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International renommierter Strukturbiologe Prof. Dr. Kay Grünewald wechselt nach Hamburg ans HPI

24.04.2014 - (idw) Heinrich-Pette-Institut Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie

Mit der Berufung des Strukturbiologen Prof. Dr. Kay Grünewald und der damit verbundenen Einrichtung einer neuen Abteilung Strukturbiologie der Viren stärkt das HPI seine wissenschaftliche Ausrichtung und die Infektionsforschung am Wissenschaftsstandort Hamburg nachhaltig. Nun ist es offiziell: Der international anerkannte Strukturbiologe Prof. Dr. Kay Grünewald kommt nach Hamburg an das Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI) und wird Leiter der neuen Abteilung Strukturbiologie der Viren. Er folgt dem gemeinsamen Ruf der Universität Hamburg (UHH) und des HPIs, die seit über 20 Jahren in Forschung und Lehre miteinander kooperieren.

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: Dem Heinrich-Pette-Institut und der Universität ist es gemeinsam gelungen, mit Prof. Grünewald einen international anerkannten Spezialisten für Strukturbiologie von Oxford nach Hamburg zu holen. Durch seine Expertise bereichert Prof. Grünewald das Profil des Zentrums für Strukturelle Systembiologie CSSB in ausgezeichneter Weise. Das CSSB wird dazu beitragen, Hamburgs führende Position als internationales Zentrum für die Strukturforschung am Forschungscampus Bahrenfeld weiter auszubauen.

Seit 2011 engagieren sich das HPI und die UHH am Aufbau des Zentrums für Strukturelle Systembiologie (CSSB) am Wissenschaftscampus Hamburg-Bahrenfeld. In diesem interdisziplinären Forschungszentrum werden ab 2017 verschiedene Forschungsabteilungen von universitären und außeruniversitären Partnern komplexe Infektionsprozesse im Rahmen eines systembiologischen Gesamtkonzeptes untersuchen. Das CSSB-Forschungsgebäude wird derzeit in unmittelbarer Nähe zur PETRA III-Messhalle des Deutschen Elektronen-Synchrotron
(DESY) errichtet und somit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am CSSB den Zugriff auf europaweit einmalige Licht- und Röntgenstrahlungsquellen (FLASH, European-XFEL) ermöglichen, die einzigartige Bedingungen für die Struktur- und Systembiologie schaffen. Finanziert wird der Bau gemeinsam durch den Bund sowie Niedersachsen und Hamburg.

Mit der neuen Forschungsabteilung Strukturbiologie der Viren verankert das HPI am CSSB einen Zugang zu integrativen strukturbiologischen Fragestellungen innerhalb der Virologie mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der Kryo-Elektronenmikroskopie und Kryo-Elektronentomographie. Inhaltlich ergänzt wird dieser Ansatz durch die seit April bestehende neue Nachwuchsgruppe Dynamik viraler Strukturen unter der Leitung von Dr. Charlotte Uetrecht. Diese am HPI bislang einzigartigen Vernetzungen zwischen experimenteller, molekular-virologischer Grundlagen¬forschung und state-of-the-art Struktur- und Systemvirologie ermöglichen ein völlig neues Verständnis über die molekularen Ursachen virusbedingter Krankheiten. Gleichzeitig bieten die detaillierten strukturellen Analysen neue Ansätze für therapeutische Maßnahmen.

Wir freuen uns, dass wir nach Charlotte Uetrecht nun auch Kay Grünewald für das HPI gewinnen konnten. Ihre komplementären Forschungskonzepte schaffen einen deutlichen Mehrwert, der das unverwechselbare Forschungsprofil des HPI weiter stärken und die internationale Sichtbarkeit des Instituts im Bereich der experimentellen Virusforschung ausbauen wird, berichtet Prof. Dr. Thomas Dobner, Wissenschaftlicher Direktor und Abteilungsleiter am HPI.

Prof. Dr. Kay Grünewald:
Kay Grünewald wurde 1971 in Jena geboren. Nach dem Abitur in Dresden studierte er Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, wo er sein Diplom mit Auszeichnung bestand. Auch seine Promotion zum Thema Compartmentation of secondary carotenoid biosynthesis in the unicellular green alga Haematococcus pluvialis schloss er mit Summa cum laude ab.
Es folgten Stationen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine Botanik und Pflanzenphysiologie der Universität Jena, am Max-Planck-Institut für Biochemie in München-Martinsried und an den National Institutes of Health in Bethesda, USA. Bevor er 2009 an die Universität in Oxford wechselte, war er Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie in München-Martinsried. Seit fünf Jahren leitet Kay Grünewald das Oxford Particle Imaging Center am Wellcome Trust Centre for Human Genetics der Universität Oxford und ist 2013 dort zum Professor für Structural Cell Biology ernannt worden.

Auszeichnungen von Prof. Kay Grünewald:
2003 Norman P. Salzmann Award in Virology
2004 NIH Fellows Award for Research Excellence
2002-2009 Emmy-Noether Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft
2010 Wellcome Trust Senior Research Fellow

Über das Heinrich-Pette-Institut:
Das Heinrich-Pette-Institut widmet sich der Erforschung der Biologie humaner Viren, der Wechselwirkung zwischen Viren und ihrem Wirt, der Viruspathogenese, sowie der Abwehrmechanismen infizierter Organismen gegen Viren. Mit seinem Fokus auf die wichtigsten und weltweit verbreiteten Infektionserreger, wie HIV, Influenza, Hepatitis B und C Viren, Herpesviren, Adenoviren und weitere Tumorviren sowie Leukämie-assoziierte Viren ist das HPI in Deutschland einzigartig.
Infektionsimmunologische sowie tumorimmunologische Fragestellungen werden an Hand dieser Virusmodelle interdisziplinär mit Hilfe modernster molekular- und zellbiologischer Methoden, Proteomics und Zellimaging-Technologien (u.a. zelluläre und molekulare Kryo-Elektronenmikroskopie, Environmental Scanning-EM, CLEM, konfokale intravitale Hochleistungsmikroskopie) und an spezifischen Tiermodellen untersucht.

Ziel der Forschung am HPI ist es, virusbedingte Erkrankungen zu verstehen und neue Ansatzpunkte für verbesserte Therapien bei Viruserkrankungen und virusassoziierten Tumorerkrankungen zu erkennen. Weitere Informationen:http://www.hpi-hamburg.de/
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