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Tagung: Neurologische Erkrankungen in der Tiermedizin

12.03.2014 - (idw) Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Wissenschaftler diskutieren aktuellen Forschungsstand der Tiermedizin und deren Nutzen für die Humanmedizin. Tiere, insbesondere Hunde, und Menschen können von ähnlichen Erkrankungen betroffen sein. Im Bereich Neurologie sind das beispielsweise Epilepsie oder Rückenmarkserkrankungen durch Bandscheibenvorfälle. Da die Symptome und die molekularen Ursachen bei Hund und Mensch in diesem Bereich vergleichbar sind, liegt es Nahe, wissenschaftliche Erkenntnisse beim Hund auf den Menschen zu übertragen und umgekehrt. In der Forschergruppe 1103 Neurodegeneration und -regeneration bei ZNS-Erkrankungen des Hundes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) arbeiten daher Tierärzte, Biologen und Humanmediziner eng zusammen, um bei Hunden die Mechanismen neurologischer Erkrankungen zu untersuchen. Weitere Ziele ihrer Zusammenarbeit sind, das Potenzial des Zentralnervensystems, sich selbst zu regenerieren, zu verstehen und neue Behandlungsformen zu finden.

Vom 20. bis zum 22. März 2014 veranstaltet die Forschergruppe 1103 an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover im Institut für Pathologie, Bünteweg 2, 301559 Hannover zum zweiten Mal einen internationalen Workshop, um den aktuellen Forschungsstand zu präsentieren und zu diskutieren. Neben neurologischen Erkrankungen geht es in der Veranstaltung zudem um andere, insbesondere unter translationalen Gesichtspunkten wichtige Erkrankungen, aus der Tiermedizin unter Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse und Therapieansätzen. Wir laden, Sie herzlich ein, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Hunde haben in der Tiermedizin einen besonderen Stellenwert. In der Praxis sind sie die größte Patientengruppe. Gleichzeitig sind sie die Tierart, die in der Klinik am häufigsten mit neurologischen Problemen vorgestellt wird. Daher besteht ein hoher Wissens-, Forschungs- und Therapiebedarf. Die Wissenschaftler arbeiten schwerpunktmäßig an drei ausgewählten, beim Hund häufig vorkommenden Erkrankungen: Staupe, Epilepsie und Verletzungen des Rückenmarks. Da diese Erkrankungen viele Parallelen zu Erkrankungen des Menschen zeigen, hoffen die Wissenschaftler, dass die am Hund gewonnenen Ergebnisse auch der Erforschung menschlicher Krankheiten des Zentralnervensystems zugute kommen.

Staupe ist eine Virusinfektion, die zu Gehirnveränderungen bei erkrankten Tieren führen kann und schwer zu heilen ist. Verursacher ist das sogenannte kanine Staupevirus. Da diese Virusinfektion große Übereinstimmungen mit der Multiplen Sklerose beim Menschen aufweist, ist die Erforschung der Erkrankung auch aus humanmedizinischer Sicht interessant. Auch die Erkenntnisse, die aus der Untersuchung von Rückenmarksschäden beim Hund gewonnen werden, können auf den Menschen übertragen werden sie sind ähnlich wie beim Menschen häufig eine Folge von Bandscheibenvorfällen. Epilepsien gehören bei Hund und Mensch zu den häufigsten chronisch-neurologischen Erkrankungen und entwickeln sich oft nach plötzlichen Erkrankungen des Gehirns wie Verletzungen, Entzündungen, Fieberkrämpfen oder Tumoren.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschergruppe Neurodegeneration und -regeneration bei ZNS-Erkrankungen des Hundes seit 2009. Neben der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) sind die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig an dem interdisziplinären Forschungsprogramm beteiligt. Sprecher der Forschergruppe ist Professor Dr. Wolfgang Baumgärtner, Institut für Pathologie der TiHo, sein Stellvertreter ist Professor Dr. Wolfgang Löscher, Institut für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie der TiHo.

Für Journalistinnen und Journalisten ist die Teilnahme kostenlos.

