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Biopharmazeutika essenzieller Bestandteil neuer Therapien

02.05.2014 - (idw) Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

Neuartige Behandlungsansätze durch Biopharmazeutika
Antikörper-Forschung für die unterschätzte Erkrankung Sepsis
Orphan Drugs Perspektiven für die Behandlung seltener Krankheiten

Das 4. Kooperationsforum Biopharmaceuticals am 21. Mai 2014 in Benediktbeuern bietet eine ideale Plattform für den Informationsaustausch und die Kontaktanbahnung. Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerkes Life Science konzipiert und organisiert das Forum mit Roche in Penzberg. Präsentiert werden der medizinische Bedarf und neue Therapieansätze mit Biopharmazeutika, regulatorische Aspekte, neue Herstellungsverfahren sowie Erwartungen und Herausforderungen bei Early Stage und Discovery Deals. Ein eitriger Zahn, eine Lungenentzündung oder ein Harnwegsinfekt was oft harmlos anfängt, kann sich zu einer folgenschweren Sepsis, umgangssprachlich Blutvergiftung, entwickeln. Eine unkontrollierte Kettenreaktion in der Entzündungsantwort des Körpers auf die ursächliche Infektion ist dafür verantwortlich und kann zu (multiplem) Organversagen oder sogar zum Tod führen.
Mit jährlich 154.000 Neuerkrankungen und 60.000 Todesfällen deutschlandweit (Apotheken Umschau; Universitätsklinikum Jena) ist Sepsis die dritthäufigste Todesfolge nach Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Alle 3 bis 4 Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an Sepsis, jährlich 6 Millionen Neugeborene und Kleinkinder sowie 100.000 Mütter im Wochenbett, vor allem in Entwicklungsländern (www.world-sepsis-day.org).
Und die Fallzahlen steigen: Im Krankenhaus behandelte Sepsisfälle haben sich im Laufe der letzten 10 Jahre verdoppelt (www.cdc.gov). Hier ist dringender Handlungsbedarf sichtbar.
Doch auch die Behandlung von seltenen Krankheiten (Häufigkeit von weniger als 5 Erkrankten unter 10.000 Personen) mit den dazugehörigen Orphan Drugs steht heutzutage durch veränderte Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung endlich im Fokus.

In beiden Fällen kommt die moderne Medikamentenforschung zum Tragen, die das molekulare Verständnis der Krankheitsursache mit dem Design von spezifischen Medikamenten und der Entwicklung von begleitenden Biomarkern zusammenbringt. Biopharmazeutika gelten dabei als ideale Lösung. Ihr Anteil unter den jährlich neu zugelassenen Wirkstoffen liegt mittlerweile bei etwa 25 Prozent. Durch kosten- und zeitintensive Prozesse und Nachfrage nach spezifischem Know-how wird die Wirkstoff- und Arzneimittelentwicklung in Zukunft jedoch verstärkt auf Kooperationen und Partnerschaften basieren.

Das Kooperationsforum
Für den dazu nötigen Informationsaustausch und die Kontaktanbahnung bietet das 4. Kooperationsforum Biopharmaceuticals am 21. Mai 2014 in Benediktbeuern eine ideale Plattform. Die Bayern Innovativ GmbH als Koordinator des Netzwerkes Life Science konzipiert und organisiert das Forum mit Roche in Penzberg einem der europaweit größten Biotech-Standorte als strategischem Partner sowie dem Cluster Biotechnologie Bayern.

Referenten der Unternehmen Roche, Bayer, Noxxon, Morphosys, Wacker Biotech, Rentschler Biotechnologie, Granzer Regulatory Consulting sowie Wissenschaftler und Ärzte der Universitäten bzw. Universitätskliniken aus Jena, Würzburg, Regensburg, München und Zürich konnten gewonnen werden. Sie stellen den medizinischen Bedarf und neue Therapieansätze mit Biopharmazeutika vor. Präsentiert werden zudem regulatorische Aspekte, neue Herstellungsverfahren sowie Erwartungen und Herausforderungen bei Early Stage und Discovery Deals.

Die Referenten (Auswahl)
Dr. Ralf Schumacher, Head of Large Molecule Research, und Dr. Klaus Bosslet, Head Discovery Oncology, beide Roche, Penzberg, erläutern aktuelle Vorhaben hinsichtlich künftiger Therapien auf Biopharmazeutika-Basis. Besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von rekombinanten Fusionsproteinen, die es ermöglichen sollen, Tumore zu behandeln, die gegen Chemotherapie und Standard-Antikörpertherapie resistent sind.

