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Autismus- und ADHS-Ambulanz am Dresdner Unikilnikum laden am 2. April zum Tag der offenen Tür ein

28.03.2014 - (idw) Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Die Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und die Autismusambulanz am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden laden gemeinsam mit Vertretern der Selbsthilfeorganisationen DRESDNER AUTISTEN und autismus Dresden e. V. am 2. April zum jährlichen Öffentlichkeitstag ein. Mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt Schule für alle wollen die Organisatoren die Herausforderungen der Schulzeit für Menschen mit autistischen Störungen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Erfahrungsberichte von Schülern und Eltern sowie Expertenvorträge vermitteln dabei sowohl die Sichtweisen der Betroffenen als auch die der verschiedenen Fachdisziplinen. Der diesjährige Öffentlichkeitstag der Autismusambulanz Dresden findet statt am

Dienstag, dem 2. April, von 15 bis 19 Uhr,
ab 15 Uhr im des Hörsaal Dekanatsgebäudes, Haus 40, Fiedlerstraße 27,
ab 17 Uhr in Haus 105 des Universitätsklinikums, Blasewitzer Straße 86 (Westflügel, 1. und 2. Obergeschoss), 01307 Dresden.

Für uns Eltern ist es wirklich nicht einfach, eine geeignete Schule für unsere Kinder mit Autismus zu finden. Meiner Erfahrung nach gelingt Integration an einer Regelschule derzeit nur, wenn Eltern, die bereit sind, sich durchzukämpfen, auf engagierte, wohlwollende Lehrer treffen, berichtet Teresa Wintgens, Mutter eines fünfzehnjährigen Schülers mit Autismus. Zum Öffentlichkeitstag erhalten Interessenten Einblicke in die vielseitigen Therapiemöglichkeiten und in die Arbeitsweise der Ambulanz. Neben Klinikumsmitarbeitern informieren Vertreter der Selbsthilfeorganisationen autismus Dresden e. V. und DRESDNER AUTISTEN über das Krankheitsbild und ihre Erfahrungen damit.

Die Autismusambulanz Dresden ist seit 30 Jahren Anlaufpunkt für Kinder und Erwachsene, die unter Symptomen autistischer Störungen leiden. Das von Dr. Katja Albertowski geleitete 30-köpfige Ambulanzteam aus Ärzten und Therapeuten steht betroffenen Kindern und Eltern mit Rat und Tat zur Seite. In den neu bezogenen Räumen der Ambulanz in Haus 105 stehen acht Therapieräume zur Verfügung, um etwa 700 Patienten regelmäßig zu beraten und zu therapieren. Unser Ziel ist es, die Kinder für eine bestmögliche soziale Integration im schulischen Umfeld vorzubereiten. Dazu fördern wir die sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten sowie alltagsrelevante Fertigkeiten unserer Patienten, so Dr. Katja Albertowski. Mit Verhaltens-, Kunst- und Musiktherapien stärken die Ärzte und Therapeuten die Fähigkeiten der Kinder, sich an soziale Gruppen anzupassen und krankheitsbedingte Verhaltensmuster zu reduzieren. Wir sind dankbar für die vielen Therapiemöglichkeiten und die Unterstützung der Autismusambulanz. Letztendlich ist es unser aller Ziel, unsere Kinder nicht nur in die Schule, sondern vor allem in die Gesellschaft zu integrieren und die Grundlagen für ein möglichst selbständiges Leben zu schaffen, betont Teresa Wintgens vom Regionalverband Autismus Dresden e.V.

Programm zum Öffentlichkeitstag
15.00 Uhr Dekanatsgebäude, Haus 40, Hörsaal
Erfahrungsberichte und Expertenvorträge zu Themen wie:

- Bausteine schulischer Integration, Dr. Phillipp Knorr (Leiter Autismuszentrum Bautzen)
- Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen schulischer Integration/Inklusion für Kinder mit seelischen Erkrankungen, Marina Rötzer-Nelles (Referentin Sächsische Bildungsagentur)
- Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS und Autismus in der Praxis, Eveline König (Leiterin der Schule für Erziehungshilfe Erich Kästner)
Konzept zur Schulbegleitung, Siegrid Schmiedgen
(Sozialpädagogin KJP-Autismusambulanz)

16.45 Uhr Pause und räumlicher Wechsel von Haus 40 in Haus 105, 1. und 2. Obergeschoss
- Die Trommelschule drummers Büro sorgt für Pausenunterhaltung vor Haus 105.

