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Portugal - Zuflucht für NS-Verfolgte am Rande Europas. Civitas-Vortrag der FH Potsdam

14.01.2004 - (idw) Fachhochschule Potsdam

Der Vortrag "Portugal - Zuflucht für NS-Verfolgte am Rande Europas" von Christa Heinrich, Leiterin der Zentralen Einrichtung Weiterbildung der Fachhochschule Potsdam, behandelt ein bis heute noch immer wenig bekanntes Kapitel der Exilgeschichte. Die Veranstaltung findet in der Reihe "Civitas - Europäische Partner und Vorbilder" der FH Potsdam um 18 Uhr im Palais am Stadthaus in Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 37, statt.

Das kleine, verarmte und rückständige Land am südwestlichen Zipfel Europas nahm in den ersten Jahren nach der Machtübernahme Hitlers Flüchtlinge ohne nennenswerte bürokratische Hürden auf und wurde als neutrales Land mit Kriegsbeginn zu einer der wichtigsten Fluchtschleusen für Verfolgte aus dem gesamten Machtbereich der Nationalsozialisten. Insbesondere nach der Niederlage Frankreichs galt es für Zehntausende prominenter und namenlos gebliebener Flüchtlinge, nach Lissabon zu gelangen, zum letzten erreichbaren freien Überseehafen: von dort fuhren Schiffe neutraler Staaten über den Ozean in die Freiheit. Das diktatorisch von Antonio Salazar regierte Portugal stellte sich zu der Zeit nur noch als Durchgangsstation zur Verfügung. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde Portugal zu einer Drehscheibe für Menschen, Waren und Informationen - Europa kam nach Portugal, in das Land, das bis dahin mit dem Rücken zum alten Kontinent gelebt und den Blick in die überseeischen Kolonien gerichtet hatte.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht der Flüchtlingsalltag in Portugal. Von der Haltung des Salazarregimes und der portugiesischen Bevölkerung wird die Rede sein sowie von den Aktivitäten internationaler Hilfsorganisation, die ihre europäischen Zentralen 1940 nach Lissabon verlegt hatten.

Christa Heinrich ist Diplomsoziologin. Sie arbeitete in der Frauenforschung und der Gewerkschaft Medien im Sender Freies Berlin, bevor sie 1997 an die Fachhochschule Potsdam kam und hier seit 2001 die Zentrale Einrichtung Weiterbildung leitet. Ihre Forschungsarbeit über Portugal als Exil- und Transitland begann sie 1989 als freie Sozialwissenschaftlerin und Publizistin. Sie realisierte 1993/94 den 70minütigen Dokumentarfilm 'Lissabon-Hafen der Hoffnung', Co-Produktion NRD/arte, Regie und Produktion Pavel Schnabel, darüber hinaus die Dokumentarausstellung 'Lissabon 1933-1945 - Fluchtstation am Rande Europas' im Auftrag des Goethe-Instituts Lissabon als Beitrag des Instituts zum Kulturhauptstadtprogramm 'Lisboa 94'. Die Ausstellung wurde an verschiedenen Orten in Portugal und danach 1995 in der Akademie der Künste, Berlin, 1996 am Gasteig in München und 1997 anlässlich der Portugalpräsentation auf der Frankfurter Buchmesse im Jüdischen Museum Frankfurt/Main gezeigt.

Die Civitas-Vorträge finden seit dem 20.10.2003 wieder montags um 18 Uhr im Palais am Stadthaus, Friedrich-Ebert-Str. 37, 14469 Potsdam, statt. Wie auch in den vergangenen Jahren besteht im Anschluss Gelegenheit, bei einem Glas Wein in lockeren Gesprächsrunden miteinander zu diskutieren.
Civitas wird unterstützt von Frau Ira Schwarz, Potsdam, und Frau Dr. Pia und Herrn Klaus Krone, krone mt, Berlin.


Programm "Civitas - Europäische Partner und Vorbilder"

19. Januar 2004
Portugal - Zuflucht für NS-Verfolgte am Rande Europas
Christa Heinrich, Fachhochschule Potsdam

26. Januar 2004
Nature2 - AcAr2 - GateWay 2: Drei erste Module von Salm2, einem europäischen Kooperationsprojekt zur prototypischen Zukunftsentwicklung der Kleinstadt Senones (Frankreich)
Prof. Mischa Schaub, Leiter des Hyperwerk FHBB, Schweiz
Prof. Winfried Gerling, Fachhochschule Potsdam

Veranstaltungsbeginn: jeweils 18 Uhr, Palais am Stadthaus
Friedrich-Ebert-Straße 37, 14469 Potsdam

Wir möchten Sie nach den Vorträgen zu einem Glas Wein einladen und mit Ihnen in lockeren Gesprächsrunden diskutieren. Das Palais am Stadthaus bietet dafür ein inspirierendes Ambiente.

Für weitere Informationen steht Ihnen Frau Ulrike Fischer, Leiterin der Abt. Marketing & Kommunikation der FH Potsdam, unter Tel. 0331 - 580 1070 oder e-mail marketing@fh-potsdam, zur Verfügung.

Das vollständige Programm und Informationen über Civitas I bis III finden Sie unter www.fh-potsdam.de/~civitas.


Medieninformationen und Veranstaltungshinweise der FH Potsdam können Sie auch im Internet abrufen: http://www.fh-potsdam.de
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