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GDCh im Schulterschluss mit Hochschulen - Sparmaßnahmen bieten aber auch Chancen

23.12.2003 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Noch zählen Wissenschaft und Forschung zu den positiven Standortfaktoren Deutschlands. Wird der Qualitätsstandard gehalten werden können, wenn die Länder angesichts leerer Kassen Maßnahmen zur Einsparung ergreifen müssen und davon die deutschen Hochschulen besonders betroffen sind? Studenten und das Hochschulpersonal bis hin zu den Professoren demonstrieren gegen Bildungsabbau. "Wer an Bildung spart, zerstört die Zukunft." Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) äußerte jetzt ihr Verständnis für diese Proteste und stellt sich ebenfalls gegen drastische Sparmaßnahmen. Davon unbenommen sieht die GDCh einen deutlichen Modernisierungs- und Profilierungsbedarf an deutschen Universitäten. Die aktuelle Spardebatte eröffnet auch Chancen für solche Entwicklungen, allerdings nur, wenn die Mittelkürzungen im Rahmen bleiben und nicht mit der Axt oder nach dem Rasenmäherprinzip vorgenommen werden.

Die Hochschulen leiden bereits jetzt unter zu knappen Geldmitteln. Angesichts allgemein erforderlicher Sparmaßnahmen auf Länderebene sollen nun auch die Hochschulen Tribut zollen - ausgerechnet in einem Land, in dem Bildung als hohes Gut gilt und das eine Spitzenstellung in Wissenschaft und Technik halten muss, wenn es nicht im Mittelmaß versinken will. Wenn die Ausbildungsqualität an deutschen Hochschulen nicht gewährleistet wird, wandern die besten Köpfe, die Deutschland so dringend braucht, ins Ausland ab, warnt die GDCh. Dieser Trend hat bereits begonnen - auch und insbesondere in der Chemie - und kann nur umgekehrt werden, wenn die Hochschulen attraktiver werden.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker setzt sich schon seit Jahren für mehr Wettbewerb unter den Hochschulen ein, der die Qualität von Forschung und Lehre sicher verbessern würde. Die besten Hochschulen werden auch die besten Studierenden gewinnen, die Hochschulen sollten sich profilieren und Exzellenzzentren bilden. Sinnvoll eingesetzt, könnte finanzieller Druck hier Hilfestellung geben, wenn dadurch verkrustete Strukturen aufgebrochen und Redundanzen in der deutschen Hochschullandschaft abgebaut würden. Schließung von Studiengängen, Fachbereichen oder sogar wenig frequentierten Hochschulstandorten könnten mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und die Profilbildung zu verbessern, berechtigt sein. Die deutschen Hochschulen müssen aber insgesamt eher mehr als weniger Studienplätze als bisher zur Verfügung stellen, denn Deutschland hat im internationalen Vergleich schon jetzt weniger Studierende und damit in einigen Beschäftigungsbereichen einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Politik und Industrie fordern jedenfalls immer dringlicher mehr und besser ausgebildete Hochschulabsolventen. Die GDCh macht ferner darauf aufmerksam, dass dringend erforderliche Studienreformen nicht dem Rotstift zum Opfer fallen dürfen wie z. B. die Einführung von international vergleichbaren Bachelor- und Masterstudiengängen mit hohen Qualitätsstandards oder auch die Einführung von Multimedia in den Studiengängen.
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