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"Ich bin immer noch mit Begeisterung und Liebe hier"

24.12.2003 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer lehrt und forscht seit 20 Jahren an der Universität Witten/Herdecke (UWH) und ist seit 1997 Inhaber des ersten und noch immer einzigen Lehrstuhls für MikroTherapie weltweit

Sie kommen aus den USA, Japan, Australien und anderen Ländern, um seine innovativen medizinischen Methoden zu studieren, und fast monatlich erhält er attraktive Angebote aus der ganzen Welt: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Wittener Lehrstuhlinhaber für Radiologie und MikroTherapie und Gründer des in Bochum ansässigen Grönemeyer Instituts für MikroTherapie, ist dem Ruhrgebiet dennoch treu geblieben. Dass dies so ist und auch so bleibt, liegt nicht nur an seinen familiären Bochumer Wurzeln und seiner ausgeprägten Liebe zum Ruhrgebiet, sondern auch an seiner besonderen Bindung an die Universität Witten/Herdecke, wie er in einem Interview anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums an der UWH bekennt: "Ich bin immer noch mit Begeisterung und Liebe hier. Was mich von Anfang an beeindruckte, ist die Offenheit und Kreativität. Es ist eine besondere Stärke der Universität Witten/Herdecke, dass in ihr eine Vielfalt wissenschaftlicher Ansätze möglich ist, ohne dass es zu dogmatisch wird. Außerdem bin ich begeistert, dass die UWH Schrittmacherfunktion hat für Hochschulreformen in Deutschland vom Mentorenfirmenkonzept in der Wirtschaftsfakultät bis zum 'Bedside Teaching' vom ersten Tag an in der Medizin."

"Mann der ersten Stunde"

Als Mann der ersten Stunde in Witten war Dietrich Grönemeyer wie viele andere Dozenten "frustriert von der Behäbigkeit des staatlichen Hochschulsystems und dem ausgeprägten Dogmatismus und Hierarchiedenken in der Medizin." Der heute Fünfzigjährige wechselte 1984 von Kiel nach Witten an die damals gerade gegründete Universität. 13 Jahre später wurde er auf den frisch geschaffenen Lehrstuhl für Radiologie und MikroTherapie berufen. Ungewöhnlich in der Medizin: ein vorwiegend ambulant tätiger operativer Lehrstuhl, der sich zudem noch wie ein Unternehmen selbst finanziert. Seitdem arbeitet Dietrich Grönemeyer mit Beharrlichkeit gegen die Ressentiments der Schulmedizin und an der Synthese zwischen High-Tech-Medizin und der Naturheilkunde, besonders der Traditionellen Chinesischen Medizin - eine weltweit einzigartige Verbindung. "Für die Entwicklung und Etablierung dieses Ansatzes und der Mikrotherapie hat mir die Universität ein optimales Umfeld geboten", erklärt der Ausnahmemediziner, der im letzten Jahr eine späte Genugtuung erfuhr: Seine "Mikrotherapie" wurde erstmals in den "Pschyrembel", den Duden der Mediziner, aufgenommen.

"Gegen die Übermacht der Staatsuniversitäten"

Im Rückblick ist Dietrich Grönemeyer vor allem einem Menschen besonders dankbar: Dr. Konrad Schily, zum 31.12.2003 scheidender Präsident der Universität Witten/Herdecke: "Was uns in Witten auch unterscheidet, ist, dass wir fast zwei Jahrzehnte lang einen Mann an der Spitze hatten, der von dem überzeugt war, was er tut: Nämlich gegen die Übermacht der Staatsuniversitäten und gegen eine Jahrhunderte alte Tradition eine private hinzustellen. Wenn er es nicht gemacht hätte, hätte es keiner gemacht und die wissenschaftliche Landschaft wäre ärmer." Schily sei es auch gewesen, der "zusammen mit mir schon sehr früh das Potenzial von High-Tech-Medizin, hier besonders der Radiologie und Mikromedizin, für die weitere Entwicklung der Universität Witten/Herdecke erkannt und den Weg für die Verwirklichung eines Lehrstuhls für Mikrotherapie geebnet hat."

Gesundheitswirtschaft an der UWH: Eine Vision für das Ruhrgebiet

Für die weitere Entwicklung der Universität Witten/Herdecke hat Dietrich Grönemeyer eine Vision: Er sieht die UWH vor dem Hintergrund verstärkter Kooperationen zwischen den Ruhrgebietsuniversitäten schon als Motor für die Verwirklichung der Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik, Bio- und Mikrotechnologie im Ruhrgebiet, mit Strahlkraft weit über die Region hinaus (Stichwort: "Med. in Germany"). Ein Anfang dafür sei bereits gemacht: "Ich war Mitinitiator, dass die UWH zusammen mit der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen den Verein 'BioMedTec Ruhr gründet.'" Der Zusammenschluss bündelt Aktivitäten im Bereich Medizintechnik im Ruhrgebiet, um medizinische Themen zu fokussieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Schrittmacherfunktion spricht Dietrich Grönemeyer der UWH auch bei der Verwirklichung ambulanter medizinischer Versorgungsmodelle zu, wie sie zur Zeit in Deutschland gefordert werden. "Der nächste Schritt ist die Schaffung ambulant-stationärer Netzwerke. Wir könnten der Bundespolitik zeigen, wie es geht. Denn die UWH verfügt hier bereits über funktionierende Modelle, ein großes ambulantes Netzwerk und eine lange Praxis - auch in meinem Institut."

Für seinen innovativen Beitrag im Kampf gegen Krebs wurde Dietrich Grönemeyer am 22. Oktober 2003 mit dem "World Future Award" ausgezeichnet - eine internationale Ehrung, die ihm aus der Hand von Michail Gorbatschow verliehen wurde.

Kontakt: Grönemeyer Institut für MikroTherapie, Tel.: 0234/9780-113

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