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Starke Frauen für Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit in Kenia

25.03.2014 - (idw) Universität Augsburg

Der diesjährige "Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung" geht an Selline Korir, Mitbegründerin und Leiterin des "Rural Women Peace Link".
Preisverleihung am 3. April 2014 um 18.00 Uhr im Augsburger Rathaus. Augsburg/KPP - Zum vierten Mal wird am Donnerstag, dem 3. April 2014, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses der "Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung" verliehen. Mit 10.000 Euro dotiert geht er in diesem Jahr an die Kenianerin Selline Korir, die sich als Mitbegründerin und Leiterin des "Rural Women Peace Link" seit eineinhalb Jahrzehnten kontinuierlich und erfolgreich für der Rechte und die politische Beteiligung der Frauen in ihrem Land engagiert mit dem übergeordneten Ziel, ökonomische und soziale Gerechtigkeit sowie Sicherheit und Frieden in der Gesellschaft Kenias zu befördern.

Nach dem Willen seines Stifters, des Augsburger Unternehmers, Kunst- und Wissenschaftsmä-zens Dr. Georg Haindl, würdigt der "Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg" Persönlichkeiten der Zeitgeschichte, deren ganz persönlicher Einsatz für Versöhnung und Völkerverständigung mit demjenigen des Namensgebers des Preises vergleichbar ist. Als vierte Preisträgerin folgt auf die ehemalige Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichthofs für Ruanda und für das frühere Jugoslawien Carla Del Ponte (2007), auf den mittlerweile verstorbenen US-Diplomaten Richard C. Holbrooke (2009) sowie auf Khaled Abu Awwad und Nir Oren als Organisatoren des palästinensisch-israelischen "Parents Circle Families Forum" (2012) jetzt die 50-jährige Kenianerin Selline Korir.

Mitbegründerin und langjährige Leiterin des "Rural Women Peace Link"

Im Urteil der Jury des Mietek Pemper Preises hat sich Selline Korir seit inzwischen fast zwei Jahrzehnten mit nicht nachlassendem persönlichem Einsatz und bemerkenswertem Erfolg dem Ziel verschrieben, die Frauen in Kenia anzuspornen, sich selbständiger zu machen, und ihnen sowohl ihre Rechte als auch ihre Verantwortung und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten beim Prozess der Befriedung und der Verankerung von Rechtsstaatlichkeit in ihrem eigenen Land vor Augen zu führen. Die von ihr mit diesem Anspruch 1999 mitbegründete und seither geleitete Organisation "Rural Women Peace Link" hat ihren Wirkungskreis vornehmlich im Westen Kenias. U. a. wurde sie von der United States Agency for International Development (USAID) in die Vorbereitung der letzten Parlamentswahlen des Landes eingebunden, und ihr Einsatz milderte deutlich die Folgen der auf die Wahlen folgenden Unruhen.

Aktive Frauen für Sicherheit und Frieden in der Gesellschaft Kenias

Leitperspektive des "Rural Women Peace Link" ist es, eine ganzheitliche Entwicklung von Mädchen und Frauen in Kenia zu befördern, ihnen zu ökonomischer Selbstständigkeit zu verhelfen und ihre Menschenrechte in Konfliktsituationen zu sichern. Sie sollen kompetent gemacht wer-den für eine aktive Mitwirkung, durch die sie ihre Gemeinschaften vor Ort dazu befähigen, ihre Rechte vom Staat einzuklagen, soziale und ökonomische Verbesserungen einzufordern und so die Voraussetzung für Sicherheit und Frieden zu schaffen.

Weit verzweigtes Netzwerk bürgt für Nachhaltigkeit

Zur Erreichung dieses Ziels hat Selline Korir in den letzten Jahren unter Nutzung aller denkbaren Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten ein weit verzweigtes Netzwerk aufgebaut, in dem sich die Nachhaltigkeit ihres Engagements spiegelt. Über den "Rural Women Peace Link" hinaus leitet sie auch das von USAID und der Non-Profit-Organisation Global Communities geförderte Projekt "Kenya Tuna Uwezo" (Kiswahili für We have the power!'), das sich der Minderung ethnischer und politischer Konflikte speziell in den informellen Siedlungen Nairobis widmet.