Programm

Donnerstag, 20. März 2014

17.00 bis 18.00 Registrierung
18.30 Empfang

Freitag, 21. März 2014

8.00 bis 8.15
Welcome; G. Greif, TiHo Hannover

8.15 bis 8.30
Presentation of DFG Research Unit 1103; W. Baumgärtner, TiHo Hannover

8.30 bis 9.30
Repairing the CNS - from laboratory to clinic; A.H. Crawford and R. Franklin, University of Cambridge

9.30 bis 10.10
Cell transplantation strategies for repair and regeneration in acute spinal cord injury; C. Radtke, MH Hannover

Targeting the basal ganglia for epilepsy therapy; M. Gernert, TiHo Hannover

10.30 bis 11.30
Extracellular heat shock proteins in neuroinflammatory and neuroimmune responses; M. Oglesbee, Ohio State University

11.30 bis 12.10
Effects of immunomodulation upon neuroinflammation in Theiler's murine encephalomyelitis; A. Beineke, TiHo Hannover

Cellular and neurochemical approaches for enhancing axon regeneration; G. Bicker, TiHo Hannover

12.10 bis 13.00
Nectin4-independent cell-to-cell transmission of a demyelinating CDV strain in primary astrocytes; P. Plattet, Vetsuisse faculty, University of Bern

Transcriptional changes in canine distemper virus-induced demyelinating leukoencephalitis; R. Ulrich, TiHo Hannover

Morbillivirus control of the interferon response: relevance of STAT2 and mda5 but not STAT1 for canine distemper virus virulence in ferrets; I. Gerhauser, TiHo Hannover

14.30 bis 15.30
Mesenchymal stem cell transplantation for spinal cord injury: repair shop or pharmacy?; J. Kocsis, Yale University

15.30 bis 16.30
MSC a potential treatment for demyelinating disease in the CNS; T. Skripuletz, MH Hannover

Pathogenesis of canine spinal cord injury and development of a cell-based therapy; W. Baumgärtner, TiHo Hannover

Concept of a transplantation study using Schwann cells in paraplegic dogs; A. Tipold, V. Stein and N. Steffensen, TiHo Hannover

17.00 bis 19.00
Canine adipose tissue derived mesenchymal stem cells A useful therapeutic option for degenerative diseases of the central nervous system?; N. Jungwirth, TiHo Hannover

The use of autologous bone marrow-derived mesenchymal stem cells following neurogenic differentiation for the treatment of naturally-occured canine spinal cord injury; O. Besalti, Faculty of Veterinary Medicine, Ankara University

Internalin J in cellular infection by Listeria monocytogenes; S. Rupp, Vetsuisse Faculty, University of Bern

Listeria monocytogenes spreads within the brain by intra-axonal migration; A. Oevermann, Vetsuisse Faculty, University of Bern

Schmallenberg virus: pathology of a new arthropod-borne virus in Germany; V. Herder, TiHo Hannover

Pharmacological modulation of the endocannabinoid system: Impact of 2-arachidonoylglycerol on epileptic seizures in a mouse model of temporal lobe epilepsy; E.-L. von Rüden, LMU Munich

Hippocampal sclerosis in feline epilepsy: prevalence, clinical and aetiopathologic correlates; E. Wagner, LMU Munich

Characterization and modification of the focal kainate model in mice as a suitable model for studies on antiepileptogenesis; F. Twele, TiHo Hannover

Long-lasting anticonvulsant effects by chronic focal delivery of the antiepileptic drug vigabatrin into the subthalamic nucleus in an acute seizure model in rats; L. Gey, TiHo Hannover


Bioavailability of the antiepileptic drug phenobarbital following oral administration of two pharmaceutical formulations (Phenoleptil®, Luminal® vet) in dogs; M. Bankstahl, TiHo Hannover

Neuronal TNF overexpression and infection with the neurotropic Borna disease virus as trigger for epileptic seizures; C. Herden, Justus-Liebig-University Gießen

Endocannabinoids may influence the cell population in canine cerebrospinal fluid; J. Freundt Revilla, TiHo Hannover

How nanomedicine and nanopharmarcology can contribute to solve problems in veterinary neuroscience; R.
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