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Die EEG-Umlage steigt, die Akzeptanz schwindet

20.03.2014 - (idw) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

Obwohl 85% der deutschen Bevölkerung es grundsätzlich als richtig ansehen, erneuerbare Energien zu fördern, sind nur knapp 50% bereit, auch mehr für grünen Strom zu bezahlen. Von diesen ist wiederum nur die Hälfte bereit, mehr als 6 Cent pro kWh zusätzlich für grünen Strom zu zahlen. Die Steigerung der EEG-Umlage auf 6,24 Cent pro kWh wird also offenbar von der Mehrheit der Bevölkerung nicht unterstützt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vom RWI vorgenommene Auswertung von forsa-Umfragedaten. Laut einer repräsentativen Befragung deutscher Haushalte sprechen sich 85% der befragten Haushaltsvorstände für eine Förderung von erneuerbaren Energien aus. Mit jeweils rund 87% werden insbesondere die Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windenergie stark befürwortet, während die Kernenergie von knapp 73% der Befragten mehr oder weniger stark abgelehnt wird. Vor dem Hintergrund der Kostenbelastung durch die Förderung erneuerbarer Energien antworten allerdings nur knapp 50% der befragten Personen, dass sie grundsätzlich bereit sind, für Strom aus erneuerbaren Energien mehr zu zahlen als für Strom aus konventionellen Energieträgern. Etwa 42% der Befragten würden nicht mehr bezahlen und knapp 8% geben an, dass sie weniger zu zahlen bereit sind. Von den knapp 50% der Befragten, die höhere Kosten für Erneuerbare akzeptieren, ist wiederum nur die Hälfte bereit, mehr als 6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zusätzlich zu zahlen, um den aktuellen Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von rund 25% zu finanzieren. Nach diesen Ergebnissen wird die Erhöhung der EEG-Umlage auf 6,24 Cent pro kWh von der Mehrheit der Bevölkerung nicht unterstützt.

Unter den Haushaltsvorständen, die sich für eine Förderung der Erneuerbaren aussprechen, gaben knapp 57% als wichtigsten Grund die Unabhängigkeit von nicht-regenerierbaren Ressourcen an. Für knapp 26% ist die Vermeidung von Treibhausgasen der wichtigste Grund. Die Bereitschaft, mehr Geld für Strom aus erneuerbaren Energien zu bezahlen, ist offenbar auch abhängig vom Bildungshintergrund: während von den befragten Haushaltsvorständen mit einem Haupt- oder Volksschulabschluss knapp 42% eine grundsätzlich höhere Zahlungsbereitschaft für Strom aus erneuerbaren Energien angaben, waren es bei Haushaltsvorständen mit Abitur gut 63%.

Jeder Zweite hat noch nie den Stromanbieter gewechselt

Im Rahmen der Studie wurden die Haushalte unter anderem auch zu Stromversorgung und Stromanbieterwechseln befragt. Als wichtigsten Grund für die Wahl des Stromanbieters gaben knapp 29% der Haushalte eine preisgünstige Stromversorgung an, knapp 21% nannten eine Strompreisgarantie. Kein Strom aus Atomenergie war nur bei gut 6% der Befragten das Hauptkriterium bei der Wahl des Stromanbieters. Gut 50% der befragten Haushaltsvorstände gaben an, noch nie den Stromanbieter gewechselt zu haben. Knapp 21% haben den Anbieter bereits einmal gewechselt, knapp 23% bereits mehrmals.

Die Befragung von gut 6 500 Haushalten im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes Evaluating Climate Mitigation and Adaptation Policies (EVAL-MAP) wurde vom Umfrageinstitut forsa durchgeführt. Konzipiert wurde die Befragung vom Rheinisch-Westfälischen-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). Dies geschah in Kooperation mit den Projektpartnern von der Ruhr-Universität Bochum, dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Kassel. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei rund 53 Jahren, von den antwortenden Haushaltsvorständen waren zwei Drittel männlich. Die durchschnittliche Haushaltsgröße lag bei 2,2 Personen.


Ihre Ansprechpartner dazu:
Prof. Dr. Manuel Frondel, Tel.: (0201) 8149-204
Katharina Brach (Pressestelle), Tel.: (0201) 8149-244 Weitere Informationen:http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/umwelt-und-ressourcen/projekte/ev... - Ergebnisse des Projekts EVAL-MAPhttp://www.rwi-essen.de/presse/ - Die komplette Pressemitteilung inklusive Link zur Studie
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