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WR: Erfolgsbedingungen für die Wissenschafts- und Hochschulforschung in Deutschland verbessern

14.04.2014 - (idw) Wissenschaftsrat

Die mit empirischen Forschungsmethoden arbeitende Wissenschafts- und Hochschulforschung in Deutschland ist nach Auffassung des Wissenschaftsrates nicht ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend aufgestellt. Dies betrifft sowohl die inhaltliche Vernetzung von Hochschulforschung und Wissenschaftsforschung untereinander als auch die dauerhafte institutionelle Verankerung beider Felder durch Professuren und Institute, die international herausragende Forschung betreiben könnten. In einem Positionspapier greift der Wissenschaftsrat diese Thematik, die er bereits 2013 in seiner Stellungnahme zum HIS-Institut für Hochschulforschung behandelt hatte, erneut auf. Er nimmt dabei neben dem gesamten Forschungsfeld auch die zukünftige Ausgestaltung des neu gegründeten Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), Hannover, in den Blick.

Das im September 2013 gegründete DZHW soll perspektivisch um das Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung (iFQ), Berlin, erweitert werden. Der Wissenschaftsrat befürwortet diese Zusammenführung grundsätzlich und sieht in einem nationalen Kompetenzzentrum, in dem Forschungsansätze aus der empirischen Wissenschaftsforschung und der Hochschulforschung gemeinsam verfolgt werden, ein großes Potenzial für die beiden Forschungsfelder in Deutschland und Europa. Voraussetzung für den Erfolg des künftigen DZHW ist es aber, zügig ein Forschungsdatenzentrum aufzubauen, die Langzeitstudien in beiden Feldern methodisch weiter zu entwickeln sowie ein Graduiertenzentrum für Forschungsmethoden und daten zu etablieren, betont der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt. Bund und Länder als Gesellschafter des DZHW sollten dem Zentrum genügend Freiräume für die eigene Forschung einräumen. Dem DZHW wird für die Phase der Zusammenführung beider Einrichtungen unter anderem angeraten, die eigenen Kompetenzen disziplinär zu verbreitern sowie die internationalen Kooperationen zu verstärken. Abteilungsleitungen sollten als Professuren in gemeinsamer Berufung mit Universitäten besetzt und durch komplementäre Schwerpunkte an den betreffenden Universitäten ergänzt werden.

Nach Auffassung des Wissenschaftsrates müssen die Kooperationsbeziehungen zwischen der Wissenschaftsforschung und der Hochschulforschung insgesamt weiter ausgebaut werden. Um die Vernetzung in und zwischen beiden Feldern zu stärken, sollte eine gemeinsame Forschungsagenda entwickelt werden, in der thematische Prioritäten und zeitliche Horizonte für deren Bearbeitung festgelegt und internationale Experten eingebunden werden sollten. Der Wissenschaftsrat sieht hierin auch eine Voraussetzung dafür, die Leistungsfähigkeit dieses Forschungsfelds zu erhöhen.

Weitere Empfehlungen betreffen den Ausbau des Angebots an Masterstudienprogrammen und hierauf bezogener Schwerpunkte an den Universitäten sowie den Aufbau einer ortsverteilten Research School in Deutschland, in der Promovierende aus beiden Feldern gemeinsame strukturierte Angebote und Informationen aus Lehre, Forschung und Forschungsförderung nutzen können.

Wissenschafts- und Hochschulforschung sind interdisziplinäre Forschungsfelder, in denen die Voraussetzungen, Strukturen und Leistungsprozesse des Wissenschaftssystems und der tertiären Bildung untersucht werden. Ihre Analysen zu Forschung, Studium und Lehre bieten wichtige Entscheidungshilfen zur politischen Gestaltung des Wissenschafts- und Bildungssystems und stellen unter anderem für Studieninteressenten und Wirtschaftsunternehmen wertvolle Informationen bereit. Weitere Informationen:http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3821-14.pdf - Institutionelle Perspektiven der empirischen Wissenschafts- und Hochschulforschung in Deutschland | Positionspapier (Drs. 3821-14)

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