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Max-Planck-Forschungsgruppe an der Universität Kiel

14.03.2014 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Was kommt nach der Exzellenzinitiative? Im Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD die Förderung strategischer Profile und Kooperationen im Wissenschaftssystem als ein Kernanliegen formuliert. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG) haben auf dieser Grundlage jetzt eine neue Form in ihrer Zusammenarbeit begründet. Am Freitag, den 14. März, unterzeichneten Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Professorin Waltraud Wara Wende, der Vizepräsident der MPG, Professor Herbert Jäckle, sowie CAU-Präsident Professor Gerhard Fouquet in Berlin einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Erstmalig haben beide Wissenschaftsinstitutionen jetzt nach dem Kieler Modell mit Professorin Eva Stukenbrock gemeinsam eine Leiterin einer Max-Planck-Forschungsgruppe an der Universität berufen. Sie wird im Bereich des sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelnden Forschungsfeldes Environmental Genomics aktiv sein. Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Umwelt, in der wir leben, unsere Gene beeinflusst. Wie genau diese gegenseitige Beeinflussung funktioniert und in welchen Zeiträumen sie sich vollzieht, wollen CAU und MPG künftig gemeinsam erforschen. Im Gegensatz zu bislang üblichen gemeinsamen Berufungen handelt es sich im vorliegenden Fall um eine partnerschaftlich international besetzte Universitätsprofessur mit dem Status eines Max-Planck-Fellows. Die Berufung wird deshalb vom Land Schleswig-Holstein mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 5 Millionen Euro und von der MPG mit einem Fellowship in Höhe von 1 Million Euro unterstützt.

Inhaltlich entspinnt sich die Kooperation zwischen dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön (MPI Plön) und dem Schwerpunkt Lebenswissenschaften an der CAU. Das MPI Plön besteht aus den drei Abteilungen Evolutionsökologie, Evolutionsgenetik und Evolutionstheorie (im Aufbau). Es betreibt Grundlagenforschung, um grundlegende evolutionsbiologische Prozesse zu erklären, wie etwa ökologische Anpassungen, Entstehung der Sexualität oder Evolution von Kooperation. Die Einrichtung der Arbeitsgruppe Environmental Genomics komplementiert diese Forschungsrichtung des Instituts in idealer Weise, beschreibt Professor Diethard Tautz, Direktor am Institut, die Bedeutung der Kooperation.

Die Max-Planck-Forschungsgruppe an der Universität Kiel um Professorin Eva Stukenbrock wird dabei räumlich und organisatorisch in der Sektion Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät beheimatet sein. Als Max-Planck-Fellow ist die Biologin gleichzeitig mit dem MPI Plön eng verbunden, wo auch ein Teil ihrer Arbeitsgruppe tätig sein wird. Durch diese personelle Schnittstelle entsteht eine vertiefte inhaltliche Verbindung beider Institutionen. Professorin Eva Stukenbrock sagte dazu: Der Kern der Environmental Genomics ist es, unterschiedliche Bereiche der Biologie wie Evolutionsbiologie, Ökologie, Genetik und wie im vorliegenden Fall die Molekularbiologie in einem Gesamtzusammenhang zu setzen. Die wissenschaftlichen Voraussetzungen für ein solches Projekt sind in Kiel und Plön hervorragend. In Plön können wir große Datenmengen im Bereich Evolutionstheorie analysieren. In Kiel stehen uns die Ressourcen und Gebäude zur Verfügung, um zu beschreiben, wie sich Evolution in unserem Modell vollzieht.

Wissenschaftsministerin Wende dankte der MPG anlässlich der Vertragsunterzeichnung für ihr Engagement in Schleswig-Holstein. Die Universität Kiel habe sich mit ihrem Schwerpunkt in den Lebenswissenschaften erfolgreich in der Wissenschaftslandschaft positioniert. Durch die Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft eröffnen sich der Universität weitere Chancen, hob die Ministerin hervor. Besonders freue sie, dass es gelungen sei, eine herausragende junge Wissenschaftlerin für die Leitung zu gewinnen.

MPG-Vizepräsident Jäckle betonte: Die gemeinsamen Interessen der MPG und der CAU im Bereich der Evolutionsbiologie drücken sich neben dieser neuen Initiative zur Environmental Genomics auch in einem bereits etablierten Schwerpunkt zu Evolutionary Medicine aus. Damit entsteht in Schleswig-Holstein jetzt ein gemeinsames Zentrum evolutionsbiologischer Forschung von weltweiter Bedeutung, von dem auch praktische Rückwirkungen auf grundlegende Themen der Umweltforschung und Medizin zu erwarten sind. Davon profitiert insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs in der gemeinsamen Graduiertenschule Evolutionary Biology.

Auch CAU-Präsident Fouquet sprach von einem guten Tag für die Zusammenarbeit erfolgreicher Wissenschaftsakteure. Uns kommt nun zugute, dass wir uns als Universität verbundener Wissenschaftskulturen in den vergangenen Jahren sowohl in den Meeres-, Material-, Kultur- als auch den Lebenswissenschaften intensiv um eine Profilbildung bemüht haben. Das macht uns Kieler in diesen Bereichen innovativ und für viele nationale und internationale Partner der Spitzenforschung interessant. Wir sind deshalb heute alle sehr stolz auf diesen Erfolg.

Das Thema Environmental Genomics hat sich in den letzten Jahren interdisziplinär aus den Fortschritten der evolutionsbiologischen, ökologischen und genomischen Forschung entwickelt. Mit der Kombination verschiedener Disziplinen und Perspektiven lassen sich tiefe Einblicke in die Dynamik der Interaktion von Organismen mit ihrer Umwelt erlangen. Die Arbeiten unserer neuen Kollegin zur Evolution von pflanzenpathogenen Pilzen erweitern das thematische Spektrum unserer gemeinsamen Arbeit um sehr wesentliche Aspekte. Wir freuen uns schon sehr auf die gemeinsame Arbeit mit ihr, ergänzte der Sprecher des Schwerpunktes Life Sciences an der Universität Kiel, Professor Thomas Bosch.

Pressekontakt:

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel,
Presse, Kommunikation und Marketing,
Dr. Boris Pawlowski, Telefon: (0431) 880-2104, E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de, Internet: www.uni-kiel.de

Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.,
Wissenschafts- und Unternehmenskommunikation,
Dr. Christina Beck, Telefon: (089) 2108-1275, E-Mail: christina.beck@gv.mpg.de, Internet: www.mpg.de Weitere Informationen:http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2014-076-mpg-kieler-modell
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