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Wir bringen neue Forschungsergebnisse ans Krankenbett

24.04.2014 - (idw) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) will ein neues Zeitalter in der kardiovaskulären Forschung einläuten. Das Ziel: Vielversprechende Ergebnisse aus der Grundlagenforschung sollen nicht mehr im Forschungssystem versanden, sondern bis ans Krankenbett weiterentwickelt werden (Translation). Die Forscher stellen ihre Arbeit auf der 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vor. Die kardiovaskuläre Forschung war in den letzten Jahrzehnten sehr erfolgreich. Herzinfarkthäufigkeit und -todesrate sind Jahren rückläufig. Auch die Diagnostik und Therapie von koronarer Herzerkrankung und Vorhofflimmern haben Erfolge zu verzeichnen. Und doch fehlt es in einigen Teilbereichen der Kardiologie an echten Durchbrüchen: In der Behandlung von Herzschwäche und Bluthochdruck beispielsweise greifen die Ärzte nach wie vor auf Klassiker wie ACE-Hemmer und Betablocker zurück, die auch schon vor 15 Jahren Standard waren. Der DZHK-Vorstandssprecher Prof. Thomas Eschenhagen sieht die zu geringe Zahl von Innovationen in der Herz-Kreislauf-Medizin teilweise im Forschungssystem begründet. Experimentelle Forscher ernten Ruhm, wenn sie einen neuen Biomarker oder ein Gen für eine Herzerkrankung entdecken. Die Weiterentwicklung bis zum Einsatz in der Klinik ist für einen Forscher aber nicht wirklich attraktiv und bringt weniger akademische Meriten, so der Pharmakologe aus Hamburg.

Zusätzliche Projektmittel für translationale Pipeline
Das DZHK will dieses Problem mit seiner neu aufgelegten Forschungsstrategie angehen und hat zu diesem Zweck sein Budget für Projekte entlang der translationalen Pipeline aufgestockt: DZHK-Forscher erhalten zusätzliche Projektmittel für die systematische Weiterentwicklung experimenteller Ergebnisse bis hin zur Patientenbehandlung. In einem dieser Pipeline-Projekte haben Forscher derzeit bereits Hemmstoffe der Micro-RNA 92a erfolgreich im Großtierversuch getestet, nachdem erste Befunde an Mäusen Erfolge bei Herzinfarkten ergeben hatten. Solche Projekte sind nur in Kooperation von Grundlagenforschern verschiedener Fachrichtungen mit klinischen Forschern möglich. Hierfür erweist sich die Struktur des DZHK als wichtige Voraussetzung, es macht gewissermaßen Schluss mit der Kleinstaaterei in der kardiovaskulären Forschung: Es fasst sieben exzellente Herz-Kreislauf-Forschungs-Standorte, 14 Universitätskliniken und insgesamt 27 Einrichtungen zusammen.

Am Ende des Translationsprozesses stehen klinische Studien. In ihnen müssen sich die Therapeutika am Menschen bewähren. Auch hierfür ist ein großes, deutschlandweit agierendes Institut besser aufgestellt als eine einzelne Universitätsklinik, denn es kann viel mehr Patienten einschließen. Damit dies überall unter exakt denselben Bedingungen geschieht, hat das DZHK in seiner Anfangszeit viel Mühe darauf verwendet, einheitliche Standards für die Erfassung von Daten und Biomaterialien zu entwickeln. Dass es das DZHK mit dem Kooperationsgedanken ernst meint, wird überdies dadurch deutlich, dass auch Nicht-DZHK-Partnereinrichtungen an klinischen Studien des DZHK partizipieren und Patienten einschließen können und sollen. So beteiligen sich beispielsweise alle großen Herztransplantationskliniken Deutschlands an der in Kürze startenden DZHK-Studie zum Einsatz von Herzunterstützungssystemen.

Über das DZHK
Initiiert wurde die Gründung des DZHK als eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die 27 Partnereinrichtungen an den 7 DZHK-Standorten wurden in einer internationalen Begutachtung ausgewählt. Zu den Partnereinrichtungen gehören 14 Universitäten bzw. Universitätskliniken sowie Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz- und Max-Planck-Institute und eine Ressortforschungseinrichtung. Daneben ist das DZHK eng mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und anderen externen Forschungspartnern aus dem Herz-Kreislauf-Bereich verbunden.

Das DZHK ist ein Modell dafür, wie sich individuell herausragende Wissenschaftler in einem transparenten Prozess vernetzen und dabei gemeinsame Forschungsstrategien und neue Stärken entwickeln. Rund 500 Forscherinnen und Forscher sind mittlerweile in DZHK-Projekten tätig, soviel wie in keinem anderen deutschen Herz-Kreislauf-Forschungskonsortium.

Kontakt:
Christine Vollgraf, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
DZHK-Geschäftsstelle, Oudenarder Str. 16, 13347 Berlin
Tel.: 030 4593 7102, christine.vollgraf@dzhk.de
www.dzhk.de
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