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Futur - Der deutsche Forschungsdialog Newsletter 5/2003

20.12.2003 - (idw) Futur - Der deutsche Forschungsdialog

Der Newsletter informiert über die aktuellen Entwicklungen im Futur-Prozess.
Themen dieser Ausgabe:
- Die Entscheidung über die nächsten Futur-Leitvisionen ist gefallen.
- Mit einem neuen Förderschwerpunkt "Präventionsforschung" hat das BMBF Ende Oktober 2003 Empfehlungen der Leitvision in einem Forschungsprogramm umgesetzt.

Neue Futur-Leitvisions-Themen stehen fest

Die Entscheidung über die nächsten Futur-Leitvisionen ist gefallen. Drei Themen werden bis Ende 2004 zu neuen Wegweisern für die Forschungspolitik ausgearbeitet.
Da Futur sich als politikberatender Prozess versteht, lag die endgültige Entscheidung, welche der sieben aktuell diskutierten Themen weiterverfolgt werden, beim BMBF. Maßgeblich für die Auswahl war jedoch die Online-Abstimmung der Futur-Akteure. Außerdem floss in die Entscheidung das Votum der BMBF-Fachreferate zu den sieben Futur-Themen ein.
Aus den Bewertungen gingen die drei folgenden Themen klar als Favoriten hervor:
- Das bionische Haus
- Bedarfsgerechte Konsumprodukte und Innovationen durch kooperative Kundenintegration
- Gesunde Ernährung
Sie werden in den kommenden Monaten zu Leitvisionen für die Forschungspolitik weiterentwickelt.

Die Themenauswahl

Für die Auswahl der Favoriten-Themen war besonders die kriteriengeleitete Bewertung ausschlaggebend. Die Akteure waren hier aufgefordert, die einzelnen Themen nach unterschiedlichen Kriterien wie Ausarbeitungsgrad, wirtschaftliche Bedeutung oder Neuheit zu beurteilen. Lagen zwei Themen in der Bewertung nahe beieinander, so wurden besonders die positiven Bewertungen solcher Kriterien berücksichtigt, die eine hohe Bedeutung bei der Lösung gegenwärtiger Probleme versprechen (z.B. wirtschaftliches Potenzial). Auch die pauschale Themen-Bewertung wurde als Argument bei uneinheitlichen Voten oder wenn zwei Themen in der Wertung sehr nahe beieinander lagen, mit herangezogen. Bei dem pauschalen Votum ging es darum, die Wichtigkeit der Themen als solche zu bewerten - unabhängig vom aktuellen Bearbeitungsstand.

Insgesamt beteiligten sich an der Umfrage 251 Futur-Akteure. Bei etwa 1000 angeschriebenen Personen entspricht das einer - für Online-Befragungen sehr hohen - Rücklaufquote von 25 Prozent. Die Befragten gaben ferner viele detaillierte Kommentare ab. Für die weitere Bearbeitung der Themen dienen diese als wichtige Quellen.

Kreativworkshops

Die drei ausgewählten Favoriten-Themen werden in parallelen Arbeitssitzungen von Fokusgruppen fachlich vertieft und bis zum Sommer 2004 zu Vorschlägen für Leitvisionen weiterentwickelt. Zur Vorbereitung der Fokusgruppen finden im Februar zunächst Zukunftswerkstätten statt, die den Futur-Akteuren offen stehen.

Am 2. Februar 2004 befasst sich die Zukunftswerkstatt "Essen im 21. Jahrhundert. Visionen für eine gesunde und genussvolle Ernährung" unter anderem mit folgenden Fragen: Wissen wir genug, um uns gesund zu ernähren? Was erwarten wir von Lebensmitteln der Zukunft? Welchen Stellenwert wird das Essen für uns haben? Wie können künftig Nahrungsmittel zugleich ökonomisch, nachhaltig und gesundheitsförderlich produziert werden?
Die Zukunftswerkstatt "Gebäude der Zukunft. Visionen für eine neue Wohn- und Lebensqualität" am 10. Februar 2004 sucht Antworten auf folgende Fragen: Wie sollten die Gebäude innen und außen beschaffen sein, in denen wir künftig leben und arbeiten? Welche Ansprüche haben wir an sie? Was muss beim Bauen in der Zukunft berücksichtigt werden?

Ziel dieser Workshops ist es, langfristig relevante Aspekte der Themen zu identifizieren und visionäre Ideen zu entwickeln. Die Ergebnisse der Kreativ-Arbeit fließen dann in die Fokusgruppensitzungen mit ein, die ab Ende März stattfinden. Wichtiger als spezifisches Fachwissen ist für die Teilnahme an den Zukunftswerkstätten das Interesse am Thema. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten außerdem aufgeschlossen sein für kreative Arbeitsmethoden. Die Zusammensetzung der Teilnehmerkreise wird daher bei den Zukunftswerkstätten eine andere sein als bei den Fokusgruppen, bei denen die Fachexpertise eine zentrale Rolle spielt.

