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Europaweit erste akademische Weiterbildung im Bereich Lauftherapie startet in Hildesheim

05.05.2014 - (idw) HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen

HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst entwickelt Multimodale Lauftherapie / berufsbegleitendes hochschulzertifiziertes Weiterbildungsangebot Die in dieser Form europaweit erste akademische und hochschulzertifizierte Weiterbildung Multimodale Lauftherapie (MML) startet im Herbst dieses Jahres an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst am Standort Hildesheim. Entwickelt wurde die Weiterbildung von Prof. Dr. Sabine Mertel, selbst Lauftherapeutin und renommierte Forscherin auf dem Gebiet der Körper- und Bewegungstherapie. Geeignet ist die Weiterbildung zum Beispiel für Sozialpädagog/inn/en, Pädagog/inn/en, Kindheitspädagog/inn/en, Physio- und Ergotherapeut/inn/en, Fachkräfte der Gesundheits- und Pflegewissenschaften, Psycholog/inn/en oder Mediziner/innen.

Über drei Semester verteilt werden bis Februar 2016 insgesamt fünf Module zu Wissen, Methodenkompetenz und Lauftherapiepraxis mit 350 Unterrichtseinheiten angeboten (250 Stunden Präsenzzeit/ 100 Stunden Selbststudium), die berufsbegleitend absolviert werden können. Die Lehrveranstaltungen starten am 17. Oktober 2014 und finden in Form von 17 Kompaktseminaren jeweils freitags ab 14 Uhr und sonnabends ganztägig in Hildesheim statt. Das Programm kostet 3850 Euro. Es werden maximal 18 Plätze angeboten.

Inhaltlich beschäftigen sich die Module mit den Themenfeldern:

Multimodale Lauftherapie: Konzept, lauftherapeutische und -pädagogische Intervention, Supervision, Networking, Handlungsfelder Multimodale Lauftherapie, Präventions- und Gesundheitsförderung
Bewegungs- und Trainingswissenschaft: Bewegungslehre, Biomechanik, Trainingslehre und Methodik, Laufnebenwirkungen
Anatomie und Physiologie: Funktion laufrelevanter Organsysteme; Kontraindiktionen; Gesundheits- und Krankheitsmodelle
Psychologie und Pädagogik: Motivation, Gruppendynamik, Gesprächsführung, biopsychosoziale Problemlagen, Therapieverfahren
Forschungsmethoden

Prof. Dr. Sabine Mertel

Prof. Dr. Sabine Mertel, Jahrgang 1964, ist Dipl.-Sozialpädagogin (praktische Tätigkeiten in forensischen Handlungsfeldern sowie freiberuflicher psychosozialer Beratungspraxis), promovierte in Erziehungswissenschaften und ist seit 2002 als Hochschullehrerin tätig. An der HAWK ist sie für Empirische Sozialforschung berufen. Sie ist Lauftherapeutin und bietet bereits seit längerem lauftherapeutische Interventionen für Einzelne und Gruppen an. Ebenso ist sie beim Bündnis gegen Depression Hildesheim, Peine, Gifhorn ehrenamtlich aktiv und gestaltet wöchentlich einen offenen Lauftreff. Sie forscht zu körper- und bewegungsspezifischen Themen wie etwa der Rekonstruktion zu Körperkompetenz und Handlungsfähigkeit sowie zu Wirkungsweisen von Lauftherapie bei Menschen mit psychischen Erkrankungen (Lehrforschungswerkstätten sowie Drittmittelforschungen). Designs und Ergebnisse eigener inter- und transdisziplinärer Forschung und Zusammenarbeit werden unmittelbar in die Weiterbildung eingehen und weiterentwickelt.

Die Lauftherapie

Die Idee der Lauftherapie geht grundlegend auf Alexander Weber zurück, der bereits in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Forschung, Lehre und Praxis Laufen als Behandlungsmethode konzipiert hat. 1988 gründete er das Zentrum für Lauftherapie, das heutige Deutsche Lauftherapiezentrum e.V. (DLZ).

Fast zeitgleich beschäftigte sich auch Ulrich Bartmann (1989) mit dem therapeutischen Joggen und entwickelte eine Lauftherapie für Nichtläufer/innen sowie 2003 ein verhaltenstherapeutisches Weiterbildungskonzept bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.V. (DGVT).

