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Plastisch-rekonstruktives Seminar am Klinikum: Wissensaustausch im OP

31.12.2003 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Premiere am Essener Universitätsklinikum: Unter der Leitung von Professor Herbert Rübben, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, fand das erste plastisch-rekonstruktive Seminar am Klinikum statt. Gemeinsam mit Kollegen aus anderen deutschen und österreichischen Kliniken führten die Essener Urologen rekonstruktive Eingriffe bei Kindern mit Fehlbildungen der äußeren Genitale sowie geschlechtsangleichende Operationen bei transsexuellen Patienten durch und tauschten ihr Wissen darüber aus.

Fehlbildungen bei Kindern

Bei Kindern treten häufig Fehlbildungen der Harnröhre im Sinne einer Hypospadie auf. Das heißt, die Harnröhre mündet nicht auf der Spitze der Eichel, sondern endet an der Unterseite des Penis. Die fehlende Harnröhre kann unter anderem durch einen Hautlappen der Vorhaut beziehungsweise durch ein Hauttransplantat der Mundschleimhaut aufgebaut werden.

Neben den kinderurologischen Eingriffen standen geschlechtsanglei-chende Operationen - in beide Richtungen - im Mittelpunkt des Seminars. Die Angleichung von Mann zu Frau ist inzwischen weitestgehend standardisiert und führt zu exzellenten kosmetischen wie funktionellen Ergebnissen. Geschlechtsangleichungen von Frau zu Mann sind sowohl kosmetisch als auch hinsichtlich der Komplikationsrate deutlich problematischer. Im Rahmen des Seminars wurde eine neue Methode der Angleichung vorgestellt: Die Patientin wird mit männlichen Geschlechtshormonen behandelt. Auf diese Weise kommt es zu einer bis zu achtfachen Vergrößerung der Klitoris. Die Harnröhre wird dann aus einem Schleimhautlappen vom Scheidendach bis zur Spitze der Klitoris aufgebaut, die restlichen Scheidenschleimhaut entfernt und die Scheidenhöhle verschlossen. In einer zweiten Sitzung können ein Hodensack konstruiert und Hodenprothesen eingelegt werden. Das sogenannte Klitorispenoid ist in den meisten Fällen nicht zum Geschlechtsverkehr geeignet.

Seit mehr als zehn Jahren werden geschlechtsangleichende Operatio-nen am Klinikum angeboten - im Durchschnitt zweimal pro Monat. Patienten kommen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Essen. Im Rahmen des Seminars waren vier Spezialisten auf dem Gebiet der plastisch-rekonstruktiven urologischen Eingriffe zu Gast am Klinikum: Dr. Christiane Spehr, Fachärztin für Chirurgie und Urologie, München-Bogenhausen, Dr. Albert Peek, Chefarzt der Plastischen Chirurgie, Behandlungszentrum Vogtareuth, Dr. Marcus Riccabona, Chef-arzt der Kinderurologie, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, und Professor Thomas Boemers, Chefarzt der Landesklinik für Kinderchirurgie in Salzburg.

Redaktion: Daniela Endrulat, Tel.: (0201) 183-4518
Weitere Informationen: Dr. Susanne Krege, Tel.: (0201) 723-3261;
E-Mail: susanne.krege@uni-essen.de
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