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Wissenschaftsrat: Starke Konkurrenz um Förderung im Programm Forschungsbauten

14.04.2014 - (idw) Wissenschaftsrat

"Die Entscheidung über die Förderung von Forschungsbauten zur Förderphase 2015 war durch eine besonderes hohe Leistungsdichte der eingereichten Anträge gekennzeichnet, kommentierte Professor Wolfgang Marquardt, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, das diesjährige Verfahren. Allen 15 eingereichten Anträgen, die zusammen ein Fördervolumen von 508 Millionen Euro aufweisen, wurde daher Förderwürdigkeit bescheinigt. Aufgrund der hohen Vorleistungen, mit denen das Programm Forschungsbauten in diesem Jahr noch für bereits im Bau befindliche Vorhaben gebunden ist, können jedoch nur Vorhaben mit Gesamtkosten von 320 Millionen Euro zur Förderung durch Bund und Länder nach Art. 91b GG empfohlen werden. Von den nach wissenschaftsimmanenten Qualitätskriterien gereihten Vorhaben empfiehlt der Wissenschaftsrat daher die ersten acht (A-H) aus der thematisch offenen Förderung sowie das Vorhaben aus der programmatisch-strukturellen Linie Hochleistungs­rechner zur Förderung:

_ Thematisch offene Förderung |1

A
Technische Hochschule Aachen: Research Center for Digital Photonic Production (CDPP)
Technische Universität Darmstadt: Center for IT-Security at TU Darmstadt (CIT)
Universität Gießen: Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL)
Technische Universität Kaiserslautern: Laboratory for Advanced Spin Engineering (LASE)
Universität Marburg: Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO)
Universität Ulm: Zentrum für Quanten-Biowissenschaften (ZQB)

G
Universität Münster: Multiscale Imaging Centre (MIC)

H
Universität Frankfurt: Höchstfeld-NMR-Spektroskopie zur Untersuchung makromolekularer Komplexe

I
Universität Bochum: Forschungsbau für molekulare Protein-Diagnostik (ProDi)

J
Freie Universität Berlin: Tiermedizinisches Zentrum für Resistenzforschung (TZR)

K
Universität Hannover: Dynamik der Energiewandlung (DEW)

_ Programmatisch-strukturelle Linie Hochleistungsrechner

Universität Mainz: MOGON II



Falls Bund und Länder ausreichend weitere Mittel für das erste Jahr der Förderphase für die Vorhaben I, J und K zur Verfügung stellen, wird die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) gebeten, diese Vorhaben ebenfalls in die Förderung aufzunehmen.

Damit sind vorbehaltlich der abschließenden Entscheidung der GWK am 27. Juni 2014 insgesamt 109 Forschungsbauten in das Förderprogramm aufgenommen. Die Vorhaben, die zwar förderwürdig, aber in der Förderphase 2015 nicht finanzierbar sind, haben die Möglichkeit, noch einmal einen Antrag einzubringen.

Die Spannbreite der in diesem Jahr vorgestellten Forschungsprogramme kann durch die beiden folgenden Beispiele verdeutlicht werden:

Ziel des Zentrums für Quanten-Biowissenschaften (ZQB) der Universität Ulm ist es, in Kooperation von Physikern, Chemikern und Medizinern neue experimentelle Verfahren sowie theoretische Konzepte aus den Quantentechnologien zu entwickeln. Mit Hilfe der im ZQB entwickelten Diamant-Quantensen­sorik können außerhalb eines wie auch im lebenden Organismus Struktur und Dynamik einzelner Proteine mit atomarer Auflösung erforscht und verfolgt werden. Dies erschließt grundsätzlich neue Forschungshorizonte, zum Beispiel für Analysen von Proteinen im physiologischen Zusammenhang. Diese methodischen Entwicklungen legen die Basis zum Transfer in die biomedizinische Anwendung, beispielsweise bei der Verbesserung von bildgebenden Verfahren und beim Transfer pharmakologisch relevanter Ergebnisse in therapeutische Neuentwicklungen.

Im geplanten Forschungsbau Research Center for Digital Photonic Production (CDPP) der TH Aachen steht das Werkzeug Licht im Mittelpunkt, das es ermöglicht, auf der Grundlage digitaler Daten verschiedenste Materialien direkt aufzutragen, abzutragen oder zu modifizieren (z. B. 3D-Drucken). Physikalische Wechselwirkung zwischen Licht und Materie sowie die produktionssystematische Wechselwirkung zwischen Werkstoff und Produkt werden ganzheitlich erforscht mit dem Ziel, innovative zukunftsträchtige Produktionsverfahren zu entwickeln.


|1 Die unter A aufgeführten Vorhaben wurden alle als insgesamt herausragend bewertet und erscheinen in alphabetischer Reihenfolge der universitären Standorte. Die Vorhaben G bis K wurden alle insgesamt als sehr gut bis herausragend bewertet, weisen jedoch untereinander Bewertungsunterschiede in einzelnen Kriterien auf. Weitere Informationen:http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3781-14.pdf - Empfehlungen zur Förderung von Forschungsbauten (2015) (Drs. 3781-14)
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