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Im Mai startet die größte deutsche Gesundheitsstudie auch an der Universitätsmedizin Greifswald

18.03.2014 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Nationale Kohorte - Forschung zum Mitmachen

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft ist das Motto der Nationale Kohorte (NaKo), der größten Gesundheitsstudie Deutschlands. Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollen bundesweit 200.000 Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren (s. Anlage) bundesweit medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und sozialem Umfeld befragt werden. Ziel ist es, Ursachen und Risikofaktoren der wichtigsten Volkskrankheiten zu untersuchen. Das sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen. Die NaKo befasst sich intensiv mit der Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank, fasste Sabine Schipf zusammen, die nordostdeutsche Projektmanagerin der Studie. Die Wissenschaftler wollen ermitteln, wie man die Krankheiten früher erkennen und sich besser schützen kann. Auch in Neustrelitz, dem Studienzentrum der Greifswalder Universitätsmedizin, nimmt die NaKo langsam Fahrt auf. In den nächsten Tagen und Wochen erhalten die ersten mithilfe des Einwohnermeldeamtes zufällig ausgewählten Bürger aus Neustrelitz und Umgebung ihre Einladungen zur Teilnahme an der Studie.

Das Untersuchungsprogramm beinhaltet Befragungen zur Lebensweise, zu Vorerkrankungen und zu gesundheitlichen Faktoren. Es werden Messungen wie Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Blutdruck, EKG, Handgreifkraft und körperliche Aktivität durchgeführt. Der Zahnstatus, der Zuckerstoffwechsel und die Lungenfunktion werden untersucht sowie Aufmerksamkeits- und Gedächtnistests durchgeführt. Im Labor werden Blut- und Cholesterinwerte bestimmt. Die Untersuchungsergebnisse werden den Teilnehmern, sofern sie es wünschen, zur Verfügung gestellt.

Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voran zu bringen, so dass wir - vielleicht nicht hier und heute, aber doch langfristig einem gesünderen Deutschland entgegen sehen können. Auch wir, die Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern, werden von den Forschungsergebnissen profitieren können, appellierte Schipf an die Bereitschaft der auserwählten Teilnehmer. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Hintergrund
Viele Menschen in Deutschland sind durch chronische Krankheiten in ihrem Leben eingeschränkt. Erkrankungen wie Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, Diabetes, Krebs, neurologische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Allergien und Infektionskrankheiten sind weit verbreitet. Deshalb werden im Rahmen der Nationalen Kohorte insgesamt 200.000 Teilnehmer im Alter von 20 bis 69 Jahren in einer Laufzeit von mindestens zehn Jahren untersucht. So kann man zeigen, welche Faktoren dazu führen, dass manche Menschen häufiger erkranken als andere. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für die Weiterentwicklung der zukünftigen medizinischen Versorgung innerhalb Deutschlands und können helfen, die Prävention, Früherkennung und Ursachenbekämpfung von wichtigen Volkskrankheiten in Deutschland zu verbessern.

Mit der Nationalen Kohorte sollen wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, um Krankheiten zukünftig möglichst zu vermeiden oder frühzeitig erkennen zu können. Alle Untersuchungen werden mit dem Ziel durchgeführt, den Gesundheitszustand einer großen Gruppe von Menschen zu beobachten (eine so genannte Kohorte), die über die Einwohnermeldeämter nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Diese Kohorte soll über viele Jahre beobachtet werden, um auch die langfristigen Veränderungen im Gesundheitszustand der Bevölkerung erforschen zu können.


Universitätsmedizin Greifswald
Institut für Community Medicine
Studienleiter: Prof. Dr. Henry Völzke
Walter Rathenau Str. 48, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-75 41 oder 86 19 658
E voelzke@uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de
http://www.facebook.com/UnimedizinGreifswald
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