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Leuchtende Gefängnisse

28.04.2014 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Ausstellung des amerikanischen Künstlers Peter Halley vom 10. Mai bis 27. Juli 2014 in Jena // Vernissage am 9. Mai, 18 Uhr // Pressekonferenz am 7. Mai Nach der großen Ausstellung mit Werken von Frank Stella werden nun unter der Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena vom 10. Mai bis 27. Juli 2014 Werke eines weiteren, berühmten amerikanischen Künstlers im Alten Straßenbahndepot in Jena (Dornburger Str. 17) gezeigt: Peter Halley präsentiert eine repräsentative Auswahl aus seiner Serie Prisons.

Der gebürtige New Yorker Peter Halley und Frank Stella könnten jedoch nicht unterschiedlicher sein. Stellas heutige Bilder und Skulpturen sprühen von exaltierter Bewegung, rasanter Schnelligkeit und Dynamik. Halleys Bilder hingegen folgen einer streng geometrischen Bildsprache. Der Künstler arbeitet seit Jahrzehnten mit einem immer gleichen geometrischen Grundmuster mit vertikalen und horizontalen Gitterstrukturen und er nennt diese Arbeiten Prisons (Gefängnisse).

Warum Halley seit 30 Jahren über 200 solcher Gefängnisse gemalt hat, liegt in seiner Kunstauffassung begründet. Halley stellt soziale Wirklichkeit dar und ist davon überzeugt, dass Geometrie die Welt beherrscht. Die Gefängnisse sind Visualisierungen dieser urbanen Strukturen, welche die Allgegenwart geometrischer Strukturen in der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts sichtbar machen sollen. Doch statt düsterer Gefängnisorte schafft Halley eine faszinierende Farbigkeit der Bilder. Er verwendet oft fluoreszierende Industriefarben, wie sie auch für Warnzeichen und Werbeplakate genutzt werden. Virtuos arbeitet er mit wechselnden Farbkonstellationen an eben dem immer gleichen kompositorischen Grundmuster.

Halley hat die mehr als 30 Werke für die Jenaer Schau selber ausgesucht. Sie stammen von Sammlern und Galerien aus ganz Europa. Noch nie wurden in Europa so viele Bilder aus dieser Werkgruppe an einem Ort zusammengeführt. Er freut sich darauf, dass er sich beschränken kann, weiß Prof. Dr. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität. Denn die Universität ermöglicht eine Schau, die Galeristen sonst nicht wollen. Der Zoologe und Ausstellungsmacher Fischer kuratiert diese Ausstellung mit seiner Frau Dr. Barbara Happe. Gemeinsam geben sie mit Prof. Dr. Steffen Siegel auch den Katalog heraus, der zur Ausstellung erscheint. Er enthält zum einen die wichtigsten, von Halley selber ausgewählten Seiten aus seinen Schriften. Zum anderen wird die kraftvolle Ausstrahlung seiner Bilder durch einen aufwendigen Druck gezeigt. Doch die raumgreifende Farbigkeit und die durch eine besondere Maltechnik erreichte dreidimensionale Wirkung kommen am eindrucksvollsten in der Ausstellung zur Geltung wovon sich die Besucher bis zum 27. Juli in Jena überzeugen können.

Mehr in München

Wer durch den Besuch der Jenaer Ausstellung Gefallen an den Werken Peter Halleys gefunden hat, erhält ab Mai in München einen erweiterten Einblick in die Werke des Künstlers. Die Galerie Thomas Modern in München (Türkenstraße 16) präsentiert vom 23. Mai bis 19. Juli 2014 (Vernissage am 22. Mai, 19 Uhr) die neuesten Arbeiten Peter Halleys direkt aus seinem Studio in New York. Hier öffnet er die gewohnt geschlossene Bildstruktur und verzichtet weitgehend auf die kompakte, symmetrische Anordnung. In den neuesten Arbeiten lässt Halley die 'Prisons' innerhalb eines Bildes auf neue, spielerische Weise miteinander korrespondieren, wie die Werke in München zeigen werden.

