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JEC Europe Innovation Award 2014 für Multi-Material-Technologie

12.03.2014 - (idw) Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Am 11. März 2014 erhalten Dr. Michael Emonts vom Fraunhofer IPT und Coert Kok von AFPT in Paris den JEC Europe Innovation Award 2014 in der Kategorie »Process« für die Neuentwicklung eines Tapelegekopfs zur automatisierten, laserunterstützten Verarbeitung von Thermoplast-Tapes, Duroplast-Prepregs und Dry-Fiber-Rovings. Der sogenannte »Multi-Material-Head« ist damit besonders für kleinere Unternehmen interessant, die mit nur einer Anlage alle gängigen Halbzeugmaterialien verarbeiten möchten. So lassen sich beispielsweise die unterschiedlichen Anforderungen des Automobil- und des Flugzeugbaus ebenso wie die der Öl- und Gasindustrie erfüllen. Der kompakte Tapelegekopf ist modular aufgebaut, um verschiedene Fasermaterialien wie Glas- und Kohlenstofffasern sowie verschiedene Matrixmaterialien in derselben Anlage laserunterstützt verarbeiten zu können. Die Basisplattform, die sich an unterschiedliche Roboter- und Portalsysteme anpassen lässt, kann je nach Anforderung mit austauschbaren Materialführungs- und Schneideeinheiten, Kühl- oder Heizelementen sowie individuellen Zusatzmodulen bestückt werden. Damit gelingt nicht nur ein schneller Wechsel zwischen verschiedenen Materialien und unterschiedlichen Tapestärken und -breiten, auch die Bedienerfreundlichkeit des Systems verbessert sich erheblich.

Während der JEC 2014 in Paris zeigt das Fraunhofer IPT den Multi-Material-Head im Innovation Showcase in Halle 7.2, Stand A 68.

Auch der JEC Americas Innovation Award 2013 ging nach Aachen

Bereits am 4. Oktober 2013 nahmen die Ingenieure des Fraunhofer IPT in Boston/USA den JEC Americas Innovation Award 2013 stellvertretend für die 18 Partner im EU-Forschungsprojekt »FibreChain« entgegen. Die international besetzte Forschungsgruppe aus sieben europäischen Ländern erhielt den Preis für die Entwicklung einer flexiblen, automatisierten Fertigungsprozesskette für Leichtbaukomponenten aus faserverstärkten Kunststoffen in kleinen und mittleren Stückzahlen. Die Projektergebnisse sollen nun die Produktivität der Herstellung dreidimensionaler, mehrschichtiger Leichtbauteile aus endlosfaserverstärkten Thermoplasten verbessern durch geringere Kosten, höhere Ressourcen- und Energieeffizienz sowie mehr Flexibilität.

Dafür entwickelten die Projektpartner in einem Zeitraum von zwei Jahren neue Anlagentechnik und Werkzeuge für eine automatisierte Prozesskette zur Handhabung und Verarbeitung der Ausgangsmaterialien. Die Prozesskette umfasst dabei nicht nur die automatisierte Fertigung verschiedenster Bauteile aus faserverstärkten Thermoplasten, sondern auch eine integrierte Qualitätssicherung und adaptive Prozessüberwachung. Die Basis dafür bilden die beiden Fertigungsschritte des laserunterstützen Tapelegens und des Thermoformens. Eine parallel durchgeführte Marktstudie bestätigte bereits die Vermarktungsfähigkeit der exemplarisch hergestellten Bauteilvariationen. Die Prozesskette soll nun gemeinsam mit den Projektpartnern in kurzer Zeit zur Marktreife geführt werden.

Leichtbau-Produktionstechnik aus Aachen

Während der JEC 2014 in Paris präsentiert das Fraunhofer IPT in Halle 7.2, Stand F35 außerdem aktuelle Produktionstechnologien für den Leichtbau. Dazu gehört ein serienreifes Thermoform-Verfahren, um individuelle, deformationsfreie Hohlprofile aus Faserverbundkunststoffen zeit- und kostensparend herstellen zu können. Außerdem zeigen die Aachener Ingenieure an einem Flugzeugmodell, wie mit faseroptischen Sensoren Bauteile aus faserverstärkten Kunststoffen überwacht werden können. Auf einem Monitor können Besucher live Veränderungen des Spannungszustands des Flügels mitverfolgen. Darüber hinaus stellen die Aachener Ingenieure Technologien zur Handhabung textiler Halbzeuge, zum Thermoformen von Organoblechen und zum Fräsen und Wasserstrahlschneiden faserverstärkter Kunststoffe vor. Entwicklungen zur Herstellung von Produkten aus Faserverbundwerkstoffen für die Medizintechnik ergänzen das Angebot des Fraunhofer IPT.

Der JEC Europe Innovation Award ist eine Auszeichnung der JEC, der größten Organsiation für die Composite-Branche in Europa. Die JEC zeichnet seit 1998 jedes Jahr weltweit neue Entwicklungen im Bereich von Verbundwerkstoffen und deren Verarbeitung aus. Die Auswahlkriterien für den JEC Innovation Award sind hohe technische Qualität, vorbildliche Partnerschaft innerhalb der Entwicklungskette, Marktpotenzial und Originalität.

Kontakt

Dr.-Ing. Michael Emonts
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Steinbachstraße 17
52074 Aachen
Telefon +49 241 8904-150
michael.emonts@ipt.fraunhofer.de
www.ipt.fraunhofer.de

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