17.00 Uhr Begehung der Ambulanz-Räume
- Betroffene und Experten stehen in den Räumen der Ambulanz und der Autismusambulanz zur weiteren Diskussion zur Verfügung.

Krankheitsbild Autismus
Die Autismusspektrumstörungen (ASS) gehören zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen, die im Kindesalter beginnen und auf biologisch genetische Ursachen zurückzuführen sind. Sie betreffen ganz grundlegende, den Menschen als soziales Wesen kennzeichnende Fähigkeiten. Patienten mit autistischen Störungen zeigen Schwierigkeiten in den Bereichen soziale Kommunikation und Interaktion und weisen intensive Handlungs- oder Interessenmuster auf. Häufig sind sie überempfindlich für Sinneswahrnehmungen und gegenüber Veränderungen. Dabei kann die Intelligenz bei ASS im Einzelfall weit unter- bis weit überdurchschnittlich ausgeprägt sein. Bei Personen mit guter Intelligenz zeigen sich häufig überdauernde Veränderungen des Denk- und Wahrnehmungsstils.

Oft ist jedoch bei Menschen mit Autismus die lebenspraktische Selbstständigkeit deutlich vermindert. Autistische Verhaltensmuster können auch im Zusammenhang mit schweren allgemeinen Entwicklungsstörungen als Teil einer schweren Mehrfachbehinderung auftreten. Die Symptomatik betrifft die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit in allen Lebensbereichen. Da die Erkrankung nicht heilbar ist, wirkt sie sich lebensbegleitend in allen sozialen Bezugssystemen aus. Das Risiko für weitere begleitende psychische Störungen ist bei den Patienten erhöht.

Profil der Autismusambulanz Erstdiagnose, Therapie, Beratung
Basis des Angebots für Patienten und deren Angehörige ist eine umfangreiche und fächerübergreifende Diagnostik. Auf der Basis optimal abgesicherter Diagnosen erstellt das Ambulanzteam ein Behandlungsangebot, das sich am persönlichen Bedarf des Patienten und seiner Bezugspersonen ausrichtet. Verschiedene Methoden, deren Wirksamkeit nachgewiesen sind, werden in Kombination eingesetzt. Dabei zielt die Behandlung auf die bestmögliche individuelle Weiterentwicklung im Hinblick auf die konkrete Lebenssituation der Betroffenen. Patienten werden beispielsweise dabei unterstützt, Leistungen der beruflichen Eingliederung, Pflegestufen oder Schwerbehindertenausweise zu beantragen. Das Ambulanzteam nimmt Kontakt zu mit behandelnden und betreuenden Einrichtungen auf und hilft in Schwellensituationen etwa dem Eintritt in Kindergarten, Schule, Ausbildung oder Arbeitsleben. Den Familien der Betroffenen hilft die Einrichtung, indem sie deren Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung stärkt, sie anleitet, die Selbstständigkeit des Angehörigen sowie die Anwendung therapeutischer Methoden im Alltag zu fördern. Die Therapeuten beraten die betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen sowie deren Bezugspersonen bei der Bewältigung ihres Alltags, beim Finden von Lebensperspektiven und der Lebensplanung.

Spezialambulanz für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
Ähnlich der Autismusambulanz hält die ADHS-Spezialambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum diagnostische und beratende Angebote für ADHS-Patienten vor. Mit Hilfe unterschiedlicher Testpsychologischer Untersuchungen messen die Experten das Konzentrationsvermögen und die Leistungsfähigkeit der Patienten. Sie diagnostizieren Defizite in der Aufmerksamkeit- und Konzentrationsfähigkeit und beraten in enger Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern passgenaue Einzel- und Gruppentherapieansätze nach individuellem Bedarf. Neben klassischen Psychotherapien, Konzentrationstrainings und Medikationen bietet die Ambulanz ADHS-Elterntrainings sowie innovative Behandlungsformen wie das Neurofeedback an.


Kontakte
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -therapie
Autismusambulanz Dresden
Dr. Katja Albertowski,
Tel.: 0351 458 71 33
E-Mail: KJPAutismusambulanz@uniklinikum-dresden.de

Spezialambulanz für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
Dr. Henrike Kokenge
Tel.: 0351 458 35 76
E-Mail: Henrike.kokenge@uniklinikum-dresden.de Weitere Informationen:http://www.autismusambul
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