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Gegen generellen Bachelor

20.12.2003 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Der Senat der Universität Münster sieht Probleme bei der flächendeckenden und undifferenzierten Einführung des Bachelor-Grades als berufsqualifizierenden Regel-Studienabschluss. In einem einstimmig verabschiedeten Beschluss hat sich der Senat in seiner letzten Sitzung deshalb gegen eine "generelle Einführung konsekutiver Bachelor/Master-Studiengänge" ausgesprochen.

In seiner Stellungnahme befürwortet der Senat die Modularisierung von Studiengängen und die Einführung des Europäischen Leistungspunktesystems (ECTS) als Möglichkeit, "die internationale Kompatibilität und Vergleichbarkeit von Studienleistungen zu verbessern und die Bemühungen um klare Strukturierung und Studierbarkeit von Studiengängen zu unterstützen". Die Modularisierung sei ein Beitrag zur Erhöhung von Effizienz und Transparenz der Studienorganisation und zur Vereinfachung der wechselseitigen Anerkennung von Studienleistungen. In der Schaffung von Master-Abschlüssen sieht der Senat die Möglichkeit, "die Wettbewerbsposition der Absolventen zu verbessern".

Kritisiert wird dagegen eine flächendeckende undifferenzierte Einführung des Bachelor-Grades als berufsqualifizierenden Regelabschluss. Die Bedenken des Senats beruhen auf einer differenzierten Abwägung der Folgen für einzelne Fächer: "In einigen Fächern mag die Einführung des Bachelor-Grades durchaus sinnvoll sein, jedoch würde sie für eine Reihe von geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fächern eine mögliche Gefährdung für die Qualität der Ausbildung und damit für die internationale Wettbewerbsfähigkeit darstellen, beziehungsweise mit den Zielen einzelner Ausbildungsgänge nicht verträglich sein".

Der Senat spricht sich daher in seinem Beschluss gegen eine generelle Einführung konsekutiver Bachelor/Master-Studiengänge an der Universität Münster aus. Universitäten müssten in die Lage versetzt werden, parallel sowohl grundständige als auch konsekutive Studiengänge anzubieten. Wenn konsekutive Studiengänge eingeführt würden, müsse die Durchlässigkeit von der Bachelor- zur Master-Phase gewahrt werden. Übertrittsraten sind nach Ansicht des Senats nicht akzeptabel. Die aus der Einführung eines Systems von Leistungspunkten und der Modularisierung von Studiengängen folgende Intensivierung der Studierendenbetreuung erfordere zumindest eine Erhöhung von Curricularnormwerten.
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