Zum Thema "Bedarfsgerechte Konsumprodukte" findet am 17. Februar 2004 ein Kreativitätsworkshop statt, bei dem konkret und anschaulich die langfristig relevanten Aspekte des Themas identifiziert und visionäre Ideen entwickelt werden. In diesem Fall ist der Workshop gleichzeitig das erste Treffen der Fokusgruppe.

Fokusgruppen

Den Hauptbeitrag für die inhaltliche Ausgestaltung der Leitvisionen leisten die Fokusgruppen, die sich aus Expertinnen und Experten mit großem Fachwissen zum jeweiligen Thema zusammensetzen. In zwei anderthalbtägigen Sitzungen im März und Mai diskutieren und vertiefen die Fokusgruppen das fachliche Profil inhaltlich. Als Grundlage dafür dienen die aktuellen Themenprofile. Die Arbeitsgruppen konkretisieren die Themenstränge, definieren den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedarf und formulieren Forschungsstand und Forschungsfragen. Die dritte Fokusgruppen-Sitzung findet in Form von Szenario-Workshops im Juni statt. Ziel dieser Workshops ist es, die Ausarbeitung der Szenarios vorzubereiten.

Bei der Besetzung der Fokusgruppen achtet das Konsortium auf eine ausgewogene Mischung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auswahlkriterien sind neben der hohen Fachexpertise beispielsweise die Kriterien, dass Tätigkeitsbereiche in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vertreten sein sollen und dass eine angemessene Mischung der Fachdisziplinen sowie eine ausgeglichene Alters- und Geschlechterverteilung erreicht wird. Für die ergebnisorientierte Arbeit ist außerdem eine möglichst kontinuierliche Beteiligung der Fokusgruppenmitglieder an allen Veranstaltungen erforderlich.

Themen, die jetzt nicht zu Leitvisionen ausgearbeitet werden
Aus unterschiedlichen Gründen wurden die folgenden vier Themen von den Befragten nicht als reif für die Weiterbearbeitung im Leitvisions-Prozess angesehen:
- Die leise Stadt
- Nachhaltigkeit und neue Demokratiemodelle
- Wandel der Infrastrukturen
- In Sicherheit leben

Um die Potenziale der Themen "Leise Stadt" und "Nachhaltigkeit und neue Demokratiemodelle" herauszuarbeiten, bietet sich die Weiterbearbeitung im Rahmen von Zukunftsdialogen an. Besonderes Augenmerk der Diskussionen, an denen auch Betroffene teilnehmen sollen, wird auf handlungsorientierten Ansätzen lie-gen.
Als grundsätzlich wichtige, aber noch nicht ausreichend ausgearbeitete Zukunftsfragen für das BMBF wurden die beiden Themen "Wandel der Infrastrukturen" und "In Sicherheit leben" angesehen. Zur Schärfung des Themenfokus werden hier mit Blick auf eine eventuelle spätere Ausarbeitung zur Leitvision vertiefende Expertisen eingeholt.

Zur Umsetzung der Futur-Ergebnisse

Die Umsetzungsorientierung ist ein zentrales Merkmal im Futur-Prozess. Im Newsletter informieren wir Sie deshalb regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen bei der Umsetzung der Leitvisionen. Mit einem neuen Förderschwerpunkt "Präventionsforschung" hat das BMBF Ende Oktober 2003 Empfehlungen der Leitvision in einem Forschungsprogramm umgesetzt. In den kommenden drei Jahren stehen sechs Millionen Euro für Projekte der Präventionsforschung zur Verfügung. Ziel ist es unter anderem, neue Konzepte und Instrumente gegen Zivilisationskrankheiten zu evaluieren. Dabei geht es vor allem darum, herauszufinden, warum und in welchem Maße Prävention hilft, die Gesundheit und Lebensqualität des Menschen zu verbessern. Mit dem neuen Förderschwerpunkt werden erstmals umfangreiche Daten zur Wirksamkeit von medizinischer Vorsorge zusammengetragen. Informationen zur Ausschreibung des Förderschwerpunktes "Präventionsforschung" gibt es beim

Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Projektträger im DLR Gesundheitsforschung
Tel: 02 28/ 38 21-210
E-Mail: gesundheitsforschung@dlr.de


Anregungen, Kommentare und Hinweise zum Futur-Newsletter nehmen wir gerne entgegen.
Kontakt:
Dr. Sibylle Appel
Institut für Organisationskommunikation (IFOK)
Tel: 0 62 51/84 16-0
Fax: 0 62 51/84 16-16
E-Mail: presse@ifok.de
Internet: www.futur.de
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