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Hochschulpolitische Grüße aus der RUB: Danke, frohe Festtage und alles Gute für 2004

23.12.2003 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 22.12.2003
Nr. 394


Danke,
frohe Festtage und
alles Gute für 2004


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich Ihnen ein frohes Fest und ein glückliches neues Jahr 2004. Zugleich danke ich Ihnen für Ihre publizistische Begleitung im Jahr 2003. Ihre wohlwollende publizistische Aufmerksamkeit ist uns eine große Hilfe - in einer Zeit, in der von allen Seiten der Druck auf die Hochschulen und ihre Studierenden zunimmt, nicht weil sie schlecht, reformunwillig oder faul sind, sondern weil der Staat - Bund und Länder - nicht willens bzw. in der Lage sind, das Bildungssystem in einer für die Zukunft Deutschlands notwendigen Weise zu erhalten, geschweige denn auszubauen.

Kürzungen ohne Ende

Das Jahr 2003 endet in vielen Ländern der Bundesrepublik mit Protesten von Studierenden und Lehrenden gleichermaßen angesichts einschneidender Kürzungen, wie etwa in Berlin, Hessen, Niedersachsen und selbst im reichen Bayern. Dass in Nordrhein-Westfalen nicht - oder noch nicht wieder? - gestreikt wird, hängt vielleicht damit zusammen, dass hier die Kürzungen kontinuierlicher erfolgten und dass die Radikalität der noch bevorstehenden Änderungen von den meisten Akteuren noch nicht begriffen ist. Während die Hochschulen in NRW nach dem 1999 abgeschlossenen Qualitätspakt weiterhin kräftig Stellen abbauen - das Land seine Investitionsverpflichtungen aber nicht erfüllt! - stehen die nächsten Kürzungsprogramme schon vor der Tür: Das NRW-Hochschulkonzept 2010 erzwingt weiteren Stellenabbau insbesondere in den kostspieligen und unterausgelasteten Fächern Chemie, Physik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen sowie Elektro- und Informationstechnik; auch die Ausweitung der Arbeitszeit im Öffentlichen Dienst ist nur ein verkapptes Stellenabbauprogramm; und noch dicker kommt es dann ab 2006 mit dem Globalhaushalt: Bei dem gilt es inzwischen als offenes Geheimnis, dass die vorgesehenen Zuschüsse nur zu 95 Prozent die Stellen ausfinanzieren werden - die Hochschulen werden also zu weiteren Kürzungen gezwungen sein.

Entscheidende Jahre stehen uns bevor

Mit Fug und Recht kann man davon ausgehen, dass die nächsten Jahre in einem Maße die Zukunft der Ruhr-Universität Bochum entscheiden werden wie vielleicht noch keine Periode in der jungen Geschichte dieser größten und wichtigsten Hochschule im Ruhrgebiet. Lamentieren hilft nicht. Wir stehen vor großen Herausforderungen - und diese sind zugleich als Chancen zu begreifen. Das Rektorat hat daher mit Tatkraft und Zuversicht begonnen, die Zukunft der Ruhr-Universität mit Augenmaß und Autonomie zu gestalten. Die vielleicht größte Chance, die es zu ergreifen gilt, ist die etwa acht- bis zehnjährige Generalsanierung des Bochumer Universitätscampus voraussichtlich ab 2006. Darüber hinaus wird 2005 eine neue Zielvereinbarung mit dem Ministerium für Wissenschaft und Forschung zu schließen sein. So steht die Ruhr-Universität vor der Umsetzung eines Entwicklungskonzeptes und eines Standortkonzeptes, die sie in den nächsten 10 Jahren beschäftigen werden. Dabei wird es darum gehen, vorhandene Stärken weiter auszubauen und erkannte Schwächen entschieden zu bekämpfen, eventuell sogar leistungsschwache Einrichtungen zur Disposition zu stellen. Ziel wird es dabei sein, die noch immer zu schwache Absolventenquote unserer Studiengänge zu steigern und weitere Finanzquellen für die Forschung zu erschließen.

Eine Uni für Schüler ...