Aktuelle Marktzahlen zu Biopharmazeutika präsentiert Dr. Frank Mathias, Vorsitzender vfa bio und Vorstandsvorsitzender Medigene. Sein Fokus liegt dabei auf den sogenannten Orphan Drugs; derzeit (Stand Februar 2014; www.vfa.de/orphans) sind in der EU 69 Medikamente mit diesem Status zugelassen. Allein in Europa gibt es ca. 6.000 verschiedene seltene Erkrankungen, darunter viele Stoffwechselstörungen und seltene Krebsarten.

An einer schnelleren Diagnostik und verbesserten Therapie von schwerer Sepsis arbeiten verschiedene Forschungseinrichtungen und Unternehmen, z. B. das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) Septomics, ein fakultätsübergreifendes Forschungszentrum, zu dem auch das Universitätsklinikum Jena (UKJ) gehört. Dort widmet sich das Center for Sepsis Control and Care (CSCC), das als eines von insgesamt acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren (IFB) in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, allen Aspekten im Verlauf einer Sepsis von Prävention und Diagnose bis intensivmedizinischer Versorgung und Langzeitfolgen. Prof. Dr. Niels Riedemann, Leitender Oberarzt Intensivtherapie, UKJ und Vorstandsmitglied des CSCC, gibt einen Überblick über den Status quo und Anforderungen an biopharmazeutische Wirkstoffe gegen Sepsis. Unter anderem berichtet er über die Entwicklung einer Antikörpertherapie.

Ebenfalls auf Antikörper setzt die Adrenomed AG, und zwar mit dem Target-Molekül Adrenomedullin. Das Protein verfügt über eine stark gefäßerweiternde Aktivät und führt durch hohe Plasmalevel im Fall eines septischen Schocks zu starken Blutdruckabfall bis zu gesteigerter Mortalität. Dr. Frauke Hein, Chief Business Officer, stellt die Strategie vor.

Der Fall TGN1412 der TeGenero AG ging 2006 als katastrophaler Verlauf eines klinischen Tests durch die Presse. Prof. Dr. Thomas Hünig von der Universität Würzburg hat in den vergangenen Jahren die Ursachen des Arnzeiversagens aufgeklärt und präsentiert nun die neuesten Erkenntnisse und TAB08 als Nachfolge-Antikörper der TheraMAB GmbH.

Sogenannte Spiegelmere® stellen einen neuen Ansatz in der onkologischen Therapie dar. Die künstlichen L-Stereoisomere von Ribonukleinsäuren binden an gewünschte Target-Strukturen. Sie sind insgesamt stabiler als andere Biotherapeutika, da sie von natürlichen Proteasen nicht erkannt werden können. Weitere Vorteile: Sie können nicht mit natürlicher RNA oder DNA binden und sind nicht-immunogen. Dr. Axel Vater von der Noxxon Pharma AG zeigt den Weg der Entwicklung vom Labor in die Klinik auf.

Der Open Innovation-Gedanke
Um die Etablierung branchenübergreifender Kooperationen, den Informationsaustausch
zwischen Industrie und Wissenschaft und neue Produktideen aktiv zu unterstützen, führt die Bayern Innovativ GmbH potenzielle Partner auf ihren Foren zusammen.
In verschiedenen Anwendungsbereichen sind dabei Anknüpfungspunkte für die Wert-schöpfungskette zu erwarten. Insbesondere können auch Technologien, die bereits in anderen Industriesektoren etabliert sind, Lösungen bieten.
Nutzen Sie das Forum als ideale Plattform für den direkten Kontakt mit Experten und Unternehmen sowie als Informationsquelle über aktuelle Trends und zum Erfahrungs- und Wissensaustausch.
Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an diesem Kooperationsforum ein.


Erwartet werden 200 Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft. Aktuell sind Vertreter folgender Unternehmen und Einrichtungen angemeldet bzw. zeigen in der begleitenden Fach- und Posterausstellung ihre Produkte, Technologien und Dienstleistungen: apceth, ALNuMed, Avestin Europe, Bayerische Forschungsallianz, Bio-Rad Laboratories, BSL BIOSERVICE Scientific Laboratories, Cfm Oskar Tropitzsch zusammen mit Iris Biotech, Dr. von Haunerschen Kinderspital Kubus Forschungszentrum, EDI, Eppendorf, gempex, Intana Bioscience, InVivo Biotech Services, MicroCoat Biotechnologie gemeinsam mit Hyglos, Phytos Labor für Analytik von Arzneimitteln, PELOBIOTECH, Protagen Protein Servic
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