die Reihe mit dem Thema "Kontextbedingungen von Schülerleistungen in international vergleichenden Studien" abschließen. Die Forschungsarbeit bezieht sich auf die Ergebnisse von PISA und TIMSS.

Die verschiedenen Schulleistungsstudien, bei denen deutsche Schüler schlecht abschnitten, haben unterschiedliche Schwerpunkte. PISA, das "Programme for International Student Assessment", stellte Fragen, die auf Fähigkeiten im alltäglichen Leben abzielten. TIMSS, die "Third International Mathematics and Science Study", prüfte mathematische und naturwissenschaftliche Fächer. Die "Civic Education Study" konzentrierte sich auf soziales Verständnis, Demokratie-Fähigkeit und politische Bildung von Jugendlichen und die Frage, wie die Gesellschaft junge Leute darauf vorbereitet.
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