Dass die Ruhr-Universität reformbereit und reformwillig ist, haben die letzten Jahre deutlich gezeigt: Sie gilt als die Hochschule in der Bundesrepublik, die am weitesten die Umsetzung von flächendecken Bachelor-/Master-Studiengängen betrieben hat - zum Wohle ihrer Studierenden. Diese Reformen gilt es weiterhin zu konsolidieren, um die Studiengänge noch studierbarer zu machen. Die Attraktivität der Ruhr-Universität macht auch die "SchülerUni Bochum" aus, die sich mittlerweile erfolgreich etabliert hat, sowie das große Schülerlabor, das mit Hilfe der Krupp-Stiftung soeben fertiggestellt und bald offiziell eröffnet wird. Während in der "SchülerUni" besonders leistungsstarke und hochmotivierte Schülerinnen und Schüler die Chance haben, neben ihrem Schulbesuch bereits in ausgewählten Vorlesungen und Seminaren der RUB Leistungsnachweise zu erwerben, die ihnen später im Studium anerkannt werden, will die RUB mit dem Schülerlabor eine Brücke schlagen zwischen Schulwissen und aktueller Forschung und den Schülern die Orientierung bei der späteren Studienwahl erleichtern. Keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zur Schule zu sein, ist das Ziel dieses Schülerlabors.

... und für erfolgreiche Forscher

Erfolgreiche Studienbedingungen beruhen nicht zuletzt auf den Schultern erfolgreicher Wissenschaftler. Die Ruhr-Universität Bochum gehört zu den großen, leistungsfähigen deutschen Universitäten. In den Natur- und Biomedizinwissenschaften gehört sie laut neuestem Ranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu den zehn Leistungsstärksten, auch in den Ingenieurwissenschaften ist sie knapp daran. Zehn DFG-Sonderforschungsbereiche (an drei weiteren sind Bochumer Wissenschaftler beteiligt), drei DFG-Forschergruppen, 15 Graduiertenkollegs (einschl. Beteiligungen), drei international ausgerichtete Graduate Schools, sechs weitere Centers of Excellence und gut 65 Mio. Euro Drittmittel zeugen von dieser Leistungsfähigkeit.

Rahmenbedingungen müssen stimmen

Damit die Qualität von Forschung und Lehre erhalten und ausgebaut werden kann, muss man gleichermaßen selbst daran arbeiten wie von der Politik vernünftige Rahmenbedingungen erwarten können. Die RUB erweist sich seit Jahren alles in allem als innovativ und reformbereit, und sie wird immer für realisierbare, vernünftige Reformideen auch in der Zukunft kämpfen. Allerdings muss sie dafür von der Politik entsprechende Rahmenbedingungen erwarten können - diese gilt es weiter zu verbessern, um den Hochschulen Planungssicherheit sowie ausreichende Ressourcen zu garantieren.

idw - und in eigener Sache

Noch ein Satz in eigener Sache: Für Sie, unsere Ansprechpartner in den Medien, haben wir - die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Bayreuth und die TU Clausthal - in den letzten nunmehr neun Jahren den "Informationsdienst Wissenschaft" (idw) aufgebaut und betrieben. Sie, die Journalisten, nehmen diese Wissenschaftsnachrichtenagentur ebenso sehr gut an und nutzen sie mit zunehmender Tendenz wie unsere Kolleginnen und Kollegen in den Pressestellen. Mit seinen inzwischen mehr als 550 Mitgliedern (Hochschulen und Forschungseinrichtungen), weit über 25.000 Abonnenten von Pressemitteilungen, darunter weit mehr als 5.500 Journalisten, ist er die deutschsprachige Wissenschaftsnachrichtenagentur. Das erfüllt uns, seine Betreiber, mit Stolz; wir begreifen das aber auch als Verpflichtung, den Dienst weiter auszubauen und zu verbessern. Deshalb stehen 2004 einige Änderungen im idw bevor, die sowohl den Journalisten als auch den Kollegen in den Pressestellen gleichermaßen zugute kommen werden.

Auf gute Zusammenarbeit im nächsten Jahr

Für die RUB hoffe ich mit meinen Mitarbeitern auf Ihre weitere publizistische Aufmerksamkeit auch im nächsten Jahr, und wir freuen uns auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Mit kollegialen Grüßen


Dr. Josef König
für das Team der Pressestelle
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