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23. Brahms-Festival: Facetten der Sehnsucht in 15 Konzerten

08.04.2014 - (idw) Musikhochschule Lübeck

Vom 3. Mai bis zum 11. Mai veranstaltet die Musikhochschule Lübeck (MHL) ihr 23. Brahms-Festival, diesmal unter dem Motto Sehnsucht. 15 Konzerte nehmen mit Titeln wie Sehnsucht nach Klang, Es gibt ein heimlich Sehnen und Wo meine Heimat ist verschiedene Facetten des romantischen Schlüsselbegriffs in den Blick. In den Themenkonzerten verschiedener Formate, darunter Sinfonik, Kammermusik, Chor- und Orgelmusik präsentieren sich rund 150 Dozenten und Studierende gemeinsam auf der Bühne im hauseigenen Konzertsaal an der Obertrave, in der Villa Eschenburg sowie an drei externen Spielstätten. Mit einem Sinfoniekonzert eröffnet das MHL-Sinfonieorchester unter Leitung des Gastdirigenten Lothar Zagrosek am 3. Mai das Festival. Auf dem Programm stehen die zweite Serenade von Brahms, dem Friedrich Nietzsche die Sehnsucht als sein Eigenstes zuschrieb und die siebte Sinfonie von Sibelius, sein letztes großes und formal revolutionäres Werk, in dem der finnische Komponist seinen episch-lyrischen Tonfall zu einem einzigen Satz verdichtete. Weiterhin sind die Brentano-Lieder op. 68 von Strauss mit Solosopranistin und Gesangsprofessorin Caroline Stein zu hören sowie das in einem dröhnenden Klangraum mäandernde Angin für Bläserorchester und Schlagzeug des MHL-Kompositionsprofessors Dieter Mack. Mit dem Eröffnungskonzert geht das Brahms-Festival erstmals im Bundesland auf Reisen: Am 5. Mai ist es in der neuen MHL-Reihe Wir in Schleswig-Holstein zu Gast in der ACO-Thormannhalle auf dem Gelände des Kunstwerks Carlshütte in Rendsburg-Büdelsdorf.

Mit dem Thema Sehnsucht stellen wir beim diesjährigen Brahms-Festival einen zentralen Begriff, ein Gefühl, um nicht gar zu sagen eine wichtige, sogar epochenbestimmende künstlerische Triebfeder in den Mittelpunkt, sagt Prof. Rico Gubler, seit Anfang März neuer Präsident der MHL. Auf dem weiteren Programm des Festivals, dessen Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang Sandberger ist, stehen Werke von Brahms, Beethoven, Schumann, Mahler, Dvoák, Smetana und Zeitgenössisches. Neben Werken von Cage, Holliger und Crumb sind zwei Uraufführungen von Dieter Mack und seinem Schüler Kaspar Querfurth zu hören. Einer der Höhepunkte ist das Konzert am 10. Mai, das mit südamerikanischer Musik das Fernweh in den Mittelpunkt rückt. Auf dem Programm stehen unter anderem die sehnsuchtsvollen Bachianas Brasileiras von Villa-Lobos, argentinische Tänze von Ginastera und Tangos von Piazolla. Fünf der elf Kammermusikkonzerte bieten mit Moderationen einen vertieften Einblick in musikwissenschaftliche Zusammenhänge, so das Themenkonzert Als sein Eigenstes: die Sehnsucht mit Liedern und Kammermusik von Brahms am 9. Mai, die wieder fein konzipierte Reihe mit Studierenden in der Villa Eschenburg am 5., 7. und 9. Mai sowie das Vortragskonzert Nur wer die Sehnsucht kennt am 11. Mai, das Goethe-Gedichte in verschiedenen Vertonungen vorstellt.

Die Stille Stunde in St. Petri am 9. Mai sowie eine Vesper in St. Jakobi am 10. Mai tragen dazu bei, die Spielstätten über die Große Petersgrube hinaus zu erweitern. Das Festival beschließt mit einem Konzert, das Die himmlischen Freuden in den Mittelpunkt stellt. Ein Ensemble aus Dozenten und Studierenden stellt mit Debussys zwischen Tag und Traum oszillierendem Prélude à l àpres-midi dun faune und Gustav Mahlers vierter Sinfonie in einer Fassung von Erwin Stein noch einmal das Renommee der MHL als Kammermusikhochburg unter Beweis.


Johannes Brahms zählt zu den herausragenden Komponisten des 19. Jahrhunderts. Ihm widmet die MHL seit 1992 alljährlich ein Festival. Ausgangspunkt war die Gründung des Brahms-Instituts 1991, mit dem der MHL heute eine der größten Sammlungen zu Leben und Werk des Komponisten angegliedert ist. Das Brahms-Festival, bei dem Dozenten und Studierende gemeinsam konzertieren, ist einmalig in der deutschen Hochschullandschaft und findet 2014 zum 23. Mal statt. Weitere Informationen:http://'www.mh-luebeck.de'
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