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Essener Geologen schließen DFG-Projekt ab: Auf Schadstoffsuche in Stauseen

14.01.2004 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Drei Jahre lang forschten Essener Geologen in den Sedimenten dreier Stauseen in Nordrhein-Westfalen, um die Belastung durch Schwermetall- und Metalloideinträge zu untersuchen. Leiter des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten, jetzt abgeschlossenen Projektes war der inzwischen emeritierte Geologe und ehemalige Präsident des Geologischen Landesamtes NRW, Professor Dr.-Ing. Peter Neumann-Mahlkau, auch zweiter Gründungsrektor der Universität Essen.

Belastungschronologie

"Eintrag und Mobilität von Schwermetallen in Seeablagerungen - Hochauflösende Untersuchungen in Industriezonen und naturbelassenen Bereichen" - so lautete der Titel des DFG-Projektes. Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Interesses standen die Sedimente zweier hochbelasteter Ruhrstauseen - des Harkortsees bei Hagen und des Stausees Echthausen bei Arnsberg - sowie des gering belasteten Urftsees in der Nordeifel. Die Geologen entnahmen durch Bohrungen Sedimentproben, die sie verschiedenen Jahren zuordnen konnten, und erstellten auf dieser Basis eine Belastungschronologie für den Zeitraum von 1945 bis 1999. Das Ergebnis: In den sechziger und siebziger Jahren gelangten die meisten Schadstoffe in die Stauseen, danach nahm die Belastung deutlich ab.

Umweltgesetzgebung zahlte sich aus

Ursachen für diese Entwicklung liegen, so die Geologen, zum einen in der Schließung von Industrieanlagen, zum anderen in der Umweltgesetzgebung. Die Reduzierung von Blei im Benzin oder von Phosphaten in Waschmitteln sowie die Einführung von Umweltabgaben für Unternehmen im Rahmen des Abwasserabgabengesetzes und der Wasserrahmengesetzgebung ließen die Schadstoffbelastungen deutlich zurück gehen.

Die Wissenschaftler fragten auch nach der Bedeutung, die in den Sedimenten eingeschlossene Schadstoffe für die Zukunft haben: Zwar bestehe keine akute Gefährdung, doch könnten Schwermetalle beispielsweise bei Grabungen in den Gewässern wieder freigesetzt werden, lautet das Fazit.


Redaktion: Daniela Endrulat, Tel.: (0201) 183-4518
Weitere Informationen: Dr. Jens Rosenbaum-Mertens, Tel.: (0201) 183-3109;
E-Mail: jens-mertens@uni-essen.de
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