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Experten aus der ganzen Welt feiern 150 Jahre Ohrenheilkunde

02.05.2014 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Vor 150 Jahren wurde die Grundlage für die Entwicklung der Ohrenheilkunde gelegt. Die wissenschaftliche Zeitschrift "Archiv für Ohrenheilkunde" wurde 1864 gegründet. In Halle (Saale) feiern Wissenschaftler aus allen Erdteilen diesen Geburtstag und werfen einen Blick voraus in die künftige Entwicklung des Fachgebietes. Vor 150 Jahren wurde an der Universität Halle neben Würzburg und Wien die Grundlage für die wissenschaftliche Entwicklung des Faches Ohrenheilkunde (Otologie) gelegt. Professor Hermann Schwartze gründet 1864 gemeinsam mit Professor Anton von Tröltsch (Würzburg) und Professor Adam Politzer (Wien) die wissenschaftliche Zeitschrift Archiv für Ohrenheilkunde. Den 150. Geburtstag feiern Experten aus der gesamten Welt mit einer großen Fachtagung, die vom 7. bis 10. Mai 2014 in Halle stattfindet. Veranstaltungsort ist die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Gäste und Redner werden aus Ländern aller Erdteile erwartet: USA, Russland, Schweiz, Österreich, Polen, Slowakei, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Belgien, Niederlande, Italien, Türkei, Rumänien, Ägypten, Indien, Neuseeland, Vereinigte Arabische Emirate und Deutschland. Organisiert wird die Veranstaltung 150 Jahre des Archivs für Ohrenheilkunde Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft durch die hallesche Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Die Tagung wird durch ein Grußwort des Ministers für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring, eröffnet.

Die Gründung des Archivs für Ohrenheilkunde war ein innovativer Schritt, unterstreicht Prof. Dr. Stefan Plontke, Direktor der halleschen Uni-HNO-Klinik die Bedeutung der Zeitschrift für das Fachgebiet. Als wissenschaftliches Fachorgan war sie ein Motor für die klinisch orientierte Forschung und Differenzierung der operativen Medizin. Halle und die Universitätsmedizin können besonders darauf stolz sein, dass eine der Wurzeln für das Fachgebiet in Halle liegt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu der zunehmenden Spezialisierung der medizinischen Fachdisziplinen und somit auch zur Herausbildung chirurgischer Spezialdisziplinen wie die Ohrenheilkunde. Hermann Schwartze gründete nicht nur eine Klinik für Ohrenheilkunde in Halle, sondern wurde durch die Universität auch zu einem der ersten Professoren des Fachgebietes im deutschsprachigen Raum ernannt.

Das Archiv für Ohrenheilkunde war weltweit das erste Publikationsorgan, welches sich ausschließlich mit Fragen der Ohrenheilkunde heute Teil des Fachgebietes Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde beschäftigte. Durch die veröffentlichten Arbeiten in der Zeitschrift kam es zu einer raschen Weiterentwicklung des Fachgebietes. Die Zeitschrift wird heute als European Archives of Otorhinolaryngology weitergeführt. Professor Plontke: Das European Archives of Otorhinolaryngology ist damit die längste und ununterbrochen erscheinende Zeitschrift des heutigen Fachgebietes Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.

Weltweit spielt die Ohrenheilkunde eine wichtige Rolle: 360 Millionen Menschen leiden weltweit an einem beeinträchtigenden Hörverlust. Allein in der Europäischen Union sind geschätzte 430.000 Menschen taub. Hörbehinderungen bedeuten für die Betroffenen große Einschränkungen in Hinblick auf die Möglichkeit, mit der Umgebung zu kommunizieren, was das soziale Leben der Patienten (Isolation) und die Teilhabe im Beruf beeinträchtigt, sagt der hallesche HNO-Professor. Daher sei es besonders wichtig, das Fachgebiet weiterzuentwickeln und sich beispielsweise mit den Ursachen für bestimmte Erkrankungen wie dem Hörsturz intensiver auseinander zu setzen. Seine Klinik leiste dazu einen wichtigen Beitrag. So verfüge die HNO-Klinik über eine der modernsten Hörprüfanlagen in Deutschland. Global gesehen gebe es sehr große Unterschiede in den Behandlungsmöglichkeiten. Während in Deutschland und Europa die Wiederherstellung des Gehörs durch High-Tech-Hörimplantate möglich sei, sterben in anderen Ländern noch Kinder und Erwachsene an den Komplikationen der Mittelohrentzündung.


Auf der Tagung solle es nicht nur einen Rückblick auf die vergangenen 150 Jahre der Ohrenheilkunde geben, sondern vielmehr einen Ausblick auf die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen an das Fachgebiet Ohrenheilkunde.
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