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Aus Anlass dieser Jubelfeier: Universitätsmuseum zeigt prachtvolle Glückwunschschreiben

30.04.2014 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Erstmals zeigt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine umfassende Schau der prächtigsten Glückwunschadressen und Grußrollen aus den Beständen ihres Archivs. Die Sonderausstellung, die vom 7. Mai bis zum 6. Juli 2014 im Universitätsmuseum im Löwengebäude zu sehen ist, zeigt unter dem Titel Aus Anlass dieser Jubelfeier - Gratulationskultur im 19. und 20. Jahrhundert beeindruckende Objekte, die Universitäten, zum Beispiel New York, Dublin, Lausanne oder Moskau, nach Halle sandten oder dem jeweiligen Rektor persönlich überbrachten. Die Vernissage findet am Dienstag, 6. Mai, 16 Uhr statt. Zu den eindrucksvollen Ausstellungsstücken gehören auch im Archiv neu entdeckte und eigenhändig unterzeichnete Schreiben des Nobelpreisträgers Conrad Wilhelm Röntgen, 1894 Rektor der Universität in Würzburg, und eine Glückwunschadresse von Lord Kelvin, britischer Physiker und im selben Jahr Präsident der Royal Society in London. Aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der Universität Halle im Jahr 1894 werden weltweit oftmals sehr aufwändige und künstlerisch gestaltete Stücke als Glückwunschschreiben gefertigt und in ebenso aufwändig gestaltet Mappen oder Kapseln verpackt und nach Halle gesandt, erklärt der Kurator der Ausstellung, Dr. Michael Ruprecht - Leiter des Archivs der Universität und amtierender Leiter der Zentralen Kustodie.

Die kostbaren Objekte wurden aber keinesfalls immer nur per Post oder Boten nach Halle geschickt. Viele Universitätsrektoren erschienen im Jahr 1894 persönlich - auch Röntgen übergab die schriftlichen Glückwünsche an den damaligen Rektor der Universität Willibald Beyschlag selbst in der Aula. Die Feier zum Jubiläum dauerte mehrere Tage - wohl auch weil 100 Gesandte wissenschaftlicher Einrichtungen persönlich vorsprachen.

Es hat lange gedauert, bis auch in weltlichen Kreisen Jubiläumsfeiern dieser Art und Größe sich entwickeln, so Michael Ruprecht. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts war es so weit. Die Universitäten sind die ersten, die sich ihrer Tradition auf diese Art vergewissern. Glückwunschadressen und Grußrollen werden übersandt, die Universitäten und Akademien gratulieren sich. 1802, das Jahr des 300. Bestehens der Universität Wittenberg sah das aber noch recht bescheiden aus. In der Ausstellung ist eine dicke Akte zu sehen, in der im 19. Jahrhundert diverse hochrangige, aber sachlich gestaltete Schreiben einfach abgeheftet werden.

Bereits 1867 wird es bunter: Zur 50. Wiederkehr der Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg trafen in Halle Mappen und Kapseln ein, die erstmals verziert sind. Enthalten waren aufwändig gestaltete Glückwunschschreiben. In ihnen zeigt sich der Respekt der geehrten Institution gegenüber, aber auch der Repräsentationswillen der Absender, so Ruprecht. Ihren Höhepunkt erreicht die Gratulationskultur in Halle und mit ihr der finanzielle Aufwand im Jahr 1894. Aus diesem Jahr stammen die meisten und schönsten Stücke.

Im Kontrast dazu hat Michael Ruprecht in der Schau wiederum das Jahr 1967 gesetzt. 150 Jahre sind die Universitäten Halle und Wittenberg da vereinigt. Sachlichkeit herrschte vor. Zu den Glückwunschschreiben zählten klassische Telegramme, schlichte Schreibmaschinenseiten und nur noch wenige handschriftliche Briefe. Das Phänomen der universitären Grußkultur und ihre prächtigen Höhepunkte sind wissenschaftlich bisher noch nicht beschrieben und bearbeitet worden. Wir wissen noch viel zu wenig, so Ruprecht.

Gezeigt werden in der Ausstellung zusätzlich auch Grußadressen, die die Universität Halle an andere Universitäten verschickte und die nur aus Anlass der Schau aus Heidelberg, Tübingen und Braunschweig zurück nach Halle geholte werden.


Ausstellung:
Aus Anlass dieser Jubelfeier - Gratulationskultur im 19. und 20. Jahrhundert.
Universitätsmuseum, Löwengebäude
Universitätsplatz 1 in 06108 Halle (Saale)
7. Mai bis 6. Juli 2014
jeweils Di bis Fr von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; So von 14 bis 18 Uhr; an Feiertagen geschlossen
Eintritt frei; Führungen möglich auf Anfrage unter 0345-5521733
Vernissage am Dienstag, 6. Mai, 16 Uhr
Finissage am Sonntag, 6. Juli, 15 Uhr
Es erscheint eine Begleitpublikation zur Ausstellung.
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