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Fouquet: Ministerin kündigt Konsens auf

01.04.2014 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Geplantes Lehrkräftebildungsgesetz ist nicht mit der Universität Kiel abgestimmt Die Entscheidung, an der Universität Flensburg in erheblichem Umfang den Fächerkanon zu erweitern und in Millionenhöhe Infrastrukturen in den Naturwissenschaften auszubauen, war nicht mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) abgestimmt. Wir sind gestern von den Verlautbarungen des Ministeriums kalt erwischt worden und mussten das erst einmal wechseln, kommentierte Unipräsident Professor Gerhard Fouquet die Vortagsentscheidung von Wissenschaftsministerin Professorin Waltraud Wende, an der Universität Flensburg künftig in mindestens 13 Fächern ein Studium für die Sekundarstufe II (Klasse elf bis 13) anbieten zu wollen. Das Ergebnis: Über diese Planungen waren wir nicht informiert. Bislang war immer die Rede von sieben Fächern. Eventuell etwas mehr. Eine solche Größenordnung aber werten wir als Versuch, die Existenzfähigkeit unserer Volluniversität auszuhöhlen, so Fouquet weiter.

Der Vorstoß der Ministerin entspreche in keiner Weise dem, was im vergangenen Herbst in einem gemeinsamen Eckpunktepapier von Universitäten und Ministerium vereinbart worden war. Dabei sei die CAU der Ministerin und der Universität Flensburg in der Frage der Lehrkräftebildung in vielen Gesprächen bereits sehr entgegen gekommen. Die Ministerin kündigt diesen Konsens jetzt auf. Offenbar ist auf dem politischen Parkett kein Platz mehr für eine sachgerechte Auseinandersetzung, beklagt der Präsident. Enttäuscht zeigte sich der Historiker insbesondere über die Art und Weise, wie mit der größten und forschungsstärksten Universität des Landes umgegangen werde: Man rechnet ja mit vielem, aber dies ist schon eine besondere Dimension.

Der nicht abgestimmte Verstoß erschüttere zudem das Vertrauen der Universität in die Ministerin und die Universität Flensburg tief. Fouquet: Flensburg hat sicher an diesen Ideen mitgeschrieben. Da hätten wir mehr Kollegialität und Offenheit erwartet. In der Konsequenz lege die Universität Kiel bis auf weiteres die Umsetzung eines Praxissemesters und einen gemeinsamen Antrag mit der Universität Flensburg für das Bund-Länder-Programm Qualitätsoffensive Lehrerbildung auf Eis.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse, Kommunikation und Marketing, Dr. Boris Pawlowski
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