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Die Psychosoziale Medizin ist für Gegenwart und Zukunft gut gerüstet

31.03.2014 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Heidelberger Symposium am 4. April 2014 anlässlich des 70. Geburtstages von Professor Dr. Christoph Mundt / Grabenkämpfe sind überwunden: Neurowissenschaft und Psychopathologie entwickeln gemeinsame Forschungs- und Therapieansätze Die Psychosoziale Medizin in Gegenwart und Zukunft lautet der Titel des Symposiums, das die Klinik für Allgemeine Psychiatrie zusammen mit allen Kliniken und Instituten des Zentrums für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Heidelberg anlässlich des 70. Geburtstages des früheren Lehrstuhlinhabers für Psychiatrie, Professor Dr. Christoph Mundt, veranstaltet. Das Experten-Symposium findet am 4. April von 9 bis ca. 19 Uhr im Hörsaal der Medizinischen Klinik statt.

Von den philosophischen Grundlagen der Psychiatrie über die Psychopathologie bis hin zur neurowissenschaftlichen Erforschung wird die Veranstaltung einen weiten Bogen schlagen. Die Gesamtheit aller Faktoren, die zur Entstehung und Entwicklung einer Krankheit oder psychischen Störung beitragen sowie deren Therapie werden diskutiert, erklärt Frau Professor Dr. Sabine Herpertz, Ärztliche Direktorin der Klinik für Allgemeine Psychiatrie.

Fünfzehn führende nationale und internationale Wissenschaftler werden auf dem Kongress ihre Vorstellungen zur Wandlung des Menschenbildes in der Psychiatrie und seinem Niederschlag in den Klassifikationssystemen psychischer Erkrankungen präsentieren. Weitere Themen sind die Lebenszeitperspektive von der Kindheit bis zum Alter sowie die Auswirkung früher Traumen auf die Entwicklung psychischer Erkrankungen. Gibt es genetische Faktoren, die für eine Traumatisierung sensibilisieren oder resistent machen können? Welche neuen therapeutischen Ansätze hat die Wissenschaft entwickelt?

Neurowissenschaft analysiert Vorgänge im Gehirn / Psychopathologie beschreibt Symptome exakt und ergründet subjektives Erleben

Die Psychosoziale Medizin hat in den letzten zehn Jahren eine stärkere Wandlung als je zuvor erfahren: Durch die enormen Fortschritte in der Molekularbiologie, der Neurophysiologie und den bildgebenden Verfahren haben sich die Neurowissenschaften zu einem hochspezialisierten Forschungszweig entwickelt, der immer komplexere und oft wenig verstandene Erscheinungsformen der erkrankten menschlichen Psyche und den Begleitvorgängen im Gehirn untersucht. Gleichzeitig ist die Geschichte der Psychiatrie insgesamt und die der Heidelberger Klinik im Besonderen fundamental geprägt von der Methode der Psychopathologie: Sie setzt auf eine genaue Beobachtung und möglichst objektive Beschreibung psychischer Erkrankungen und schenkt gleichzeitig dem subjektiven Erleben von Patienten eine besondere Aufmerksamkeit. So befasst sich die Heidelberger Klinik insbesondere mit der Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen bei psychischen Krankheiten. Warum haben Patienten ein gestörtes Einfühlungsvermögen und Schwierigkeiten sich mit ihren Mitmenschen auszutauschen? Wie kann ihnen geholfen werden?

Bei dem Symposium wird deutlich werden, dass alte Grabenkämpfe zwischen rein somatischen und rein psychopathologischen Ansätzen überwunden sind. So gehören die Auffassungen, alles hätte ausschließlich genetische Ursachen oder unterliege alleine den Umwelteinflüssen, der Vergangenheit an. Auch die Frage, wer hat die Vorherrschaft in der Therapie, Psychopharmaka oder Psychotherapie, ist tatsächlich überwunden; heute werden Therapiekonzepte bevorzugt, die auf einer gut abgestimmten Kombination beruhen. Die verschiedenen Wissenschaftskulturen haben zu einem harmonischen Einklang gefunden.

Die Heidelberger Klinik ist auch in Zukunft ihrer Tradition verbunden

Dieses Symposium zeigt auch, dass sich die Heidelberger Klinik heute und auch in Zukunft ihrer Tradition verbunden sieht, erklärt Frau Professor Herpertz. In der Krankenversorgung und in der Forschung bemühe man sich stets, das Erleben des psychisch Kranken und seine Wechselbeziehung mit der Umwelt und auch mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten, in den Mittelpunkt zu stellen. In diesem Anspruch lebt das Denken und Handeln von Herrn Professor Mundt, der die Klinik von 1989 bis 2009 leitete, bis heute weiter.

Veranstaltungsprogramm:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pressestelle/VK/2014/1_Jan_Mar/1...

Ort: Großer Hörsaal der Medizinischen Klinik, Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 118.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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Dr. Annette Tuffs
Leiterin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 56-4536
Fax: 06221 56-4544
E-Mail: annette.tuffs@med.uni-heidelberg.de

Julia Bird
Referentin Unternehmenskommunikation / Pressestelle
des Universitätsklinikums Heidelberg und der
Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
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