Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 15. Dezember 2017 

Vitamin D: Neue Hoffnung für Krebspatienten?

22.04.2014 - (idw) Universität des Saarlandes

Vom 2. bis 3. Mai kommen Forscher und Mediziner aus Europa und den USA in Krefeld zusammen, um neueste Ergebnisse über die Bedeutung von Vitamin D für die Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen zu präsentieren und zu diskutieren. Organisiert wird die Tagung unter anderem von den Homburger Dermatologen Professor Dr. Thomas Vogt und Professor Dr. Jörg Reichrath. Reichrath und sein Team erarbeiten Empfehlungen zum richtigen Umgang mit der Sonne und erforschen unter anderem, wie Vitamin D helfen kann, Hautkrebs vorzubeugen und zu behandeln. Vitamin D, auch als Sonnenhormon bekannt, ist wichtig für den Körper: Es ist unter anderem an Prozessen des Knochenaufbaus, der Zellteilung und des Zellwachstums beteiligt und stimuliert das Immunsystem. Der Körper kann es in der Haut mit Hilfe von UV-B-Strahlen des Sonnenlichts selbst produzieren. Dabei gilt, auf ein gesundes Maß zu achten und sich nicht stundenlang ungeschützt der Sonne auszusetzen und vor allem Sonnenbrand zu vermeiden, sagt Professor Reichrath. Hat der Körper zu wenig Vitamin D, können Mangelerscheinungen auftreten. Eine der bekanntesten Formen ist die bei Kindern auftretende Rachitis, einer Störung des Knochenstoffwechsels.

Seit geraumer Zeit legen zahlreiche Studien außerdem den Schluss nahe, dass Vitamin D bei der Entstehung von Krebs eine wichtige Rolle spielt, sagt der Hautarzt weiter. Das macht es für die Krebsprävention und -therapie interessant. So haben zum Beispiel Homburger Forscher um Professor Michael Pfreundschuh kürzlich in einer Studie gezeigt, dass ein Vitamin D-Mangel den Erfolg einer Antikörper-Therapie bei Lymphom-Patienten gefährdet. Mediziner setzen bei verschiedenen Krebserkrankungen auf Antikörper, um das Immunsystem zu stimulieren. Fehlt hier Vitamin D, scheint die körpereigene Abwehr oft nicht richtig zu arbeiten.

Jörg Reichrath beschäftigt sich in seiner Forschung unter anderem mit der Frage, wie Vitamin D und chemisch ähnliche Verbindungen vor Hautkrebs schützen können. Er und seine Kollegen untersuchen beispielsweise das Zusammenspiel von Vitamin D und p53, einem Protein, das die Zellteilung bei Tumorzellen unterbinden kann. Kommt es hierbei zu Fehlern, können Veränderungen im Genom die Folge sein. Forscher haben diese Prozesse bereits bei Hautkrebs nachgewiesen.

Bei dem Kongress kommen Wissenschaftler und Mediziner aus Europa und den USA zusammen, um über aktuelle Forschungsergebnisse zu diskutieren. Neben der Rolle von Vitamin D bei Krebserkrankungen geht es zum Beispiel um Vitamin D bei Herzkreislauferkrankungen oder um UV-Strahlen und Schwarzen Hautkrebs. Reichrath organisiert das 5th international Symposium: Vitamin D and Analogs in Cancer Prevention and Therapy zusammen mit seinem Homburger Kollegen Professor Dr. Thomas Vogt und dem Krefelder Mediziner Professor Dr. Michael Friedrich. Von der Tagung erhoffen wir uns, dass die neuen Erkenntnisse Auswirkungen auf die bislang geltenden Empfehlungen zur Prävention und Therapie von Krebserkrankungen haben, so Reichrath. Unterstützt wird die Tagung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Einen wissenschaftlichen Artikel, der einen Überblick zum aktuellen Stand der Forschung über Vitamin D und p53 gibt, haben Reichrath und seine Kollegen kürzlich veröffentlicht:

http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fphys.2014.00166/abstract

Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Jörg Reichrath
Leitender Oberarzt Hautklinik
Universitätsklinikum des Saarlandes
Tel.: 06841 16-23802
E-Mail: joerg.reichrath(at)uks.eu Weitere Informationen:https://www.medical-communications.de/fileadmin/content-editor/HELIOS_5th_IntSym...
uniprotokolle > Nachrichten > Vitamin D: Neue Hoffnung für Krebspatienten?
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/276707/">Vitamin D: Neue Hoffnung für Krebspatienten? </a>