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Neuland mit Arrabal-Übersetzung erschlossen

24.12.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Internetprojekt am Institut für Romanistik der Universität Jena präsentiert Avantgarde-Dichter


Fernando Arrabal (l.) bei seinem Besuch an der Universität Jena gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Wentzlaff-Eggebert. (Foto: Scheere/FSU-Fotozentrum) Jena (23.12.03) "Er ist ein radikaler Vertreter individueller Freiheiten, was sich in seiner Art zu leben und seinem Schaffen gleichermaßen manifestiert." Mit diesen Worten beschreibt Prof. Dr. Harald Wentzlaff-Eggebert von der Universität Jena den Autor Fernando Arrabal. Der eigenwillige Spanier, der als Theaterautor weltberühmt ist, hat in den letzten 20 Jahren auch acht Romane publiziert. Nur zwei von ihnen liegen aber derzeit in deutscher Sprache vor. Eine Gruppe Jenaer Romanistik-Studenten um Prof. Wentzlaff-Eggebert hat nun die ersten Kapitel drei weiterer Romane und eine Gedichtsammlung übersetzt - die damit erstmals in deutscher Sprache zugänglich sind. Im Rahmen des Internetprojektes "Fernando Arrabal als Lyriker und Romancier" kann nun auch die breite Öffentlichkeit auf der Internetseite http://www.romanistik.uni-jena.de/arrabal/ dieses literarische Neuland erschließen.

Das Projekt betrifft konkret die Sammlung mit Insektengedichten "Bescheidene Paradiese" sowie die Romane "Der erleuchtete Stein", "King Kongs Tochter" und "Der extravagante Kreuzzug eines verliebten Kastraten". "Durch die Nutzung des Mediums Internet kann nicht nur die Lehre über die Universität hinaus wirken, sondern auch der Dialog zwischen Literaturwissenschaftlern und Lesern gefördert werden", erläutert Wentzlaff-Eggebert den Hintergrund seines Vorhabens. Ergänzt werden die Übersetzungen durch literaturwissenschaftliche Analysen, die zum Teil in persönlicher Zusammenarbeit mit Arrabal entstanden sind. "Allem vorangestellt ist eine knappe Einführung in sein Schaffen im Allgemeinen und sein literarisches Werk im Besonderen", erklärt der Jenaer Romanist.

Arrabal, der seit 1955 in Frankreich lebt, wurde in den 60er Jahren als eigenwilliger Vertreter des so genannten "Theaters des Absurden" berühmt und vielfach ausgezeichnet. Er gilt als Universalgenie, das sich neben der Schriftstellerei in allen drei Gattungen auch auf den Gebieten Malerei, Fotografie, Kunstgeschichte, Filmregie und Schach hervorgetan hat. Er ist ein unerschrockener Autor, der u. a. eine Reihe von offenen, provokanten Briefen an politische Führer wie Franco, Fidel Castro, Juan Carlos I. oder José Mariá Aznar verfasste. "Arrabal selbst betont, dass er sich als spanischer Autor versteht, der auch in Spanien publizieren wolle, dort aber von einem Teil der Medien immer noch geächtet werde", erzählt Wentzlaff-Eggebert.

Der spanische Avantgarde-Autor, der gerade wieder den nationalen spanischen Theaterpreis erhielt, besuchte 2002 die Jenaer Romanisten und las aus seinen Romanen. Während dieses Besuchs bei der Jenaer Arbeitsgruppe wurde er von einem ARTE-Fernsehteam begleitet. Das Feature wird voraussichtlich im Januar 2004 ausgestrahlt.

Kontakt:
Prof. Dr. Harald Wentzlaff-Eggebert
Institut für Romanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944620
Fax: 03641 / 944622
E-Mail: harald.wentzlaff-eggebert@uni-jena.de
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