Klare und deutliche Sprache

Nicht zuletzt die klare und deutliche Sprache, die ihr persönliches humanitäres Engagement kennzeichne, mache Selline Korir, so die Jury, zur idealen Trägerin des "Mietek Pemper Preises der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung".

Feierliche Preisverleihung am 3. April 2014 im Augsburger Rathaus

Die feierliche Preisverleihung, zu der die Stadt und die Universität Augsburg sowie Dr. Georg Haindl als Stifter des Preises die Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich einladen, beginnt am Donnerstag, dem 3. April 2014, um 18.00 Uhr im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses.

Laudatio von Heidemarie Wieczorek-Zeul

Nach Begrüßungs- und Grußworten des Oberbürgermeisters der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl, des Staatssekretärs für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, und der Präsidentin der Universität Augsburg, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, wird Dr. Georg Haindl als Vorsitzender der Jury die Kriterien erläutern, die deren Entscheidung zugrunde liegen. Die Laudatio auf Selline Korir hält Heidemarie Wieczorek-Zeul, 1998 bis 2009 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Nach der folgenden Preisverleihung wird die Preisträgerin den Festakt mit ihren Dankesworten abschließen.

Nataliya Dubova (Violine), Nathalie Schmalhofer (Violine), Ludwig Schmalhofer (Viola) und Andreas Schmalhofer (Violoncello) - alle Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg - gestalten den Festakt musikalisch.

Im Anschluss an den Festakt lädt die Stadt Augsburg die Gäste zu einem Empfang im Oberen Fletz des Rathauses.

Der Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerverständigung

... wird von dem Augsburger Unternehmer und Mäzen Dr. Georg Haindl gestiftet, der ihn im Jahr 2006 als Reminiszenz an die Lebensleistung des Ehrenbürgers der Universität und der Stadt Augsburg, Mieczyslaw Pemper, ausgelobt hat. Pemper (1920 - 2011) war Gefangener im KZ Krakau-Plaszów. Dem Lagerkommandanten Amon Göth als persönlicher Schreiber zugewiesen, gelang es Pemper unter Einsatz seines Lebens, im Verbund mit dem deutschen Fabrikbesitzer Oskar Schindler 1.100 Juden vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager Auschwitz zu retten. Pemper hatte damals die lebensrettende Idee, Schindlers Unternehmen als siegentscheidend" einstufen zu lassen und damit alle Mitarbeiter vor der Vernichtung zu bewahren.

Die Jury - bestehend aus dem Stifter des Preises, dem Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg-Schwaben sowie dem Bayerischen Wissenschaftsminister, dem Oberbürgermeister der Stadt Augsburg und der Präsidentin der Universität Augsburg - verleiht den Preis an Personen der Zeitgeschichte, deren persönlicher Einsatz für Versöhnung und Völkerverständigung mit einem demjenigen Pempers vergleichbar ist.

Zugleich knüpft der mit 10.000 Euro dotierte Preis an den Anspruch der Friedensstadt Augsburg an, das Vermächtnis des im Jahre 1555 geschlossenen Augsburger Religionsfriedens zeitgemäß zu pflegen und umzusetzen. In Ergänzung zu dem seit 1985 vergebenen "Augsburger Friedenspreis", der auf Verdienste um die Verständigung zwischen den Religionen und Konfessionen abhebt, ist der "Mietek Pemper Preis der Universität Augsburg für Versöhnung und Völkerver-ständigung" der Würdigung herausragender aktiver, nachhaltiger und unkonventioneller Leistungen bei der Bearbeitung religiöser und säkularer Konflikte in Politik und Gesellschaft gewidmet.

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Ansprechpartnerin:

Dr. Anna-Magdalena Ruile
Präsidialbüro
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5104
anna.ruile@praesidium.uni-augsburg.de

Mehr zum Mietek Pemper Preis und den bisherigen Preisträger/inne/n:

Carla Del Ponte: http://idw-online.de/de/news236135

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