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Das 1. Wittener Krankenhausforum bricht Paradigmen und schafft mutige Zukunftsperspektiven

09.04.2014 - (idw) Universität Witten/Herdecke

Rückblick auf die Tagung am 4. und 5. April 2014 an der Universität Witten/Herdecke "Es geht hier doch zu aller erst um das Wohl des Patienten und dann erst um die Rentabilität des Krankenhauses. Zumindest sollte es das. Denn was für einen Wert hat diese Einrichtung noch, wenn wir kostendeckend ihren Sinn verraten." appelliert ein Chefarzt lautstark an seine Kollegen. Denkbar unkonventionell startete das Wittener Krankenhausforum - mit einem Rollenspiel in Kleingruppen. Die Teilnehmer: Chefärzte, Pflegedienstleitungen, kaufmännische Geschäftsführer und Patientenvertreter, die die Zusammenlegung zweier Fachabteilungen zu einem interdisziplinären Zentrum diskutieren. Nur eben nicht in den Rollen, die sie normalerweise in ihren Krankenhäusern innehaben. Unglaublich wie dass meine Sicht über unsere festgefahrenen Kommunikationsmuster verändert hat, so der besagte Chefarzt, der im echten Leben eigentlich kaufmännischer Geschäftsführer eines Krankenhauses im Ruhrgebiet ist.

Einen Rollenwechsel wagen, neues Lernen und verhärtete Fronten durch einen Perspektivenwechsel in Frage stellen. Beim ersten Wittener Krankenhausforum an der Universität Witten/Herdecke, denkt man am 4. und 5. April 2014 radikal um und nimmt sich in innovativem Stil einem Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz an. Als Initiatorin und Geschäftsführerin des Wittener Krankenhausforums kommentiert Sarah Poranzke das erstmalig stattfindende Forum: Mit dem Forum brechen wir bewusst mit Paradigmen, die wir im Gesundheitswesen leider noch alltäglich vorfinden, so die Ökonomin und Medizinerin. Wir brauchen Dialog auf Augenhöhe aller Berufsgruppen und wollen weg von einer Problemorientierung hin zu einem mutigen Lösungsdenken!

Interdisziplinär und interprofessionell geht das Krankenhausforum Themen an, die im Konflikt zwischen Management und Idealen, zwischen Rentabilität und Mentalität stehen. Mit der Überzeugung, dass verschiedene Perspektiven und Sichtweisen von unterschiedlichsten Akteuren ganz neue Lösungen anstoßen und entwickeln können. Gegensätzliche Themen in einem Dialog auf Augenhöhe vereinbar machen, ist das Ziel und das ist auch "exzellent gelungen", findet Prof. Dr. med. Eckhart G. Hahn, Gründungsdekan der Medizinischen Fakultät Oldenburg, "völlig freies, interessenfreies Denken war möglich."

Im Mittelpunkt des Forums steht der Mensch und durch insgesamt sechs Fokus-Sessions zu den Themen Kommunikation, Strategie, Patient, Personal, Management und Innovation wird auf besondere Art und Weise diskutiert, was das Krankenhaus der Zukunft leisten soll. Impulse gibt es aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, sowie aus Praxisfällen der Krankenhäuser und anderer Branchen. Das Krankenhaus befindet sich dauerhaft im Management unter Unsicherheit, so Prof. Dr. Werner Vogd, der eine nationale DFG-Studie zum Thema Entscheidungsfindung im Krankenhausmanagement an der Universität Witten/Herdecke leitet wie Krankenhäuser ihrer Komplexität in der Praxis begegnen ist auch für uns in der Wissenschaft von höchstem Interesse.

Der Perspektivwechsel zieht sich stringent durch den Verlauf der zwei Tage. Brisante Themen finden sich vor allem in der kontrovers diskutierten Session um die zukünftige Qualität der Patientenbehandlung. Wenn ich Patient wäre, dann würde ich mir wünschen, dass es auch um mein Befinden und nicht nur um meinen Befund geht, stellen die Teilnehmer fest. Damit ließe sich einiges im Krankenhausalltag verändern. Auch die interprofessionelle Zusammenarbeit auf der Führungsebene von Krankenhäusern wird kritisch analysiert. Die Zukunft im Management von Krankenhäusern liegt in interprofessionellen und interdisziplinären Strukturen. Dabei hat insbesondere die Pflege das große Potential, die professionelle Vereinbarkeit zwischen Management- und Pflegephilosophie, zu einem besseren für Mitarbeiter und Patienten zu gestalten, wenn sie als gleichberechtigter Partner neben Medizinern und Managern einen Platz findet.

Mit konkreten Perspektiven in die Zukunft endet das Wittener Krankenhausforum. Ein "Erfolg" findet Priv.-Doz. Dr. med. Helfried Waleczek, Chefarzt der Klinik für Gefäß-, Unfall- und Viszeralchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Hattingen. "Es ging hier um Themen, die woanders liegen gelassen werden, bitte weitermachen!

Das Wittener Krankenhausforum 2015 findet am 16. und 17. April statt. Es diskutieren Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen mit führungsverantwortlichen Ärzten, Pflegenden und Managern aus deutschsprachigen Krankenhäusern.


Weitere Informationen bei Sarah Poranzke, 02302 926 874 sarah.poranzke@uni-wh.de

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Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.750 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

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