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16.04.2014 - (idw) Goethe-Universität Frankfurt am Main

Vorlesungsreihe Gesetz und Gewalt im Kino des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" an der Goethe-Universität beginnt am 25. April im Frankfurter Museum für Moderne Kunst mit dem Thema Babes behind Bars Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm FRANKFURT. Was haben Kinofilme mit der Herausbildung normativer Ordnungen zu tun? Eine ganze Menge zumindest manche, darunter Western, Krimis und Kriegsfilme. In rund 90 Minuten sieht man, wie Vorstellungen von Recht und Unrecht tradiert, etabliert oder erschüttert werden. In Echtzeit kann das schon ein paar hundert Jahre oder länger dauern. Auch deshalb schauen sich Wissenschaftler des Frankfurter Exzellenzclusters Die Herausbildung normativer Ordnungen bewegte Bilder ganz genau an. Die erfolgreiche Kinoreihe des Clusters findet in diesem Sommersemester unter dem Titel Gesetz und Gewalt im Kino ihre Fortsetzung. Und damit man auch sieht, wovon die Rede ist, werden die jeweiligen Filme im Rahmen der Vorlesungsabende auch gezeigt an fünf Terminen im Frankfurter Museum für Moderne Kunst. Premiere ist am Freitag, 25. April, um 19.00 Uhr.

Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen. In diesem Sommersemester gehören die wissenschaftlichen Filmbetrachtungen zum Jubiläumsprogramm 100 Jahre Goethe-Universität. Fachlich organisiert werden sie zum einen von Angela Keppler, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes. Die Federführung auf Seiten des Clusters hat zum anderen Martin Seel, Philosophieprofessor an der Goethe-Universität mit einem Schwerpunkt auf Ästhetik und Theorie der Künste. Kooperationspartner ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt.

Auch in diesem Semester lädt der Cluster renommierte Gäste hinzu, ihre Sicht auf ausgewählte Filme darzulegen. Zum Auftakt der Reihe am 25. April spricht Verena Lueken, Filmkritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über Caged von John Cromwell aus dem Jahr 1950. Der Titel ihres Vortrags lautet: Babes behind Bars Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm. Die weiteren Vortragenden sind neben Angela Keppler (27. Juni) und Martin Seel (9. Mai) auch Klaus Günther, Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Clusters (23. Mai), sowie zum Abschluss der Reihe am 16. Juli und gleichsam als Special Guest James Conant, Philosophieprofessor an der University of Chicago.

Die Veranstaltungen haben folgenden Ablauf: Zunächst steht der Fachvortrag auf dem Programm, dann folgt der Film im Original mit Untertiteln, abschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Am Auftaktabend des 25. April gibt es vorweg einen kleinen Empfang im Foyer des Museums für Moderne Kunst, dabei führt der Mit-Organisator Martin Seel in das Thema der Gesamtreihe ein.

Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört unter Leitung und maßgeblicher Beteiligung Martin Seels schon von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Clusters. Untersucht wird dabei vor allem auch die Darstellung von Gewalt, die ein traditionelles Leitmotiv des Kinos ist. Die Frage nach dem Recht der Gewalt und der Gewalt des Rechts bildet seit jeher einen wichtigen Strang in den Erzählungen des Kinos. Viele Spielfilme, die von Akten, Ereignissen und Zuständen offener oder latenter Gewalt erzählen, stellen durch die Art ihrer Erzählung die Frage nach der Legitimität der sozialen Ordnungen, in denen Gewalt entsteht und vergeht. In der Interpretation exemplarischer Spielfilme wird die Vorlesungsreihe erkunden, wie die Verzahnung von Recht, Gesetz und Gewalt im Kino dramatisiert wird. Das Kino erzählt sowohl von der Genese normativer Ordnungen aus Erfahrungen von Gewalt und Unrecht als auch von den unterschiedlichen Formen der Gewalt, die mit der Einsetzung und Durchsetzung dieser Ordnungen verbunden sind.

Der Exzellenzcluster bietet eine Vorlesungsreihe mit diesem Themenschwerpunkt bereits zum dritten Mal an. Bisher fanden die Reihen an der Goethe-Universität selbst statt. Der aktuelle Veranstaltungsort, das im Herzen Frankfurts gelegene Museum für Moderne Kunst, ist mit Bedacht gewählt: Das Forschungsnetzwerk wendet sich damit direkt an die Frankfurter Stadtgesellschaft und kommt einem seiner Anliegen nach, Impulse aus der Universität in den öffentlichen Raum zu tragen, um an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit in einen lebendigen Dialog zu treten.

Die Vortragsabende mit Filmvorführung im Museum für Moderne Kunst (Domstr. 10, 60311 Frankfurt) beginnen jeweils um 19.00 Uhr. Das Programm im Überblick:

Freitag, 25.4.2014, Verena Lueken (Frankfurt/M.):
"Babes Behind Bars Gesetz und Gewalt im Frauengefängnisfilm"
über Caged (John Cromwell, USA 1950)

Freitag, 9.5.2014, Martin Seel (Frankfurt/M.):
Anonyme Ansichten verdeckter Gewalt
über Caché (Michael Haneke, Frankreich et. al. 2005)

Freitag, 23.5.2014, Klaus Günther (Frankfurt/M.):
Die Pathologien des Ausnahme-Rechts
über Zero Dark Thirty (Kathryn Bigelow, USA 2012)

Freitag, 27.6.2014, Angela Keppler (Mannheim):
Eine Travestie der Gewaltverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kinos über Viva Maria! (Louis Malle, Frankreich-Italien 1965)

Mittwoch, 16.7.2014, James Conant (Chicago):
"Die Unsichtbarkeit einer perfekten Regie"

über Psycho (Alfred Hitchcock, USA 1960)

Informationen: Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, rebecca.schmidt@normativeorders.net; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, bernd.frye@normativeorders.net; http://www.normativeorders.net/de Weitere Informationen:http://www.normativeorders.net/de/component/content/article/92-veranstaltungen/v...
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