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Paläontologe der Uni Bonn erhält Forscherpreis

25.03.2014 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Privatdozent Dr. Torsten Wappler vom Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie der Universität Bonn ist Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG zeichnet mit diesem Stipendium herausragende Wissenschaftler aus. Dr. Wappler erforscht im Rahmen seines Heisenberg-Stipendiums in Höhe von rund 280.000 Euro Klimaveränderungen in der Geschichte unserer Erde. PD Dr. Torsten Wappler untersucht Klimaveränderungen, die 55 Millionen Jahre zurückliegen. Aufgrund einer hohen Konzentration von Treibhausgasen herrschte zu dieser Zeit eine starke Klimaerwärmung auf der Erde. Die Menge des wichtigsten Treibhausgases - Kohlenstoffdioxid - war damals etwa doppelt so hoch wie heute. Solche Umstände beeinflussten die Tier- und Pflanzenwelt zur damaligen Zeit, wie Fossilien belegen.

Fraßspuren an fossilen Blättern

Der Wissenschaftler konzentriert sich mit seiner Forschung an der Universität Bonn auf die Wechselbeziehung von Insekten und Pflanzen, um vergangene Ökosysteme zu untersuchen. Besonders informativ sind Blätter mit Fraßspuren von pflanzenfressenden Insekten. In Zeiten von hoher Kohlenstoffdioxid-Konzentration und Erderwärmung kann zum Beispiel verstärkter Insektenfraß an den fossilen Blättern beobachtet werden. Die Insekten müssen mehr fressen, da die Pflanzen unter diesen Umweltbedingungen weniger der wichtigen Nährstoffe bilden können. Die Ergebnisse stützen sich bisher auf paläontologische Daten aus geographisch mittleren Breiten.

Das Heisenberg-Stipendium der DFG ermöglicht Dr. Wappler nun zu untersuchen, wie sich die verändernden Umweltbedingungen auf ein arktisches Ökosystem auswirkten. In Expeditionen auf die norwegische Inselgruppe Spitzbergen sammelt er neue Daten und Fossilien. Trotz der nördlichen Lage herrschte vor rund 55 Millionen Jahren ein subtropisches Klima auf Spitzbergen, wie Fossilfunde von Krokodilen und tropischer Vegetation beweisen.

Voraussageinstrument für die Zukunft

Durch die nordischen Fossilien kann der Wissenschaftler von der Universität Bonn erforschen, wie ein arktisches Ökosystem auf Klimaveränderungen reagiert hat. Die heutige Klimaforschung ist in ihrer zeitliche Reichweite begrenzt und zudem stark von menschlichen Einflüssen überprägt. Ergänzend dazu liefert der Blick in die Vergangenheit wichtige Erkenntnisse über den heutigen Klimawandel und kann bei Voraussagen für die weitere Entwicklung helfen.

Von Bienen und Blumen

Neben den Fraßspuren interessiert sich Dr. Wappler auch für fossile Blütenpollen. Diese lassen sich an 44 Millionen Jahre alten Bienen untersuchen. Das überlieferte Zusammenspiel von Blüten und Insekten, die sie besuchten, ist an Fossilien der deutschen Fundstätte Eckfelder Maar in der Eifel zu finden und lässt auch Rückschlüsse auf das Pollensammelverhalten früher Bienen zu.

Dr. Torsten Wappler, Jahrgang 1972, studierte Geologie und Paläontologie an der TU Clausthal und promovierte dort 2003. Darauf folgte eine Anstellung am Hessischen Landesmuseum Darmstadt. 2006 führte ihn eine Postdoktorat in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jes Rust an das Steinmann-Institut der Universität Bonn, wo er sich 2010 habilitierte. Außerdem war er 2013 am Senckenberg Museum Frankfurt tätig. Mit dem Heisenberg-Stipendium besteht für Dr. Wappler nun für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren die Möglichkeit, sich intensiv mit seinem Forschungsthema zu befassen und sich auf wissenschaftliche Leitungsfunktionen vorzubereiten.


Kontakt:

PD Dr. Torsten Wappler
Steinmann-Institut für Geologie, Mineralogie und Paläontologie
Bereich Paläontologie
Tel.: 0228-734682
Email: twappler@uni-bonn.de
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