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FH-Mainz Studentin Martina Müller arbeitet ehrenamtlich als Bewährungshelferin

29.04.2014 - (idw) Fachhochschule Mainz

Wer an Bewährungshelfer denkt, stellt sich vielleicht eher harte Kerle mit Narben im Gesicht und schlechtem Benehmen vor, wie sie in amerikanischen Hollywoodstreifen vorkommen. Diesem Klischee widerspricht Martina Müller nur zu gerne. Die 28-jährige Wirtschaftsrecht-Studentin am Fachbereich Wirtschaft der FH Mainz ist eine ehrenamtliche Bewährungshelferin und das genaue Gegenteil: zierlich, jung, klug, aber dennoch mit viel Power. In Baden-Württemberg, wo Martina herkommt, können auch zivile Personen als Bewährungshelfer ausgebildet und tätig werden. Ich habe ein dreiviertel Jahr lang ein Seminar absolviert, sagt die Mannheimerin. Dann durfte sie Menschen, die Bewährung bekamen, helfen. Zurzeit hat sie zwei Klienten, um die sie sich kümmert. Sie hilft ihnen ihr Leben wieder ins Lot zu bringen. Die Studentin begleitet ihre Schutzbefohlenen zu Gerichtsverhandlungen, hilft bei Job- oder Wohnungssuche, geht mit ihnen zu Ämtern, überprüft, ob die Gerichtsauflagen eingehalten werden. Vor allem hat sie aber immer ein offenes Ohr für ihre Probleme. Sie müssen oft lernen mit alltäglichen Situationen wieder zurechtzukommen, so Martina Müller. Zu ihrer Klientel gehören Menschen, die wegen eines Kapitalverbrechens schuldig gesprochen wurden, wie Körperverletzung oder Eigentumsdelikte. Es ist ein Bereich, den ich in meinem Privateben nie kennengelernt habe, erzählt sie.

Neben ihrem eher außergewöhnlichen Ehrenamt absolviert sie ihr Studium in Mainz. Und das mit sehr gutem Erfolg. Dank ihres sozialen Engagements und ihrer sehr guten Leistungen im Studium erhält Martina Müller zwei Semester lang das Deutschlandstipendium in Höhe von 300 Euro monatlich. Das Geld geht größtenteils für Bücher drauf, sagt die Mannheimerin. Der Studiengang Wirtschaftsrecht bietet ihr einen guten Mix zwischen fundierten rechtswissenschaftlichen Kenntnissen, den Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und der Zusatzqualifikation Sprache. Dies ermöglicht mir nach dem Abschluss in sämtlichen Bereichen der Wirtschaft tätig zu sein, sagt sie und will später ins Personalmanagement einsteigen. Bevor es aber soweit ist, steht noch ein Auslandspraktikum auf dem Programm. Am liebsten würde ich ein Praktikum in den USA machen, sagt sie. Dafür zweigt sie auch immer etwas Geld von Deutschlandstipendium ab.
 
Infos zum Deutschlandstipendium:
Das Deutschlandstipendium ist eine Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und soll einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Deutschland leisten. Die Besonderheit ist das Zusammenspiel von privaten Förderern, Unternehmen oder Privatpersonen, einerseits und dem Staat andererseits: jede Seite finanziert zwei Semester lang einen Studierenden mit je 150 im Monat.
www.fh-mainz.de/studium/deutschlandstipendium/
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