Vernetzt sind Lauftherapeut/innen bundesweit im Verband der Lauftherapeuten e.V. (VDL). Der Verband der Lauftherapeuten vertritt die beruflichen Interessen seiner Mitglieder u.a. gegenüber den Körperschaften des Gesundheits- und Sozialwesens, öffentlichen Institutionen, Medien sowie Verbänden und Parteien. Der VDL ist bundesweit vertreten und regional vernetzt.

Besonderheiten der Multimodalen Lauftherapie (MML)

Die von der HAWK angebotene Multimodale Lauftherapie ist eine Körper- und Bewegungstherapie, die bei psycho-sozialen Störungen und -Krankheiten angewandt werden kann. Sie zielt auf physische und psychische Veränderungen, um die Ich- und Sozialkompetenz der Akteur/inn/en zu stärken. Besonders der Körper als Medium bietet neue Wege der Beziehungsarbeit in Beratung und Behandlung. Diese Weiterbildung ist gesundheitsbezogen und pädagogisch sowie auf die fallspezifische Verknüpfung mit weiteren therapeutischen Verfahren ausgerichtet.

In der Weiterbildung wird der aktuelle, interdisziplinär theoretische und empirische Wissensstand zu Körper, Bewegung und Laufen vermittelt, um die Teilnehmer/innen zu befähigen, im Sozial- und Gesundheitsbereich die Multimodale Lauftherapie bei psychischen Beeinträchtigungen oder pädagogischen Problemstellungen anzuwenden. Im Kern geht es um eine spezifische Körper- und Bewegungsbildung, bei der die Klient/inn/en bei psychischen, sozialen und körperlichen Einschränkungen in lauftherapeutischen Settings unterstützt werden sollen, indem präventiv und kurativ sowie auf der Basis professioneller Netzwerke (assoziierte Therapien) gehandelt und systematisch reflektiert wird. Neben der gezielten Vermittlung von therapeutischen Kompetenzen geht es auch um Kenntnisse von Versorgungssystemen und Gesundheitsförderung.

Die Lauftherapie ist eingebettet in unterschiedliche therapeutische und pädagogische Interventionsformen und erfordert deshalb eine kontinuierliche Vernetzung und systematische Reflexion mit anderen Expert/inn/en und Multiplikator/inn/en. Sie ist deshalb projektorientiert und anwendungsbezogen, indem eigene Laufgruppen gegründet und Netzwerke hergestellt werden sowie forschungsbezogen, weil vorliegende Studien diskutiert, laufende Forschungen evaluiert und eigene Forschungsarbeiten (zwei Semester) realisiert werden.

Beratung
Fachliche Leitung
Prof. Dr. Sabine Mertel
HAWK Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
E-Mail: sabine.mertel@hawk-hhg.de

Anmeldung
HAWK Weiterbildung
Carsten Rumbke
Tel.: 05121/ 881-516
E-Mail: weiterbildung@hawk-hhg.de
Internet: www.hawk-hhg.de/weiterbildung

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Weitere Informationen:

Prof. Dr. Sabine Mertel: bisherige Studien als Projektleiterin

2014:
Mobilität von Menschen mit psychischen Erkrankungen Multimodale Lauftherapie in stationärer Behandlung und Nachsorge Kooperationspartner*in Burghof Kliniken Rinteln (Drittmittelforschung)

2013:
Körperbiografien und Agency Zur Rekonstruktion von Körpererfahrungen Körperpraktiken sowie Körperkonzepten von Adressat*innen Sozialer Arbeit. (Drittmittelforschung)

Lauftherapie und Lebensqualität bei Menschen mit psychischer Erkrankung. Kooperationspartner*in AMEOS Klinikum Hildesheim (Drittmittelforschung)

2011:
Sozialatlas Hildesheim - Institutionen Multiplikator*innen und Adressat*nnen des Sozial- und Gesundheitswesens. Kooperationspartner*innen Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Hildesheim. (Drittmittelforschung).


2009:
HISPOKI - Modellprojekt: Außerschulische Betreuung des Eintracht Hildesheim von 1861 e.V. in Kooperation mit der Grundschule Ochtersum und dem Jugendamt Hildesheim. Wissenschaftliche Begleitforschung zu Sozial-, Interaktions- und Körperkompetenz von Kindern im Kontext von Bewegung in Sport und Spiel im Hort. Kooperationspartner*in - Eintracht Hildesheim. Lehrforschungsprojekt

Rekonstruktion subjektiver Körperkonzepte im Spektrum von Bewegung und Gesundheit. Lauftherapie mit Frauen mit lebensbedrohlicher Krankheit.

Aktuelle Veröffentlichungen:

Mertel, Sabine (Hrsg.
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