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Lebend-Transplantation im Universitätsklinikum

24.12.2003 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Am Universitätsklinikum Bonn hat jetzt eine Mutter ihrer Tochter das wohl außerordentlichste Weihnachtsgeschenk gemacht: Die 58-Jährige spendete ihrem Kind einen großen Teil ihrer Leber. Die Bonner Uni-Chirurgen entnahmen der Spenderin den kompletten rechten Leberlappen und setzten ihn der 36-jährigen Tochter ein. Die Organspenderin und die Empfängerin - selbst Mutter zweier Kinder - sind eine Woche nach dem Eingriff wohlauf. Die Leber-Lebendspende-Transplantation war der erste Eingriff dieser Art in Bonn. Seit wenigen Jahren wird dieses Verfahren schon in Berlin, Essen, Hamburg und Hannover durchgeführt.

Professor Dr. Andreas Hirner, Direktor der Chirurgie am Universitätsklinikum, leitete den langen und komplexen Eingriff zusammen mit den Oberärzten Dr. Martin Wolff und Dr. Jörg Kalff. Dabei wurden der Mutter 900 Gramm Lebergewebe entfernt - ein Verlust auf Zeit: "Die Leber wächst im Gegensatz zu anderen Organen wieder nach," sagt Professor Hirner. Schon nach wenigen Monaten wird die Leber wieder ihre ursprüngliche Größe erreichen.

"Eine solche Operation bedarf einer Vorbereitung von bis zu sechs Wochen", erklärt Professor Hirner. Die Mediziner stellen dabei sicher, dass Spenderin und deren Leber kerngesund sind. Parallel sind die Gefahren und die psychologischen Aspekte des Eingriffs Thema zahlreicher Gespräche mit Mutter und Tochter. Und schließlich klärt eine unabhängige Ethikkommission, dass keine finanziellen Abhängigkeiten zwischen Mutter und Tochter bestehen.

In Deutschland herrscht ein akuter Organmangel. Viele Patienten haben aber keine Zeit mehr, auf eine Spender-Leber zu warten. Einziger Ausweg: Enge Verwandte oder der Ehepartner geben ein Stück ihrer Leber. Jede zehnte Lebertransplantation in Deutschland ist eine solche Lebend-Spende.

Sieben Tage nach der Transplantation sind Mutter und Tochter wohl auf. "Für mich war es gar kein Thema einen Teil meiner Leber zu spenden", sagt die Mutter der Empfängerin strahlend. Auch ihre Tochter ist erleichtert, dass beide alles gut überstanden haben: "Ich bin froh, dass es meiner Mutter gut geht. Wir haben großes Vertrauen in alle hier im Universitätsklinikum."

Ansprechpartner:
Professor Dr. Andreas Hirner
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Zhorax- und Gefäßchirurgie
des Universitätsklinikums Bonn
Telefon: 0228/287-5215
E-Mail: hirner@chir.uni-bonn.de
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