Vernissage

Zur Vernissage in Jena am 9. Mai um 18 Uhr ist die Öffentlichkeit eingeladen. Peter Halley wird ebenso anwesend sein wie Frank Stella, der eine kurze Einführung hält.

Förderer

Die Ausstellung der Friedrich-Schiller-Universität wird gefördert von Jenoptik AG, Sparkasse Jena-Saale-Holzland, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Jenawohnen und der Bürgerstiftung Jena. Die Nahverkehrsbetriebe (JeNah) stellen in großzügiger Weise das Straßenbahndepot für die Ausstellung zur Verfügung. Kooperationspartner sind die Städtischen Museen Jena und die Galerie Thomas Modern aus München.

Ausstellung auf einen Blick

Titel: Peter Halley Prisons
Öffnungszeiten: mittwochs bis sonntags von 13 bis 20 Uhr;
Freitag, 23.05.2014, zur Langen Nacht der Museen bis 23 Uhr geöffnet
Ort: Altes Straßenbahndepot, Dornburger Str. 17, Jena
Eintritt: Erwachsene 4 , ermäßig 2

Pressekonferenz

Zur Jenaer Ausstellung ist eine Pressekonferenz mit dem Künstler geplant, die am 7. Mai um 11 Uhr im Straßenbahndepot stattfinden soll. Genauere Informationen gehen den Medien rechtzeitig zu und sind im Internet zu finden unter: www.uni-jena.de/PK_Termine.html.

Peter Halley

Peter Halley wurde 1953 in New York City geboren. Er schloss die Yale University mit dem Bachelor of Arts ab und erhielt 1978 den Master of Fine Arts von der University of New Orleans. 1980 ging Halley von New Orleans zurück nach New York, wo er bis heute lebt und arbeitet. Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Peter Halley in seinen Gemälden mit dem Verhältnis von Geometrie und Kunst sowie mit der zunehmenden Geometrisierung unserer Gesellschaft.

Peter Halleys Arbeiten wurden in Einzelausstellungen unter anderem gezeigt im capc Musee d'Art Contemporain, Bordeaux (1991), im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid (1992), im Stedelijk Museum, Amsterdam (1992), im Dallas Museum of Art (1995), im Museum of Modern Art, New York (1997), im Kitakyushu Municipal Museum of Art (1998), im Museum Folkwang, Essen (1998) sowie im Musée d'art moderne, St. Étienne (2014).

Seine Arbeiten wurden weltweit in zahlreichen Galerien ausgestellt, unter anderem in Brüssel, Chicago, Helsinki, London, Madrid, Moskau, München, New York, Paris, Rom, Seoul und Tokyo.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat Peter Halley temporäre und permanente Installationen für öffentliche Orte geschaffen, so für die State University of New York, Buffalo (1998), die Stadtbibliothek in Usera, Spain (2002), die Banco Suisso dItalia Art Collection, Turin (2003) und den Dallas/Fort Worth International Airport in Texas (2005). 2008 gelang Halley eine riesige permanente Installation für die Gallatin School der New York University.

Während all dieser Zeit hat Halley außerdem über Kunst und Kultur geschrieben. Seine frühen Aufsätze behandeln Post-Strukturalismus, Post-Moderne sowie die digitale Revolution der 1980er Jahre. Sie sind in zwei Bänden gesammelter Werke zusammengefasst. Für seine kritischen Schriften erhielt er 2001 den Frank Jewett Mather Award von der College Art Association der USA.


Von 1996 bis 2006 gab Peter Halley das Index Magazine heraus, das Interviews mit Künstlern aller Genres veröffentlichte. Er lehrte an der Columbia University, der University of California, Los Angeles und der School of Visual Arts, New York. Von 2002 bis 2011 war Halley Director of Graduate Studies in Painting and Printmaking an der Yale University School of Art.

(Quelle: www.peterhalley.com/) Weitere Informationen:http://www.peterhalley-jena.de/
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