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Elite-Unis dürfen keine Priorität genießen

14.01.2004 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

Den aktuellen Plänen der SPD, Elite-Universitäten zu schaffen, steht Prof. Dr. Herbert Eichele, Rektor der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg, äußerst kritisch gegenüber. Besonders für die Fachhochschulen sieht der Chef von Bayerns zweitgrößter FH Negativwirkungen.

Grundsätzlich seien Investitionen in das Bildungssystem zu begrüßen, erklärt Prof. Eichele. "Allerdings muss man die notwendigen Grundlagen haben und Eliteförderung nicht als Allheilmittel verstehen", gibt er zu bedenken und ergänzt: "Jahrzehntelang leiden Universitäten und Fachhochschulen an Unterfinanzierung. Schon die OECD hat wiederholt festgestellt, dass die Bundesrepublik als High-Tech- und Industrieland nur unterdurchschnittlich in das tertiäre Bildungssystem investiert."

Für die Fachhochschulen in Deutschland sieht Eichele bei der Schaffung von Elite-Unis ganz besondere Gefahren: "Für uns entsteht ein deutlicher Nachteil wenn wir von zusätzlicher Förderung ausgeschlossen bleiben. Dabei verrichten wir die Kärrnerarbeit und bilden 70% aller Ingenieure und 50% aller Betriebswirte und Informatiker aus." Eine angemessene - sprich deutlich gesteigerte - Grundfinanzierung müsse gewährleistet bleiben, mahnt der Rektor: "Sobald man Elite-Hochschulen durch Umschichtungen von Geldern aufbaut, reißen an anderer Stelle große Löcher auf."

Auch an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule klafft derzeit ein Missverhältnis von Anspruch und Realität. So ist das auf 4.700 Studienplätze festgelegte Ausbauziel von 1992 bei der Ausstattung mit nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern nur zu 68%, mit wissenschaftlichem Personal nur zu 84% erfüllt. Dabei sind derzeit 8.100 Studierende eingeschrieben.

Nach Prof. Dr. Eicheles Ansicht ist es also dringend notwendig, den FHs mindestens die gleiche Priorität wie Elite-Förderinstrumenten einzuräumen. "Es macht keinen Sinn, das Heil in der Elite-Uni zu suchen. Ohne die Existenzfähigkeit der Fachhochschulen kann es keine tragfähigen Spitzenleistungen in Forschung und Industrie geben!"


Rückfragen zu dieser Meldung beantwortet die Pressestelle der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule. Sie erreichen uns telefonisch unter 09 11 / 58 80 41 01 oder via Mail an presse@fh-nuernberg.de.
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