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Fachkräftemangel in Krankenhäusern? Magnetphilosophie bietet neuen Führungs-/Organisationsansatz

24.03.2014 - (idw) HHL Leipzig Graduate School of Management

Medizinökonom Prof. Dr. Dr. von Eiff von der HHL Leipzig Graduate School of Management: Innovatives Konzept des Magnethospitals aus den USA rückt Patienten und Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Aufgrund ihres Nutzeneffektes sollte die Magnetphilosophie auch in Deutschland eingeführt werden. / Studienreise zu einem Magnethospital nach Phoenix/Arizona vom 21. bis 25. Juli 2014 Der zunehmende Mangel an qualifiziertem Pflegekräften und Ärzten zwingt die Krankenhäuser zu innovativen Konzepten des Personalmanagements, um Mitarbeiter anzuwerben sowie langfristig zu binden. Ziel ist die Sicherstellung der medizinischen Qualität und das Erreichen von Patientenzufriedenheit. Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor des Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management, regt an, das bereits in den USA erfolgreich praktizierte Konzept des Magnet Hospitals auch in deutschen Krankenhäusern einzuführen.

Im Fokus: Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit

Der amerikanische Ansatz eines Magnetkrankenhauses bezieht sich originär auf medizinische Einrichtungen, in denen Pflegekräfte mit exzellenter Fachkompetenz dazu beitragen, dass eine herausragende Medizin angeboten wird, der Patientenversorgungsprozess sich organisatorisch reibungslos und risikoarm vollzieht, Innovationen zeitnah und wirksam umgesetzt werden und die Patientenzufriedenheit hoch ist. Außerdem ist die Arbeitszufriedenheit hoch und die Fluktuationsrate gering. Die Arbeitgeberattraktivität eines Magnethospitals resultiert aus der orchestrierten Umsetzung der so genannten 14 Kräfte des Magnetismus und den Acht Handlungsgrundsätzen, die als unternehmenskulturelle Leitlinie dienen.

Die Magnetinitiative weist einen Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Ausstattung mit Ressourcen, Organisation) und Anreizsystem (Entgelt, Anerkennung) einerseits sowie Patientenzufriedenheit und medizinischer Qualität andererseits nach. Es besteht ein deutlich erkennbarer Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Patientenzufriedenheit, so der Krankenhausökonom Prof. Dr. Dr. von Eiff.
Das Konzept basiere laut des HHL-Professors auf der Überzeugung, dass organisatorische und personelle Rahmenbedingungen die Einstellung der Mitarbeiter bezüglich ethischer Werte prägen. Auch stelle das Konzept darauf ab, die Arbeitswelt Krankenhaus aus Patientensicht heilungsfördernd zu gestalten und aus Mitarbeitersicht vielseitige Arbeitsplätze vorzuhalten. Betrachtet man die Nutzeneffekte in Magnetkrankenhäusern, so gibt es eigentlich keinen Grund, die Einführung einer Magnetkultur in deutschen Krankenhäusern aufzuschieben, meint Prof. Dr. Dr. von Eiff.

Nutzen der Magnetphilosophie übersteigen Kosten erheblich

Der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten des Krankenhausbetriebs beträgt bis zu 70%. Die zahlenmäßig am stärksten vertretene Berufsgruppe stellt die Pflege dar. Dieser Berufsstand hat den zeitintensivsten und engsten Kontakt zum Patienten. Dennoch sind unter Kostendruck stehende Krankenhaus-Manager oft genug geneigt, kurzfristige Kosteneinsparungen durch Abbau von Pflegepersonal zu erzielen, statt die Pflege als Quelle für Problemlösungen zu nutzen.
Laut Prof. Dr. Dr. von Eiff seien in diesem Kontext die Nutzen der Magnetphilosophie, ausgedrückt u.a. in einer Absenkung der Verweildauer des Patienten in der Klinik, der Betreuungskosten je Patient, einer nachweisbar gestiegenen Patientenzufriedenheit sowie, für das Pflegepersonal, eine sinkende Burnout-, Verletzungs- und Fluktuationsrate sowie letztendlich auch eine gestiegene Mitarbeiter-Motivation, erheblich größer einzuschätzen als die Kosten.

Professor Dr. Dr. Wilfried von Eiff bietet im Rahmen des neuen berufsbegleitenden MBA in General Management mit Spezialisierung auf Hospital Management and Health Services ein Studienreise vom 21. bis 25. Juli 2014 nach Phoenix/Arizona zu dem mit Magnetstatus ausgezeichneten Phoenix Healthcare Hospital an.

Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff

Prof. von Eiff ist seit dem 1. Dezember 2013 der Academic Director am Center for Health Care Management and Regulation der HHL. Zudem hat er hier die außerplanmäßige Professur für Health Care Management inne und ist damit in die akademische Gruppe Economics und Regulation integriert.
Der gebürtige Gießener ist seit 1994 Professor für Krankenhausmanagement an der Universität Münster und leitet das Centrum für Krankenhaus-Management. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen Einkaufs- und Logistik-Management, Geschäftsprozessmanagement, Strategisches Management, Mergers and Acquisitions, Qualitätsmanagment, Gewinnverbesserungsprogramme, Controlling und Benchmarking, Medical Controlling sowie Benchmarking. Dem International Institute for Health Economics steht Prof. von Eiff als Berater im Bereich der Gesundheitsökonomie zur Seite.
Prof. von Eiff ist an der HHL im Bereich der Lehre u.a. in dem im Juni 2014 startenden berufsbegleitenden MBA General Management mit Spezialisierung auf Hospital Management and Health Services eingebunden. Des Weiteren engagiert sich Prof. von Eiff bei der Organisation und Durchführung der CASiM Conference am 11./12. Juni 2014 zum Thema Boundaryless Hospital. http://www.hhl.de/chcmr / http://www.hhl.de/hospitalmanagement


Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der traditionsreichsten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. http://www.hhl.de Weitere Informationen:http://www.hhl.de/chcmrhttp://www.hhl.de/hospitalmanagementhttp://www.hhl.de
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